Als Veronika Kienzle von dem Plan der Stadt Stuttgart erfuhr, war sie sofort dagegen. Nach ihrer Information wollte das Gartenamt die Bäume, die an der Dorotheenstraße in Kübeln auf ehemaligen Parkplätzen stehen, umziehen. Und zwar an den Pariser Platz, an dem seit Jahren ein Mangel an Schatten beklagt wird. Veronika Kienzle, ehrenamtliche Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte, schrieb eine Mail an die Stadt, „dass ich das nicht akzeptiere“, die Angelegenheit müsse zuerst in den Bezirksbeirat.
„Diese Aktion wird auf Anregung aus dem Bezirk zunächst ausgesetzt“, sagt nun Sven Matis, Sprecher der Stadt. „Die Idee war, kurzfristig - einen Teil - der Baumtröge von der Dorotheenstraße auf den Pariser Platz zu versetzen, da sie dort stadtklimatisch und optisch deutlich wirksamer wären.“ Zudem fehle dem Technischen Referat für neue Baumtröge am Pariser Platz das Geld.
Umgestaltung vor der Markthalle in Stuttgart
Womöglich kommt die Stadt wieder auf die Kübel-Bäume an der Dorotheenstraße zurück. Sie sind nämlich nur eine Übergangslösung. Am 30. Juli soll der Gemeinderat über die Umgestaltung der Straße an der Stuttgarter Markthalle entscheiden. Auf dem Tisch liegt ein Plan der g2-Landschaftsarchitekten, der neue - gepflanzte! - Bäume, Beete und Grünflächen und Sitzgelegenheiten vorsieht. Baustart soll Anfang 2027 sein.
Die Umgestaltung der Dorotheenstraße schlägt seit Jahren hohe Wellen. Vor allem, weil sie knapp 40 Parkplätze weniger an dieser Stelle mit sich bringt. Erst kürzlich hatte der Obrbürgermeister Frank Nopper die Grünen im Gemeinderat öffentlich im Rahmen des Sommerempfangs der CDU-Fraktion aufgefordert, „bei der Umgestaltung der Dorotheenstraße weiser zu werden“; jetzt wo auch das Stuttgart-Sign aus Spargründen begraben worden sei, seien 7,4 Millionen Euro für 37 wegfallende Parkplätze zu viel.

