„First in the Nation“ steht stolz auf dem handgeschriebenen Plakat, das die ersten sechs ausgezählten Stimmen dieser US-Wahl verkündet: Drei gehen in dieser Nacht an Kamala Harris, drei an Donald Trump. Wie es die Tradition will, hat das Mini-Dorf Dixville Notch in New Hampshire den Wahltag in Amerika eingeläutet. Wobei das streng genommen ja gar nicht mehr stimmt: Seit Wochen geben die Wählerinnen und Wähler in den USA ihre Stimme ab, „early voting“ macht es möglich.
Dennoch gehört die Winzig-Wahl von Dixville Notch zur lieb gewonnenen Folklore rund um die Präsidentschaftswahl. Gleich um Mitternacht geben die Menschen in dem Dörflein in den White Mountains dicht an der Grenze zu Kanada ihre Stimmen ab. Seit 1960, als John F. Kennedy über Richard Nixon triumphierte, halten die Bewohner die Tradition aufrecht.
Dixville Notch steht für den Stolz einer Nation auf ihre Demokratie
Jeder einzelne Stimmzettel wird laut vorgelesen. Inzwischen geht das schnell, denn das Dorf zählt nur noch sechs Einwohner. Im Jahr 2000 waren es laut Zensus noch 74. Dennoch ist das Wahllokal, festlich geschmückt in den Farben der amerikanischen Flagge, voll, denn Reporter und auch viele Neugierige von außerhalb wollen sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Dixville Notch ist vor allem ein Symbol für den Stolz einer Nation auf ihre Demokratie.
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Doch in dem Miniaturdorf sieht es in dieser Nacht nicht anders aus als im Rest des Landes: Nachdem die sechs Stimmen ausgezählt sind, steht es unentschieden zwischen der Demokratin und dem Republikaner. 2020 stimmten noch alle wahlberechtigten Bewohner für Joe Biden.
Andere Orte in New Hampshire, die eine Mitternachtswahl hatten, haben diese Tradition inzwischen eingemottet. Dixville Notch hält stolz daran fest. Um 6 Uhr (12 Uhr unserer Zeit) startet auch der Rest des Landes in den Wahltag – dann öffnen an der Ostküste die ersten Wahllokale.

