Politik

Indien verweist alle pakistanischen Bürger des Landes

Der Konflikt zwischen Indien und Pakistan spitzt sich zu. Infolge einer tödlichen Attacke in der Grenzregion Kaschmir müssen nun alle pakistanischen Bürger das indische Staatsgebiet verlassen. Die pakistanische Regierung reagiert umgehend.

  • Indien setzt in Kaschmir auf eine hohe Militärpräsenz.Foto: AP/Mukhtar Khan

    Indien setzt in Kaschmir auf eine hohe Militärpräsenz.Foto: AP/Mukhtar Khan

Nach dem tödlichen Angriff auf Touristen im indisch kontrollierten Teil von Kaschmir hat Indien die Ausweisung aller pakistanischen Staatsangehörigen bis zum 29. April angeordnet. „Alle pakistanischen Staatsangehörigen, die sich derzeit in Indien aufhalten, müssen Indien vor Ablauf der Visa verlassen“, teilte das Außenministerium am Donnerstag in Neu Delhi mit.

Derweil erklärte die pakistanische Regierung in Islamabad ihrerseits am Donnerstag mehre indische Diplomaten zu unerwünschten Personen, die das Land „sofort“ verlassen müssten. Außerdem sollen alle Visa für indische Staatsbürger mit Ausnahme von Sikh-Pilgern annulliert werden, die Grenze soll geschlossen und der Handel ausgesetzt werden, wie das Büro des pakistanischen Regierungschefs Shehbaz Sharif mitteilte.

Jahrzehntelanger Konflikt zwischen Indien und Pakistan um Kaschmir

Damit spitzt sich der Konflikt zwischen den beiden Nachbarländern infolge des Angriffs in Kaschmir zu. Angreifer hatten in der Grenzregion am Dienstag auf Touristen geschossen und dabei nach Polizeiangaben mindestens 26 Menschen getötet. Am Tag darauf tötete die indische Armee in Kaschmir zwei bewaffnete Männer. Neu Delhi wirft Pakistan vor, in dem Gebiet „grenzüberschreitenden Terrorismus“ zu unterstützen – was Islamabad zurückweist.

Kaschmir ist seit der Unabhängigkeit Indiens und Pakistans im Jahr 1947 geteilt. Beide Atommächte beanspruchen das Gebiet vollständig für sich und haben schon zwei Kriege um die Kontrolle der mehrheitlich von Muslimen bewohnten Himalaya-Region geführt. In Kaschmir sorgen Aufständische seit Jahrzehnten für Unruhen. Indien hat dort eine halbe Million Soldaten stationiert und geht seit 1989 gegen Rebellengruppen vor. Dabei wurden zehntausende Zivilisten, Soldaten und Rebellen getötet.

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