Zum Internationalen Frauentag am 8. März gehen Menschen weltweit für die Rechte von Frauen und queerer Menschen auf die Straße. Seit 1977 handelt es sich dabei um einen offiziellen UN-Tag. Das Land Berlin hat den Frauentag 2019 als gesetzlichen Feiertag eingeführt, auch in Mecklenburg-Vorpommern ist der Frauentag mittlerweile ein Feiertag.
In jüngster Zeit gibt es immer wieder Debatten über die Bezeichnung des Tages. Der Internationale Frauentag wird zunehmend wieder als Internationaler Frauenstreiktag oder auch Frauen*kampftag genannt. Um nicht nur Frauen, sondern auch andere Gruppen einzubeziehen und den strukturellen Aspekt der Geschlechterungerechtigkeit zu stärken, verbreitet sich zunehmend die Bezeichnung „feministischer Kampftag“.
Was ist die Geschichte des Internationalen Frauentags?
Die ersten Impulse gingen von Frauendemonstrationen in den USA ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus. Die Initialzündung ging dann von der sozialistischen und sozialdemokratischen Arbeiterbewegung vor dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) aus. 1910 beschloss die Sozialistische Internationale der Frauen in Kopenhagen, jährlich mit einem Aktionstag den Kampf der Frauen für mehr Rechte und bessere Lebensbedingungen voranzutreiben.
Bereits im März 1911 gingen rund eine Million Frauen in Deutschland, Dänemark, Österreich-Ungarn und der Schweiz auf die Straßen. Die erste Forderung war das Frauenwahlrecht, das in Deutschland 1918 durchgesetzt wurde. Die Frauen kämpften auch für kürzere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn, niedrigere Lebensmittelpreise, eine regelmäßige Schulspeisung und legalen Schwangerschaftsabbruch.
In den 60er gewann der Frauentag wieder an Bedeutung
Während des Ersten Weltkrieges und unter der NS-Diktatur war der „sozialistische“ Feiertag verboten. Die Nationalsozialisten propagierten stattdessen den Muttertag, der ihrem Frauenbild eher entsprach. Doch im Untergrund lebte der Frauentag weiter: Wer am 8. März seine rote Wäsche aus dem Fenster auslüftete, gab damit ein politisches Statement ab.
Nach 1945 spaltete der Kalte Krieg auch den Frauentag. Im Westen verlor er an Bedeutung und wurde ab Ende der 60er Jahre vor allem von der Frauen- und Friedensbewegung begangen. In der DDR entwickelte sich der 8. März vielfach zum „sozialistischen Muttertag“, an dem die Kinder ihren Müttern Blumen oder selbstgemalte Bilder schenkten.















