Nach einem Felssturz nahe einer Staumauer im Schweizer Ferienkanton Wallis haben die Behörden eine Zugangsstraße für jeglichen Verkehr geschlossen, auch Fußgänger. Gefahr für die Staumauer Grande Dixence bestehe nicht, versichert der Betreiber Grande Dixence SA. Ein Hotel unterhalb der Staumauer muss vorerst den Betrieb einstellen, wie die zuständige Gemeinde Hérémence entschieden hat.
Am Wochenende hatten sich nahe der Staumauer im oberen Teil des Tals Val d'Hérémence rund 5000 Kubikmeter Gestein gelöst. Am Mittwoch kam es zu weiteren kleinen Abbrüchen. „Die Sicherheit der Staumauer war zu keinem Zeitpunkt gefährdet“, teilt der Grande Dixence-Chef Beat Imboden mit. Das Bauwerk liegt auf gut 2300 Metern Höhe.
Grande Dixence ist Touristenattraktion
Das Bauwerk gilt als Touristenattraktion und bietet normalerweise Führungen im Innern an. Die Krone der Mauer ist zu Fuß oder durch eine Luftseilbahn zu erreichen.
Die Staumauer ist 75 Jahre alt und nach Angaben der Betreiber mit 285 Metern die höchste Gewichtsstaumauer der Welt. Sie staue ein Wasservolumen von 400 Millionen Kubikmetern und bilde damit den größten künstlichen See der Schweiz.
Grande Dixence ist Teil eines riesigen Komplexes, der vier Pumpstationen (Z'Mutt, Stafel, Ferpècle und Arolla) und drei Kraftwerke (Fionnay, Nendaz und Bieudron) mit einer Gesamtleistung von 2000 Megawatt umfasst. Der Wasserkraftkomplex Grande Dixence produziert damit jährlich rund 2 Milliarden Kilowattstunde und trägt zu 20 Prozent zur Speicherenergie der Schweiz bei. Sie versorgt umgerechnet 500.000 Haushalte mit Strom.
Erinnerung an Blatten
Ende Mai hatten ein Bergsturz mit Gletscherabbruch das Dorf Blatten im Lötschental des Kantons Wallis fast vollständig zerstört. Die Gefahr war erkannt und das Dorf vorher geräumt worden. Die Behörden waren von der Wucht der Schutt- und Eislawine des Kleinen Nesthorns und des Birchgletschers aber überrascht. Neun Millionen Kubikmeter Schutt türmen sich seitdem meterhoch im Tal und über den Resten des Dorfes.







