Politik

Vonovia legt den Bau von 60 000 neuen Wohnungen auf Eis

Der Bedarf an Wohnraum ist überaus hoch, trotzdem stoppt Deutschlands größter Immobilienkonzern vorerst deutschlandweit den Bau von 60 000 neuen Wohnungen.

  • Der Immobilienkonzern Vonovia legt aufgrund der Baukrise bundesweit 60 000 neue Wohnungen auf Eis.Foto: dpa

    Der Immobilienkonzern Vonovia legt aufgrund der Baukrise bundesweit 60 000 neue Wohnungen auf Eis.Foto: dpa

Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia legt den Bau von 60 000 neuen Wohnungen auf Eis – trotz des enormen Bedarfs auf dem Markt. Aus Sicht der Vonovia fehlen in Deutschland derzeit mehr als eine Million Wohnungen, man gehe davon aus, dass man 700 000 Wohnungen im Jahr brauche.

„Der Grund, warum wir trotzdem – über die bereits begonnenen – keine weiteren Neubauprojekte mehr starten, sind die derzeit schwierigen Marktbedingungen“, sagt der Pressesprecher Olaf Frei. Die derzeitige Marktsituation setze sich aus zahlreichen Faktoren, wie stark gestiegenen Zinsen, erhöhten Bau- und Energiekosten, sich ständig ändernden Förderungen und nicht-standardisierten Regularien zusammen. Die Vonovia fordert, dass das Bauen insgesamt billiger und einfacher werden muss. „Alles, was im Endeffekt die Baukosten reduziert, ist sinnvoll“, sagt Frei.

Früher Baukosten von 3000 Euro pro Quadratmeter, heute von 5000 Euro

Frei zufolge lagen früher die Baukosten bei 3000 Euro pro Quadratmeter, heute seien es 5000 Euro pro Quadratmeter. „Unsere durchschnittliche Miete im Bestand liegt bei rund 7,50 Euro, bei uns wohnen viele Menschen mit mittleren oder geringen Einkommen. Deshalb achten wir auch bei Neubauten auf bezahlbare Mieten um die 10 bis 12 Euro. Die hohen Bau- und Finanzierungskosten würden jedoch zu einer Miete von 20 Euro pro Quadratmeter im Neubau führen“, sagt Frei. Das sei für sehr viele Menschen nicht erschwinglich.

Derzeit betrage die deutschlandweit durchschnittliche Miete bei Vonovia pro Quadratmeter 7,50 Euro, in Stuttgart elf bis zwölf Euro pro Quadratmeter. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt besitzt Vonovia rund 4500 Wohnungen. Wie viele und welche Projekte in den einzelnen Städten von dem Neubau-Stopp bei Vonovia betroffen ist, war auch auf Nachfrage beim Konzern nicht zu erfahren.

„Bereits gestartete Projekte werden wir fertigstellen“

„Wir haben beim Neubau auf Pause gedrückt – das gilt für noch nicht begonnene Bauprojekte. Bereits gestartete Projekte werden wir fertigstellen“, betont Frei. Das habe am Dienstag erst der Vorstandsvorsitzender Rolf Buch gegenüber Bundesbauministerin Klara Geywitz erneut bekräftigt.

„Das Potenzial von 60 000 Wohnungen, die die Vonovia bundesweit bauen könnte, ist langfristig auf mehrere Jahre gedacht“, sagt Frei. Es handele sich um Projekte in unterschiedlichen Planungsstadien. Diese Projekte entwickele die Development-Abteilung konsequent weiter, sodass die Vonovia darauf zurückgreifenden könne, sobald sich die Marktbedingungen verbessert haben. „Und das gilt auch für Stuttgart“, sagt Frei.

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