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Diese Schokoladen überzeugen im Test

Immer mehr Unternehmen bieten zuckerreduzierte Kinderschokolade an, die angeblich gesünder sein soll als Vollmilchschokolade. Um herauszufinden, ob die Riegel überhaupt schmecken, haben wir vier Nachwuchs-Experten zum Test eingeladen.

  • Unsere Schokoexperten Aris, Felix, Penelope und Konstantina (von links)Foto: /Maresa Stölting

    Unsere Schokoexperten Aris, Felix, Penelope und Konstantina (von links)Foto: /Maresa Stölting

Immer mehr Hersteller wollen Kunden zuckerfreie Schokolade schmackhaft machen, die angeblich nicht träge und krank macht, sondern Energie liefert, Vitalität einflößt und Kraft gibt. Auf Instagram posen durchtrainierte Influencer unter dem Motto „ZERO suggar added“ mit veganen und zuckerfreien Riegeln im Fitnessstudio oder beim Biken. Die Botschaft: Wer zuckerfreie Schokolade kauft, kann sich auf den Verzehr von leckerem Süßkram ganz ohne schlechtes Gewissen freuen.

Vegane Schokolade für die „Helden von morgen“

Für die Hersteller sind speziell Eltern eine wichtige Zielgruppe: Auf der Webseite der Firma Foodloose heißt es zum Beispiel, die Gründerinnen Katharina und Verena wüssten genau, was für Kinder gut ist und den kleinen „Helden von morgen“ schmeckt. Wir wollen herausfinden, wie die alternative Schokolade bei Kindern tatsächlich ankommt und ob sie wirklich gesünder ist. Wir haben Fachleute befragt und vier Nachwuchs-Schokoexperten in die Redaktion eingeladen, um Riegel von verschiedenen Herstellern zu testen.

Schokolade nur nach dem Mittagessen

Man merkt sofort, dass Felix (8), Konstantina (9) und die beiden Geschwister Aris (12) und Penelope (8) wahre Kenner sind. „Normalerweise esse ich am liebsten die Knusperkeks-Schokolade von Ritter-Sport,“ sagt Felix. Doch davon erlauben ihm seine Eltern nur ein Stück nach dem Mittagessen oder wenn er zusätzlich einen Apfel oder eine Banane zu sich nimmt. Auf die Frage, ob er denn nie heimlich Schokolade nasche, grinst Felix. „Vielleicht,“ sagt er verlegen. „Aber von der gesunden Schokolade könnte ich ja so viel essen, wie ich möchte,“ so der Grundschüler.

Die Verpackung ist den kleinen Experten zu kindlich

Vier Riegel sollen unsere Feinschmecker testen: Zwei vegane Riegel ohne Zucker der Firmen Neoh und Foodloose, einen zuckerreduzierten Riegel des Heilbronner Start-Ups Superdupersnack und eine Vollmilch-Schokolade von Milka zum Vergleich. Gespannt und konzentriert betrachten die Kinder die Riegel, die vor ihnen liegen. Wir fragen, welche Verpackung sie am meisten anspricht. „Dafür bin ich schon zu groß,“ sagt Aris und deutet auf die Schokolade von Superdupersnack. Seiner Schwester gefällt die verspielte Verpackung hingegen gut. Das dynamischere Design des Riegels der Firma Neoh aus Österreich finden die Kinder cool. „Die schwarzen Streifen sehen aus wie Blitze,“ sagt Konstantina.

Der Schoko-Bäähm-Riegel schmeckt nicht nach Schokolade

Mit ernster Miene packt Aris den veganen Schoko-Bäähm-Riegel von Foodloose aus und riecht daran. Nach Angaben der Firma, deren Gründerinnen nach eigenen Angaben selbst Mütter sind, werden die „gesunden Snacks“ ausschließlich aus „natürlichen Zutaten“ hergestellt und enthalten anders als herkömmliche Schokolade keinen raffinierten Zucker. „Riecht nicht nach Schokolade“, konstatiert Felix. Penelope beißt in den Riegel und verzieht ihr Gesicht. Ihr Lieblingsriegel wird das nicht. Felix kritisiert die Konsistenz: „Der ist so weich. Ich mag es lieber knackig.“ Auch Konstantina findet den Geschmack eigenartig, sie gibt dem Riegel die Note 5, durchgefallen.

Koffeinfreier Riegel schneidet mäßig ab

Als nächstes ist der Puzzle-Bar von Superdupersnack an der Reihe. Er wurde von einem Paar aus Heilbronn entwickelt, Yubo Zhang and Thilo Strauss, die ihren Kindern eine vegane, koffeinfreie und zuckerarme Alternative zu herkömmlicher Schokolade bieten wollten. Bei dem Testriegel handelt sich um einen Prototyp, noch ist das Produkt nicht im Handel erhältlich. „Der schmeckt schon mehr nach Schokolade“, sagt Penelope. Wirklich begeistert wirkt sie aber nicht. Auch Felix schmeckt der Puzzle-Bar besser als die vegane Schokolade von Foodloose, aber ihn stört der mehlige Nachgeschmack. Er würde ihm eine 3 geben.

Am besten schmeckt immer noch die normale Vollmilchschokolade

Auch Neoh verspricht den Kunden Süßkram ohne Nebenwirkungen: Die Firma garantiert „vollen Schokogenuss“ ohne „nervige Blutzuckerspitzen und Heißhungerattacken“. Der Riegel solle die Kunden „fit für den Tag machen“, heißt es auf der Webseite. Eine„geheimen Zuckeraustauschformel“ soll das Diabetes-Risiko senken, pflanzliche Ballaststoffe und fermentierter Mais sollen das Immunsystem stärken. Statt auf Zucker und Palmöl setzt der Hersteller auf Süßstoff. Beherzt beißt Felix ein Stück der Schokolade ab. „Der ist echt gut,“ sagt er und nimmt noch ein Stück. Auch die anderen Kindern sind von dem Riegel angetan. Konstantina und Penelope sind sich dennoch einig: Am besten schmeckt immer noch die Vollmilch-Schokolade von Milka. Die Ergebnisse der jungen Tester beruhen zwar nicht auf streng wissenschaftlichen Kriterien, zeigen aber dennoch eine klare Tendenz.

Auf den Energiegehalt kommt es an

Geschmacklich scheint normale Vollmilchschokolade also schwer zu übertreffen sein. Bleibt die Frage, ob die veganen Alternativen wenigstens gesünder sind. Jan Frank, Ernährungswissenschaftler an der Universität Hohenheim, ist da zurückhaltend. „Süßigkeit bleibt Süßigkeit,“ sagt er. „Es wäre ein Fehlschluss zu denken, die Riegel sind gesünder und deshalb kann ich mehr davon essen.“ Wichtiger als der Zuckergehalt sei der Energiegehalt, und der sei bei allen drei Riegeln ähnlich hoch wie bei herkömmlicher Vollmilchschokolade. „Die Kinder bewegen sich zu wenig. Deshalb sollten sie eher energiearme Nahrungsmittel zu sich nehmen.“

Richtiger Umgang mit Süßkram wichtiger als Inhaltsstoffe und Nährwerte

Gegen ein Stück Schokolade hin und wieder hat Frank jedoch nichts einzuwenden. In Maßen sollten die Kinder seiner Meinung nach das essen können, was ihnen am besten schmeckt. „Zucker wird oft zu Unrecht verteufelt. Es ist eine Frage der Menge,“ so Frank. Anna Baumgarten, Ernährungsberaterin in Kiel, sieht das ähnlich. „Es ist wichtiger, den Kindern einen maßvollen Umgang mit Süßigkeiten beizubringen, als auf Nährwerte und Inhaltsstoffe zu achten,“ sagt sie.

Die Schokoriegel im Test

Neoh
Die vegane und zuckerfreie Schokolade von Neoh kann auf www.neoh.com bestellt werden. Ein Riegel kostet 1,49 Euro.

Foodloose
Ein Schoko-Bäähm-Riegel kostet 0,99 Euro und ist sowohl im Handel als auch unter www.foodloose.net erhältlich.

Superdupersnack
Der Puzzle-Bar ist noch nicht im Handel erhältlich, soll aber demnächst auf den Markt kommen.

Milka
Die Alpenmilch-Schokolade kostet im Handel 1,29 Euro.

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