Politik

Wo ist Mrs. Trump?

Melania Trump galt immer als eher widerwillige First Lady. Jetzt schickt sich ihr Mann an, für die Republikaner in den Präsidentschaftswahlkampf zu ziehen. Auffällig absent vom Wahlkampfzirkus: Seine Frau.

  • Er rührt die Werbetrommel, aber sie hält sich zurück: Donald und Melania Trump.Foto: AFP/Eva Marie Uzcategui

    Er rührt die Werbetrommel, aber sie hält sich zurück: Donald und Melania Trump.Foto: AFP/Eva Marie Uzcategui

  • Szenen einer Ehe: Geboren wurde Melania Trump als Melanija Knavs in Slowenien, 1996 zieht das Fotomodell in Donald Trumps Heimatstadt New York. Auf einer Party lernt sie den Immobilienmogul kennen. Er ist fast 24 Jahre älter als sie – und zwei Mal geschieden. 2005 folgt die rauschende Hochzeit in Palm Beach.Foto: dpa/Miguel Rajmil

    Szenen einer Ehe: Geboren wurde Melania Trump als Melanija Knavs in Slowenien, 1996 zieht das Fotomodell in Donald Trumps Heimatstadt New York. Auf einer Party lernt sie den Immobilienmogul kennen. Er ist fast 24 Jahre älter als sie – und zwei Mal geschieden. 2005 folgt die rauschende Hochzeit in Palm Beach.Foto: dpa/Miguel Rajmil

  • 2006 kommt der gemeinsame Sohn Barron zur Welt, im selben Jahr wurde Melania US-Staatsbürgerin. Glaubt man der Pornodarstellerin Stormy Daniels, hatten sie und Trump nur kurze Zeit nach Barrons Geburt eine Affäre.Foto: AFP/Gabriel Bouys

    2006 kommt der gemeinsame Sohn Barron zur Welt, im selben Jahr wurde Melania US-Staatsbürgerin. Glaubt man der Pornodarstellerin Stormy Daniels, hatten sie und Trump nur kurze Zeit nach Barrons Geburt eine Affäre.Foto: AFP/Gabriel Bouys

  • Das Societyleben in New York reicht Donald Trump nicht: Er kandidiert fürs Präsidentenamt.Foto: dpa/Justin Lane

    Das Societyleben in New York reicht Donald Trump nicht: Er kandidiert fürs Präsidentenamt.Foto: dpa/Justin Lane

  • Beim Nominierungsparteitag der Republikaner gerät Melania Trump in die Schusslinie, weil Teile ihrer Rede bei Michelle Obama abgekupfert wirken.Foto: AFP/Alex Wong

    Beim Nominierungsparteitag der Republikaner gerät Melania Trump in die Schusslinie, weil Teile ihrer Rede bei Michelle Obama abgekupfert wirken.Foto: AFP/Alex Wong

  • Dass Donald Trump tatsächlich über Hillary Clinton triumphiert, hatte kaum jemand geglaubt – das Ehepaar Trump eingeschlossen.Foto: AFP/Chip Somodevilla

    Dass Donald Trump tatsächlich über Hillary Clinton triumphiert, hatte kaum jemand geglaubt – das Ehepaar Trump eingeschlossen.Foto: AFP/Chip Somodevilla

  • Glaubt man Insidern, soll Melania Trump in der Wahlnacht geweint haben – und zwar keine Tränen des Glücks.Foto: AFP/Mark Wilson

    Glaubt man Insidern, soll Melania Trump in der Wahlnacht geweint haben – und zwar keine Tränen des Glücks.Foto: AFP/Mark Wilson

  • Am 20. Januar 2017 wird Donald Trump in Washington ins Amt eingeführt – er wird später (entgegen aller Fakten) prahlen, nie habe es mehr Besucher einer solchen Amtseinführung gegeben.Foto: dpa/Andrew Harnik

    Am 20. Januar 2017 wird Donald Trump in Washington ins Amt eingeführt – er wird später (entgegen aller Fakten) prahlen, nie habe es mehr Besucher einer solchen Amtseinführung gegeben.Foto: dpa/Andrew Harnik

  • Das frischgebackene Präsidentenpaar tanzt durch die Nacht.Foto: AFP/Jim Watson

    Das frischgebackene Präsidentenpaar tanzt durch die Nacht.Foto: AFP/Jim Watson

  • Dass Melania Trump nicht begeistert ist von ihrer neuen Rolle, wird rasch klar. Zunächst bleibt die First Lady mit Sohn Barron im Trump Tower in New York wohnen.Foto: dpa/Christy Bowe

    Dass Melania Trump nicht begeistert ist von ihrer neuen Rolle, wird rasch klar. Zunächst bleibt die First Lady mit Sohn Barron im Trump Tower in New York wohnen.Foto: dpa/Christy Bowe

  • Schließlich zieht doch die ganze Familie ins Weiße Haus. Mit den Projekten ihrer Vorgängerin kann Melania wenig anfangen.Foto: AFP/Eric Baradat

    Schließlich zieht doch die ganze Familie ins Weiße Haus. Mit den Projekten ihrer Vorgängerin kann Melania wenig anfangen.Foto: AFP/Eric Baradat

  • Eher lustlos buddelt die First Lady in dem von Michelle Obama angelegten Gemüsegarten des Weißen Hauses.Foto: AFP/Nicholas Kamm

    Eher lustlos buddelt die First Lady in dem von Michelle Obama angelegten Gemüsegarten des Weißen Hauses.Foto: AFP/Nicholas Kamm

  • Melania Trump absolviert Pflichttermine, wie zum Beispiel den Halloween-Empfang für Kinder im Weißen Haus.Foto: AFP/Nicholas Kamm

    Melania Trump absolviert Pflichttermine, wie zum Beispiel den Halloween-Empfang für Kinder im Weißen Haus.Foto: AFP/Nicholas Kamm

  • Das Herzensprojekt der First Lady ist die „Be Best“-Initiative, die sich auch gegen Cyber-Bullying richtet – was unfreiwillig komisch anmutet, wenn man bedenkt, wie ihr Mann via Twitter auf seine Gegner schoß.Foto: dpa/Barbara Haddock Taylor

    Das Herzensprojekt der First Lady ist die „Be Best“-Initiative, die sich auch gegen Cyber-Bullying richtet – was unfreiwillig komisch anmutet, wenn man bedenkt, wie ihr Mann via Twitter auf seine Gegner schoß.Foto: dpa/Barbara Haddock Taylor

  • Bekannt ist, dass Melania Kinder am Herzen liegen. So intervenierte die First Lady 2018 offenbar bei ihrem Mann gegen die Politik der US-Regierung, Kinder an der amerikanisch-mexikanischen Grenze von ihren Eltern zu trennen.Foto: AFP/Sajjad Hussain

    Bekannt ist, dass Melania Kinder am Herzen liegen. So intervenierte die First Lady 2018 offenbar bei ihrem Mann gegen die Politik der US-Regierung, Kinder an der amerikanisch-mexikanischen Grenze von ihren Eltern zu trennen.Foto: AFP/Sajjad Hussain

  • Die First Lady fuhr sogar in die Grenzregion, um sich selbst ein Bild zu machen – verstörte aber dann mit einer Jacke, auf der in großen Lettern zu lesen war: „I don’t really care, do you?“Foto: AFP/Chip Somodevilla

    Die First Lady fuhr sogar in die Grenzregion, um sich selbst ein Bild zu machen – verstörte aber dann mit einer Jacke, auf der in großen Lettern zu lesen war: „I don’t really care, do you?“Foto: AFP/Chip Somodevilla

  • So stilsicher das ehemalige Model meist ist, greift sie ab und zu auch kräftig daneben: 2018 zeigt sich Melania in Kenia mit einem Tropenhut, wie er in der Kolonialzeit üblich war – eine zumindest unsensible Kleiderwahl.Foto: White House via dpa

    So stilsicher das ehemalige Model meist ist, greift sie ab und zu auch kräftig daneben: 2018 zeigt sich Melania in Kenia mit einem Tropenhut, wie er in der Kolonialzeit üblich war – eine zumindest unsensible Kleiderwahl.Foto: White House via dpa

  • An der Seite von Donald Trump reist Melania um die Welt. Eine durchaus glamouröse Repräsentantin der Vereinigten Staaten.Foto: AFP/Victoria Jones

    An der Seite von Donald Trump reist Melania um die Welt. Eine durchaus glamouröse Repräsentantin der Vereinigten Staaten.Foto: AFP/Victoria Jones

  • Was sich viele fragen: Wie ist es um die Ehe der Trumps bestellt? Um die Welt gehen Aufnahmen, die zeigen, wie Melania Donald Trumps Hand wegstößt, wenn er nach ihrer greifen will.Foto: dpa/Jens Büttner

    Was sich viele fragen: Wie ist es um die Ehe der Trumps bestellt? Um die Welt gehen Aufnahmen, die zeigen, wie Melania Donald Trumps Hand wegstößt, wenn er nach ihrer greifen will.Foto: dpa/Jens Büttner

  • Ihre manchmal resigniert bis verzweifelte Miene ruft sogar ein eigenes Netzphänomen ins Leben: „Free Melania“ – „Befreit Melania“.Foto: dpa/Luca Bruno

    Ihre manchmal resigniert bis verzweifelte Miene ruft sogar ein eigenes Netzphänomen ins Leben: „Free Melania“ – „Befreit Melania“.Foto: dpa/Luca Bruno

  • Als Donald Trump 2020 abgewählt wird, kehren die Trumps nach Florida zurück – die First Lady soll erleichtert gewesen sein.Foto: AFP/Noam Galai

    Als Donald Trump 2020 abgewählt wird, kehren die Trumps nach Florida zurück – die First Lady soll erleichtert gewesen sein.Foto: AFP/Noam Galai

  • Doch Donald Trump schickt sich an, für die Republikaner den demokratischen Präsidenten Joe Biden herauszufordern. Wer davon gar nicht begeistert sein dürfte: seine Frau.Foto: dpa/Andrew Harnik

    Doch Donald Trump schickt sich an, für die Republikaner den demokratischen Präsidenten Joe Biden herauszufordern. Wer davon gar nicht begeistert sein dürfte: seine Frau.Foto: dpa/Andrew Harnik

Als Donald und Melania Trump am 20. Januar 2021 das Weiße Haus in Washington verließen, trug die scheidende First Lady Schwarz. Ein paar Stunden später entstieg sie der „Air Force One“ in einem fröhlich gemusterten orange-blauen Sommerkleid. Wenn Melania Trump mit ihrer Outfitwahl etwas sagen wollte, dann vielleicht das: Zum Glück bin ich da weg!

Drei Jahre später schickt sich Donald Trump an, erneut für die Republikaner in den US-Präsidentschaftswahlkampf zu ziehen. Auffällig absent vom Wahlkampfzirkus ist aber eine: Mrs. Trump. Für US-Comedians wie Jimmy Kimmel oder Stephen Colbert ist ihre Abwesenheit von der Trump-Kampagne immer mal wieder Grund für einen Gag. Und auch bei CNN oder MSNBC wird regelmäßig die Frage gestellt: Wo ist Melania?

Trumps Söhne Don jr. und Eric reisen zu den Vorwahlen in die Bundesstaaten und werben dafür, ihren Vater erneut ins Weiße Haus zu wählen. Seine Tochter Ivanka äußerte sich bereits 2022, nachdem ihr Vater seine Kandidatur angekündigt hatte: Sie werde seinen Wahlkampf diesmal nicht unterstützen – die Familie gehe vor. Melania hingegen stand im Trump-Anwesen Mar-a-Lago in Florida neben ihrem Mann, als er seinen jubelnden Unterstützern mitteilte, er werde noch einmal antreten. Doch seine Wahlkampfauftritte bestritt der 77-Jährige danach allein.

Auch in den sozialen Medien rührt Melania für die Kampagne ihres Mannes keinen Finger. Ihr letzter Instagrampost stammt aus dem Januar. Darin bedankte sich die 53-Jährige für die Beileidsbekundungen, die sie nach dem Tod ihrer Mutter Amalija Knavs erreicht hatten.

Melania nimmt durchaus öffentliche Termine wahr – bislang nur nicht für die Trump-Kampagne. Im Dezember sprach das ehemalige Model, das selbst in Slowenien geboren ist und nach ihrer Hochzeit mit Trump die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erwarb, als Gastrednerin bei einer Einbürgerungsfeier in Washington. Wenige Tage davor besuchte sie zusammen mit den anderen noch lebenden First Ladys die Trauerfeier für Rosalynn Carter. Die aktuelle First Lady Jill Biden begleitet ihren Mann indes häufiger zu Wahlkampfveranstaltungen.

Melania Trump ist ein Enigma, schwer zu durchschauen. Sie galt immer als eher widerwillige First Lady. Die „New York Times“- Journalistin Katie Rogers schreibt in ihrem neuen Buch „American Woman: The Transformation of the Modern First Lady, from Hillary Clinton to Jill Biden“, Melania habe sich nur sehr selten in ihrem Büro im „East Wing“, dem Ostflügel des Weißen Hauses, blicken lassen. Angeblich konnte sie es kaum erwarten, Washington nach der Abwahl ihres Mannes zu verlassen. Von ihren vier Jahren als First Lady ist zumindest die „Be Best“-Kampagne gegen Cybermobbing in Erinnerung.

Gleichzeitig hat sich Melania Trump auch immer wieder von allzu extremen Positionen ihres Mannes abgegrenzt. So soll sie Trump 2018 dazu gebracht haben, eine hochumstrittene Praxis an der Grenze zu Mexiko zu beenden: Damals wurden Kinder von Migranten von ihren Eltern getrennt. 2021 kritisierte sie den Sturm aufs Kapitol am 6. Januar als „enttäuschend und entmutigend“ – fünf Tage später, aber immerhin.

„Sie ist die einzige, die ihm offen sagen kann, was sie denkt. Sie ist die einzige, die ihm Ratschläge und Meinungen sagen kann, die seinen entgegenlaufen, und das auch tut“, meint CNN-Journalistin Kate Bennett, die 2019 die nicht autorisierte Biografie „Free, Melania“ geschrieben hat. Die Ehe der Trumps ist immer wieder Anlass für Spekulationen. Selbst der amtierende Präsident Joe Biden erlaubte sich in der Late-Night-Show von Seth Meyers eine bissige Bemerkung: „Der andere Kerl ist fast so alt wie ich, aber er kann sich nicht mal an den Namen seiner Frau erinnern.“ Biden bezog sich auf ein Video, das im Netz viral ging, und in dem Trump seine Frau offenbar „Mercedes“ nennt.

Im konservativen Amerika ist Melania Trump aber das, was für viele liberale Amerikaner Michelle Obama repräsentiert: eine Ikone. Erwähnt Trump seine Frau bei seinen Wahlkampfveranstaltungen, brandet im Saal Jubel auf. Von diesem Enthusiasmus für die frühere First Lady würde Trumps Wahlkampfteam sicherlich gern profitieren. In einer Town-Hall-Veranstaltung des konservativen US-Fernsehsenders Fox News sagte der 77-Jährige, als er nach seiner Frau gefragt wurde, sie werde präsenter sein, wenn seine Wahlkampagne an Fahrt aufnehme. Sie sei ein „sehr privater Mensch“ und müsse sich ja auch um den 17-jährigen Trump-Sohn Barron kümmern.

Am 5. März, dem „Super Tuesday“ mit Vorwahlen in gleich 15 Bundesstaaten, könnte Donald Trump den Sack zumachen und das Rennen um die Kandidatur endgültig für sich entscheiden. Ob Melania Trump dann mit auf der Bühne steht?

Datenschutz-Einstellungen