Wirtschaft

Mercedes-Benz will „die sinnvollsten Knöpfe“ wieder ins Cockpit bringen

Bei den digitalen Steuerungssystemen ist „die Branche als Ganzes vielleicht ein wenig zu weit gegangen“, meint Mercedes-Chef Ola Källenius – und kündigt ein Comeback an.

  • Ola Källenius hat sich zum Interieur der Mercedes-Fahrzeuge geäußert.Lichtgut/Max Kovalenko, Mercedes-Benz AG/dpa-tmn/dpa

    Ola Källenius hat sich zum Interieur der Mercedes-Fahrzeuge geäußert.Lichtgut/Max Kovalenko, Mercedes-Benz AG/dpa-tmn/dpa

Mercedes-Chef Ola Källenius hat angekündigt, dass künftig wieder „die sinnvollsten Knöpfe“ in die Cockpits der Autos des Stuttgarter Herstellers zurückkehren werden. „Manchmal ist man etwas voreilig und entwickelt Technologie um der Technologie willen und vergisst dabei vielleicht ein wenig den Kunden“, erklärte er gegenüber der britischen Automobilzeitschrift „Autocar“. Deswegen soll es zum Comeback bestimmter Buttons kommen.

Mercedes-Benz setzt inzwischen – ebenso wie die Konkurrenz – verstärkt auf große Bildschirme in den Fahrzeugen. In den neuen Modellen der Stuttgarter, darunter der CLA oder der GLC, erstreckt sich der sogenannte MBUX Superscreen über das gesamte Armaturenbrett. Die Displaylandschaft ersetzt somit die physischen Knöpfe.

Mercedes-Chef Ola Källenius: Branche „vielleicht ein wenig zu weit gegangen“

Doch Källenius räumte nun ein: Was digitale Steuerungssysteme betrifft, sei „die Branche als Ganzes vielleicht ein wenig zu weit gegangen“. Nach Volkswagen und weiteren Herstellern will Mercedes-Benz insofern gegensteuern, als dass bestimmte Buttons zurückkehren sollen.

Bedienelemente am Lenkrad, genannt Wippe und Walze, sind bei den neuen Modellen bereits wieder eingebaut. Die sogenannten Touch-Slider mussten weichen.

Källenius sagte, er diskutiere jährlich stundenlang mit den Ingenieuren über User Interface, also die Benutzeroberfläche – „und wir scherzen, dass sie so einfach sein muss, dass sowohl ein fünfjähriges Kind als auch ein Vorstandsmitglied von Mercedes sie bedienen kann“, so der Konzernchef.

Er wisse nicht, „ob wir den Höhepunkt in Sachen Bildschirme erreicht haben, aber wir sind auf dem Tiefpunkt, was die Tasten angeht“, so Källenius weiter. Besagten Tiefpunkt will Mercedes künftig hinter sich lassen – und somit Kundenwünschen nach mehr Haptik im Fahrzeuginneren gerecht werden.

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