Bis Ende November war die bundesweite Corona-Inzidenz rückläufig, dann kehrte sich die Entwicklung um. Seit Anfang Dezember registriert das Robert Koch-Institut (RKI) steigende Werte. Zuletzt legte die Inzidenz um elf Prozent gegenüber der Vorwoche zu, wie aus dem Corona-Wochenbericht des RKI hervorgeht. Bereits in den beiden vorherigen Berichten wurde ein Anstieg von acht und sieben Prozent vermeldet. Ob sich dieser Trend fortsetzt, bleibt abzuwarten. Auch im benachbarten Ausland bleibt die Lage undurchsichtig.
In Österreich gelte die Lage laut inländischen Medienberichten derzeit als „stabil“. Das österreichische Beratungsgremium Gecko warnt allerdings davor, dass der Übergang in eine Endemie nicht zu unterschätzen sei: selbst dann könnte es „zu massiven Beeinträchtigungen“ kommen, die lokale Maßnahmen nötig machen würden. Das Zusammentreffen mit weiteren Infektionen wie Influenza könnte Spitälern Personalprobleme bereiten. Bereits jetzt führte eine Schule in Wien-Liesing wieder die Maskenpflicht ein, da es regional zu größeren Corona-Ausbrüchen kam.
Auch in der Schweiz kann eine Stabilisierung der Corona-Lage beobachtet werden. Dennoch lasse sich der weitere Verlauf der Pandemie nicht zuverlässig abschätzen, so der Schweizer Bundesrat am 21. Dezember. Ab dem neuen Jahr übernimmt der Bund keine Kosten mehr für Corona-Tests. Einige Testzentren, wie das im Universitätsspital in Basel, gaben deren Schließungen aufgrund sinkender Nachfrage bekannt.
In Frankreich stiegen die Coronazahlen Mitte November einen Monat lang stetig an bis zu einer Inzidenz von 646. Da sich auch Influenza und Bronchiolitis ausbreiteten, befürchteten die Franzosen eine dreifache Epidemie und damit die Überlastung von Krankenhäusern. Seit Mitte Dezember ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Frankreich allerdings wieder rückläufig. Sie liegt mit aktuell 486 aber weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau.
Hierzulande ist die Zahl der Atemwegserkrankungen im Vergleich zur Vorwoche gesunken, liegt aber mit rund neun Millionen weiterhin über dem Niveau der Vorjahre zum Höhepunkt schwerer Grippewellen. Das liege laut RKI hauptsächlich an Influenzaviren (55 Prozent positiv getesteter Proben), RSV (15 Prozent) und Covid (fünf Prozent). Zudem wird die aktuell starke Zirkulation respiratorischer Viren begleitet durch vermehrte bakterielle Infektionen der Atemwege. Dies stelle eine „zusätzliche Herausforderung für das Gesundheitssystem dar“. Angesichts dessen betont das RKI, wie wichtig es ist, die bestehenden Empfehlungen zur Vermeidung von Infektionen einzuhalten.

