Panorama

Kabinenpersonal zwingt Billigairline zur Streichung von rund 100 Flügen

Das Kabinenpersonal protestiert gegen ständige Planänderungen. Über das Wochenende muss die Billigfluggesellschaft Flüge streichen. Welche Flughäfen betroffen sind.

  • Fiele Easyjetflieger in Frankreich bleiben am Boden. Begindt durch einen großen Streik des Kabinenpersonals musste die Fluggesellschaft rund 100 Flüge streichen.JEFF PACHOUD/afp

    Fiele Easyjetflieger in Frankreich bleiben am Boden. Begindt durch einen großen Streik des Kabinenpersonals musste die Fluggesellschaft rund 100 Flüge streichen.JEFF PACHOUD/afp

Die britische Billigfluggesellschaft Easyjet hat am Wochenende in Frankreich rund 100 Flüge von mehreren großen Flughäfen streichen müssen. Hintergrund ist ein Streik des Kabinenpersonals, an dem sich etwa die Hälfte der 900 in Frankreich beschäftigten Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter beteiligt hat. Besonders stark getroffen sind die Flughäfen der Pariser Metropolregion. Daneben verschärft sich die Lage auch in Nizza, Bordeaux und Lyon.

Massive Planänderungen frustrieren die Crews

Auslöser des Streiks ist der Frust der Crews über kontinuierliche Änderungen ihrer Dienstpläne. William Bourdon, Sprecher der Gewerkschaft SNPNC-FO, verdeutlicht die Belastung: Einige Crewmitglieder müssen mit bis zu 60 Änderungen ihrer Arbeitszeiten und Flugziele pro Woche rechnen. Das macht das Privatleben nicht nur schwierig, sondern „extrem kompliziert zu organisieren", wie Bourdon gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärt. Besonders problematisch ist der Zeitrahmen: Die meisten Änderungen erfolgen erst ein bis zwei Tage vorher. Das Personal hat deshalb klare Forderungen: Stabilität und Planbarkeit bei den Arbeitseinsätzen.

Gewerkschaften warnen vor weiteren Aktionen

Die drei an den Verhandlungen beteiligten Gewerkschaften haben bereits vor Streiks zwischen dem 7. August und dem 2. September gewarnt. Sie signalisieren damit ihre Bereitschaft, den Arbeitskampf fortzusetzen. Easyjet hingegen bezeichnete den Streik als „opportunistisch", da er ausgerechnet auf ein großes Feiertagswochenende fällt, wenn die Flughäfen ohnehin stark ausgelastet sind. Das Unternehmen forderte das Personal deshalb auf, die Aktion abzusagen und fordert Verständnis für die arbeitsreiche Phase. Immerhin hat Easyjet bereits Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen unterbreitet. Gespräche zwischen beiden Seiten sind für September angesetzt.

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