Jedes Jahr nehmen Kliniken Kinder stationär auf, weil sie einen solch schweren Sonnenbrand erlitten haben, dass die Wundversorgung unter Narkose stattfinden muss. Die Gefahr von Hautschäden aufgrund der UV-Strahlung wird weiterhin unterschätzt, warnen Dermatologen. Insbesondere Kinder sollten daher gut geschützt werden. Das gelingt auch mit wenig Geld, heißt es seitens der Stiftung Warentest, die regelmäßig Sonnenschutzmittel auch speziell für Kinder untersucht. Ihre Ergebnisse und weitere Tipps für Eltern gibt es in dieser Übersicht:
Warum brauchen Kinder besonders viel Schutz vor UV-Strahlung?
Kinderhaut ist die empfindlichste Haut mit einer minimalen Eigenschutzzeit gegen UV-Strahlung, erklärt Uwe Schwichtenberg vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. „Die UV-empfindlichen Stammzellen liegen bei Kindern sehr viel dichter unter der Hautoberfläche und sind den UV-Strahlen stärker ausgesetzt.“ Daher reagiert die Haut in jungen Jahren besonders empfindlich auf die ultravioletten Strahlen der Sonne. „Leider verfügen wir über kein Warnsystem, das uns vor zu viel UV-Belastung warnt“, sagt der Bremer Dermatologe. „Wird die Haut rot, ist es bereits zu spät und die Haut bereits erheblich geschädigt.“ Sonnenbrände sollten unbedingt vermieden werden.
Wie gut schützen die Sonnencremes speziell für Kinder?
Die Stiftung Warentest hat aktuell 19 handelsübliche Sonnencremes für Kinder getestet – mit folgendem Ergebnis: Die meisten schützen sehr gut. Die Testsieger waren die Produkte Cien Sun Kids von Lidl für knapp drei Euro. Und das Sunozon Kids Sonnenspray von Rossmann für 1,68 Euro pro 100 Milliliter. Es gibt aber auch vier Produkte, von denen keines die Schutzversprechen einhält: Zwei aus der Naturkosmetik von den Herstellern Biosolis und Ey bieten keinen Schutz vor den UVA-Strahlen. Zwei weitere Produkte unterschreiten den Schutz vor UVB-Strahlung: Das Naturkosmetikprodukt von Mabyen, sowie das Produkt Sundance von der Drogeriekette dm.
Wie oft sollten Kinder eingecremt werden?
Sonnenschutzmittel sollte tagsüber immer wieder aufgetragen werden. „Auch als ‚wasserfest’ beworbene Mittel waschen sich ab“, heißt es seitens der Stiftung Warentest. Vor allem nach dem Baden oder der nächsten Wasserschlacht. Aber Achtung: Erneutes Eincremen verlängert nicht die Tageshöchstdosis der UV-Strahlung, die Kinderhaut verträgt. Wichtig sei auch zu beachten, dass die Sonnencreme erst eine halbe Stunde nach dem Auftragen und längsten zwei bis drei Stunden ihre Schutzwirkung aufrecht erhält.
Was tun, wenn sich die Kinder nur widerwillig einschmieren lassen?
Produkte nehmen, die sich gut auf der Haut verteilen – lautet der Rat der Warentester. Kritik übten sie vor allem bei der Lotion von Lavera, die sehr dickflüssig ist, sowie die Creme von Paediprotect. Hier sind die Inhaltsstoffe nicht gut vermischt. Nach Angaben der Warentester zerfällt die Creme in ihre wässrigen und ölige Bestandteile. Das Alverde Sonnenbalsam von dm wiederum hinterlässt einen weißen Film auf der Haut.
Lieber UV-Shirts statt Eincremen?
Das kann eine Lösung sein: Sowohl die Warentester als auch der Berufsverband der Deutschen Dermatologen beurteilen solche Kleidungstücke als sinnvoll. „Aus dicht gewebtem Materialien halten sie UV-Licht ab“, heißt es seitens der Stiftung Warentest.
Wie können Kinder sich zusätzlich schützen?
Die pralle Sonne in der Zeit zwischen 11 und 16 Uhr sollte vermieden werden, sagt Uwe Schwichtenberg . Schatten biete zwar einen Schutz. Aber Achtung: „Schatten reduziert die UV-Belastung nicht sehr gut“, so der Dermatologe. Ein Aufenthalt im Freien, besonders am oder im Wasser, ist am frühen Morgen oder späteren Nachmittag weit weniger belastend für die Haut.

