Auf der heute von Kanzler Scholz eröffneten Verkehrsmesse IAA Mobility in München sind sie omnipräsent: Elektroautos. Für viele sind sie die Zukunft der Mobilität. Auch die Bundesregierung sieht darin den Schlüssel für klimafreundliche Mobilität und möchte den Ausbau dieser Technologie fördern.
Im klaren Widerspruch zu diesen Zielen steht die seit dem 1. September gültige Reduzierung der staatlichen Förderung für den Kauf von E-Autos. Während die Förderung bei Dienstwagen vollständig ausgesetzt wurde, ist die Kaufpreisprämie für Privatkunden auf 4.927 Euro brutto gesunken. Damit schrumpft der staatliche Umweltbonus zur Förderung nachhaltiger Mobilität immer weiter. Für die Automobilindustrie und die Verbraucher hat das Konsequenzen: E-Autos werden in Zukunft deutlich teurer. Das könnte zur Folge haben, dass künftig wohl weniger Elektroautos zugelassen werden.
Autofahrer, die überlegen, sich einen neuen Wagen anzuschaffen, sollten sich am besten noch vor Jahresende für ein neues Modell entscheiden, denn bereits zum Jahreswechsel stehen weitere Kürzungen bei der staatlichen Förderung von E-Autos an.
Abgasnorm für Dieselfahrzeuge wird verschärft
In diesem Monat wird außerdem die Abgasnorm Euro 6 für Pkw zum vierten mal verschärft. Die neue Stufe 6e sieht niedrigere Stickoxidgrenzwerte für Dieselmotoren vor. Vorgeschrieben sind nun nicht mehr wie bisher 80 Milligramm pro Kilometer, sondern nur noch 60 Milligramm. Vorerst sind nur die Autos von der Umstellung auf die neue Norm betroffen, die ab September neu von den Herstellern für den Straßenverkehr zugelassen werden.
Ab September 2024 wird diese Norm auch für alle Erstzulassungen in der EU zum Standard. Die Umstellung auf Euro 6e dürfte dann der letzte Schritt zur Umstellung auf die Abgasnorm Euro 7 sein. Die damit verbundenen Änderungen im Herbst 2024 werden zudem erstmals auch Elektroautos betreffen.
Einfachere Autozulassung durch Digitalisierung
Positiv ist, dass mit Beginn des neuen Monats die Kfz-Zulassung vereinfacht wird. Fahrzeuge können nun ganz bequem digital zugelassen werden. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr möchte mit dem Projekt „i-Kfz“ (Internetbasierte Fahrzeugzulassung) ermöglichen, dass man sich lange Wartezeiten und Behördengänge sparen kann. Vereinfacht werden sollen vor allem die An-, Ab- und Ummeldung von Fahrzeugen.
Mit der neuen „i-Kfz“- Stufe 4 ist es möglich, direkt nach der erfolgreichen Onlinezulassung am Straßenverkehr teilzunehmen. Benötigt werden dafür nur der digitale Zulassungsbescheid und die Nummernschilder. Bisher musste man einige Zeit warten, bis einem die Plakette und Papiere per Post zugesendet wurden.
Auch Autohäuser können die neue Onlineplattform nutzen. Nach diesem Modell können die Händler die Onlinezulassung für den Kunden direkt nach dem Kauf durchführen. Der Verbraucher kann im Anschluss gleich vom Autohof fahren und die erste Spritztour unternehmen.

