Politik

Riesen-Fracht mit zwei Kränen in Antonov verladen

Spektakuläre Verladung am Stuttgarter Flughafen: Derzeit ist eine seltene Antonov in der Landeshauptstadt. Was hat der riesige Flieger geladen?

  • Die Antonov An-124 am Sonntagabend mit aufgeklappter Schnauze in Stuttgart.Daniel Kessler

    Die Antonov An-124 am Sonntagabend mit aufgeklappter Schnauze in Stuttgart.Daniel Kessler

Zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres ist eine Antonov An-124 am Stuttgarter Flughafen gelandet. Die schiere Größe der Maschine macht sie zu einem spektakulären Gast. Beladen wurde sie am Sonntag mit einem gigantischen Rotor, der zu einem Generator gehört. Er gehört zu einem Kraftwerk in Malaysia. Dorthin wird er am Montag geflogen.

Im Januar hatte die Antonov den 80 Tonnen schweren Rotor nach Stuttgart geflogen, von wo aus er in den Schwarzwald gebracht wurde. Die Spezialisten von KPG Rotating Solution haben ihn nun repariert. In Südostasien ist er Teil einer Maschine, die mit einer Leistung von 700 Megawatt mehr als eine halbe Million Menschen mit Strom versorgt.

Antonov fliegt weiter nach Ägypten

Wie der Stuttgarter Flughafen auf Nachfrage mitteilte, ist die Antonov An-124 am Sonntagabend um kurz vor 18 Uhr in der Landeshauptstadt gelandet, sie kam aus Rzeszów (Polen). Am Montagabend soll das Flugzeug erst in Richtung Kairo starten, von dort geht es weiter in Richtung des Bestimmungsorts des Rotors.

Am Sonntagabend wurde die Maschine mit dem riesigen Rotor beladen – ein Vorgang, der bei der Antonov An-124 immer besonders aussieht. Um besonders große Fracht aufzunehmen, lässt sich der Bug des Transportflugzeugs nach oben aufklappen. Anders als bei den meisten anderen Frachtflugzeugen wird sie nicht nur über eine große Rampe am Heck beladen, sondern auch über eine Fracht Klappe vorne. Zuvor war der Rotor mit zwei Autokränen von einem Tieflader angehoben und anschließend in den Frachtraum verladen worden.

Die Antonov ist eines der wenigen Flugzeuge auf der Welt, das so sperrige Fracht transportieren kann. Sie wurde Ende der 1970er-Jahre in der Sowjetunion entwickelt. Sie ist rund 69 Meter lang, hat eine Spannweite von etwas mehr als 73 Metern und ist damit breiter als ein Fußballfeld. In der Version für den zivilen Luftverkehr kann sie bis zu 120 Tonnen Last transportieren. In der EU stehen sechs der Flugzeuge zur Verfügung, die in Leipzig stationiert sind.

Mitarbeit: Daniel Kessler

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