Panorama

Hitzewelle legt Nazi-Schiffswracks in der Donau frei

Mehr als 200 versenkte Schiffe behindern bei Niedrigwasser die Donau. In der aktuellen Hitzewelle steht der europäische Strom besonders tief. Viele Relikte werden gänzlich sichtbar.

  • Am 6. und 7. September 1944 wurde in der Donau die „Schwarzmeerflotte“ der deutschen Kriegsmarine auf Befehl von Konteradmiral (Ing.) Paul-Willy Zieb versenkt, um den Wasserweg unpassierbar zu machen. Ursprünglich war geplant gewesen den Konvoi von ungefähr 200 Kriegs- und Frachtschiffen mit rund 8000 Soldaten und Zivilisten vor den sich nähernden Truppen der Roten Armee zurück ins Reich zu führen.Darko Vojinovic/AP/dpa

    Am 6. und 7. September 1944 wurde in der Donau die „Schwarzmeerflotte“ der deutschen Kriegsmarine auf Befehl von Konteradmiral (Ing.) Paul-Willy Zieb versenkt, um den Wasserweg unpassierbar zu machen. Ursprünglich war geplant gewesen den Konvoi von ungefähr 200 Kriegs- und Frachtschiffen mit rund 8000 Soldaten und Zivilisten vor den sich nähernden Truppen der Roten Armee zurück ins Reich zu führen.Darko Vojinovic/AP/dpa

Der extrem niedrige Wasserstand der Donau hat in Serbien mehrere Schiffswracks der deutschen Marine aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt.

Schaulustige kletterten in der Nähe des Flusshafens Prahovo auf den verwitterten Relikten der einstigen Nazi-Flotte herum, berichten serbische Medien. Auch in den vergangenen Jahren waren die Schiffswracks dort in besonders heißen Sommern immer wieder sichtbar geworden.

Die Häufung der Wracks in dem Donauabschnitt unmittelbar vor dem sogenannten Eisernen Tor - einem Durchbruchstal der Donau an der Grenze zwischen Serbien und Rumänien - erklärt sich mit den Geschehnissen am Ende des Zweiten Weltkriegs.

Die Nazi-Marine hatte dort Teile ihrer Schwarzmeerflotte selbst versenkt. Der deutsche Flottenverband hatte sich auf dem Rückzug befunden und war von der sowjetischen Donaumilitärflottille verfolgt worden. Die rund 200 versenkten Wasserfahrzeuge sollten die Donau für die Verfolger unpassierbar machen.

Die Wracks bei Prahovo bilden für die Donauschifffahrt bei niedrigen Wasserständen ein nicht unerhebliches und gefährliches Hindernis. Die Europäische Union fördert deshalb ein Programm, um die besonders ungünstig platzierten alten Nazi-Schiffe nach und nach aus dem Wasser zu ziehen. Von 21 dazu ausersehenen Wracks seien bis April dieses Jahres 7 geborgen worden, berichtet das staatliche Fernsehen RTS. (mit dpa-Agenturmaterial)

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