Politik

GEW-Chefin fordert mehr Mittel für Politik-Unterricht

Die GEW warnt, Rechtsextremisten würden aus der Europawahl gestärkt hervorgehen. Jetzt müsse mit politischer Bildung gegengesteuert werden, sagt Gewerkschaftschefin Maike Finnern.

  • GEW-Chefin Maike Finnern will den Kampf gegen den Rechtsextremismus stärken.Foto: dpa/Sebastian Willnow

    GEW-Chefin Maike Finnern will den Kampf gegen den Rechtsextremismus stärken.Foto: dpa/Sebastian Willnow

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt vor einem Rechtsruck bei der Europawahl und fordert mehr Mittel für den Politik-Unterricht in den Schulen. „Bei der Europawahl werden nach allen Prognosen nationalistische, rechtspopulistische und rechtsextremistische Parteien verstärkt Zulauf erhalten. Das ist ein Warnsignal“, sagte GEW-Chefin Maike Finnern unserer Redaktion. „Gerade jetzt wird deutlich: Die politische Bildung muss dringend mehr in den Fokus rücken.“

Für bessere Verankerung in den Lehrplänen

Finnern betonte: „In der Schule muss der Politik-, Sozialkunde- und Geschichtsunterricht gestärkt werden.“ Hier werde zu schnell gekürzt und zu oft von fachfremden Lehrkräften unterrichtet, sagte die GEW-Chefin. Zudem müsse die Demokratiebildung viel stärker fächerübergreifend und -verbindend gedacht und unterrichtet werden. „Projekte zum Thema sind gut. Entscheidend ist: Das Thema muss besser in den Lehrplänen verankert werden“, sagte sie. „Es braucht dafür ausreichend viele Lehrkräfte“, forderte Finnern. Darüber hinaus müsse die politische Bildung im gesamten Bildungssystem gestärkt werden: von der Kita bis zur Hochschule.

Rechtsextremisten nutzten soziale Schieflagen und Zukunftsunsicherheit aus, um autoritäre Vorstellungen zu verbreiten, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende. „Für den Erhalt der Demokratie und demokratischer Werte braucht es das Engagement der Zivilgesellschaft, braucht es Menschen, die sich für diese Ziele stark machen“, so Finnern. „Lehrerinnen und Lehrer haben bei der Vermittlung demokratischer Grundrechte und -werte eine Vorbildfunktion und einen klaren Bildungs- und Erziehungsauftrag“, sagte sie. Dafür bräuchten sie bessere Bedingungen, also auch eine bessere Ausstattung des Politik-Unterrichts.

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