Warum wehren sich nicht mehr US-Bürger gegen Donald Trump? Beto O’Rourke fordert im politischen Kampf gegen Donald Trump einen ökonomischen Populismus: Die drängendste Frage für die meisten Amerikaner sei ein „erschwingliches Auskommen“, so der Texaner.
Herr O’Rourke, Präsident Trump schickt Soldaten in die Städte und schüchtert US-Bürger ein. Warum fällt der Widerstand dagegen nicht stärker aus?
Es gibt Widerstand. Menschen in Chicago, Los Angeles in Washington D.C. und El Paso protestieren. Aber Sie haben recht: Das bisher geschieht nicht im selben Maß wie etwa 2018 in der Krise um die Trennung von Einwandererfamilien. Aber heute passiert so viel an so vielen Fronten gleichzeitig: die Verhaftungen durch ICE-Beamte, die Massenentlassung von Bundesbediensteten und ein Präsident, der sich nicht an die Verfassung hält.
Trügt der Eindruck, dass weite Teile der Gesellschaft noch zufrieden sind, auch weil sich die US-Wirtschaft bemerkenswert robust zeigt?
Das Land wollte 2024 den Wechsel. Bei den letzten Wahlen boten die Demokraten aber nur mehr vom Gleichen. Trumps Botschaft indes hieß: das System funktioniert nicht, viele Menschen werden beim Erfolg unseres Landes übergangen. Er versprach, das System zu zerstören und für die Menschen zu kämpfen. Die Leute, die ihn gewählt haben, geben ihm noch Zeit. Sie sind bereit, über vieles hinwegzusehen, was in anderen Zeiten für Empörung gesorgt hätte.

