„Der Wetterbericht heute Morgen hat gar nicht so viel Sonne vorhergesagt. Das Hemd mit langen Ärmeln war definitiv die falsche Entscheidung“, sagt Frank von Meißner. Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen hat der Geschäftsführer des Zweckverbandes der Hermann-Hesse-Bahn (HHB) aber einen ganz ausgefallenen Tipp parat – zum Abkühlen und dabei produktiv sein.
„Verlegen Sie Ihr Homeoffice doch in die Hesse-Bahn“, sagt der HHB-Geschäftsführer mit einem Augenzwinkern. „Wir haben gut funktionierendes WLAN in den klimatisierten Zügen. Es ist Platz und es gibt eine Toilette“, zählt er die Vorzüge auf. Ganz zu schweigen von der Panoramaaussicht, die im Fahrpreis inbegriffen sei. Etwa bei der Einfahrt nach Weil der Stadt oder nach Calw. Er selbst habe das in der vergangenen Woche getestet.
Zum 1. Februar hat die Hesse-Bahn den Betrieb zwischen Calw im nördlichen Schwarzwald und Weil der Stadt (Kreis Böblingen) aufgenommen. Für insgesamt 240 Millionen Euro war die rund 25 Kilometer lange Strecke der historischen Württembergischen Schwarzwaldbahn reaktiviert worden. Seit dem 14. Juni fahren die Züge jetzt auch im Halbstundentakt und – außerhalb des Berufsverkehrs – auch bis Renningen.
Der Landkreis Calw ist seit dem Start der Hesse-Bahn teilintegriert in den Verkehrsverbund Stuttgart (VVS). Das heißt, wer aus dem VVS-Gebiet in Richtung Calw fährt, kann VVS-Tickets dafür nutzen. Diese gelten sogar für Anschlussverbindungen per Bus in die Calwer Umgebung.
In der Gegenrichtung gilt der Tarif der Verkehrsgesellschaft Bäderkreis Calw (VGC) inklusive Zurbinger. VVS-Tickets gelten im Kreis Calw nur für die Hesse-Bahn-Strecke. Ein Tagesticket kostet aktuell 11 Euro von Renningen bis Calw (drei Zonen). In Weil der Stadt und Renningen gibt es Anschluss ans Stuttgarter S-Bahn-Netz. Dazu gilt für jeglichen Nahverkehr auch das Deutschlandticket.

