Porsche auf Stuttgarts Straßen sind nichts ungewöhnliches. Ein Porsche-Konvoi schon eher. Ein Porsche-Konvoi aus zwölf Autos früherer Baujahre mit der Aufschrift „Kinder-Lebens-Lauf“, angeführt von einem pink-, genauer gesagt sternrubinfarbenen Fahrzeug, in jedem Fall. Zumal in diesem Modell die achtjährige Mira mit Hans, ihrem Stoffhasen, sitzt, chauffiert von Florian Launer, dem Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei Porsche.
Mira fährt sonst Rollstuhl. Jetzt ist sie „Starterkind“ und an diesem Tag die Hauptperson unter vielen Personen, darunter mehr als zwei Dutzend Auszubildenden, die am Dienstagnachmittag den Start des Benefiz-Konvois am Porschemuseum verfolgen. Zuvor erläutern „Botschafterin“ Jess Schöne und die Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz e.V., Franziska Kopitzsch, am Mikrofon, was es mit dieser Ausfahrt auf sich hat. Es handelt sich um eine weitere Etappe des sogenannten Kinder-Lebens-Laufs, mit der der Bundesverband auf die Arbeit der Kinderhospize in Deutschland und auf die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen mit lebensverkürzenden Erkrankungen und deren Familien aufmerksam machen und für Solidarität werben will.
Zu diesem Zweck wird eine - nicht brennende - Fackel mit Engelsymbol von Station zu Station, von Kinderhospiz zu Kinderhospiz transportiert. Mal per Rad, mal per Pedes und mal per Porsche. Vor Zuffenhausen war der ambulante Kinderhospizdienst „Pusteblume“ in Backnang Anlaufstelle.
Getragen wird die Aktion von Hospizen, Vereinen, Unternehmen und vielen Freiwilligen. Start war am 16. April in Berlin. Zielort ist der Europa-Park-Rust, wo die Fackel am 10. Oktober eintreffen soll Dazwischen liegen rund 7000 Kilometer und Abstecher nach Österreich, Luxemburg und die Schweiz. Die Inklusion-Kampagne findet seit 2018 im Zwei-Jahres-Rhythmus statt. Porsche ist in diesem Jahr zum dritten Mal als Hauptsponsor mit von der Partie und erweist sich nach den Worten von Kinderhospiz-„Botschafterin“ Schöne als „verlässlicher Partner in schwierigen Zeiten“.
„Wir fühlen uns der Gesellschaft verbunden“
Das bestätigt Florian Launer. „Dieses Engagement passt zur Marke“, erklärt der neue Chef der Öffentlichkeitsarbeit. Kinderhospize würden Eltern in „ihren schwersten Zeiten“ helfen und Hoffnung geben. „Das unterstützen wir als Unternehmen gerne. Wir fühlen uns der Gesellschaft verbunden und wollen mithelfen, Kinderträume zu erfüllen.“
Ein solcher Traum geht an diesem Dienstag für Mira in Erfüllung. Pink ist ihre Lieblingsfarbe. Dass es die Farbe Sternrubin wurde, ist auch in Ordnung. Stolz blickt sie aus dem knalligen Cabrio, als der Konvoi zur Fahrt zum Rathaus aufbricht, wo Sozialbürgermeisterin Susanne Sußmann auf die Lebens-Lauf-Teilnehmer wartet. Der Tag dürfte Mira in Erinnerung bleiben.

