Schwimmenlernen ist zwar kein verbrieftes UN-Menschenrecht. Aber angesichts der hohen Zahl an Badetoten wäre es sinnvoll, wenn sich Kinder sicher im Wasser bewegen können. Schwimmunterricht war früher der Normalzustand. Dort lernten Pennäler so gut schwimmen, dass sie beim Betreten eines Schwimmbads oder eines Gewässers nicht gleich ihr Leben aufs Spiel setzen.
Doch das war einmal. Wie so vieles im heute real existierenden Deutschland, wo für unzählige mehr oder weniger sinnvolle Dinge Unsummen von Steuergeld ausgegeben wird, aber nicht für so etwas Lebensrettendes wie obligatorischen Schwimmunterricht.
Sanierungsstau bei kommunalen Schwimmbädern
Das liegt nicht nur an fehlendem pädagogischen Personal, sondern vor allen am maroden Zustand vieler Frei- und Hallenbäder in den Kommunen. Fast jedes zweite Freibad hierzulande bräuchte eine umfassende Sanierung: Das zeigt eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen. Als größte Hürde für notwendige Modernisierungen nennen die Betreiber demnach fehlende Finanzierungsmöglichkeiten und nicht passgenaue Förderprogramme.
Eine umfassende Sanierung wäre bei 45 Prozent der Freibäder nötig, wie es weiter heißt. Dies ist im Vergleich zu den Vorjahren ein deutlicher Anstieg: 2024 lag diese Zahl bei gut einem Drittel (35 Prozent), 2025 dann bei 38 Prozent. Bei einem weiteren knappen Drittel (31 Prozent) stehen demnach kleinere Reparaturen und Ausbesserungen an. Ein Viertel der Freibäder (24 Prozent) ist demnach saniert und befindet sich „in gutem Zustand“.
Es fehlt an Geld und Personal
Diese Entwicklung sei „umso besorgniserregender“ in der Sommerzeit, da Millionen Menschen die Freibäder nutzen wollten, warnt der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Ingbert Liebig. „Wer heute nicht investiert, gefährdet die Zukunft eines wichtigen Angebots der kommunalen Daseinsvorsorge.“
- Dabei investiert gut jeder dritte Betreiber (36 Prozent) schon mehr als 15 bis 30 Prozent des eigenen Budgets in Sanierungen.
- Weitere 32 Prozent geben diesen Anteil mit 8 bis 15 Prozent an.
- 8 Prozent der Badbetreiber erklären zudem, sich bei einer Sanierung mit Hindernissen konfrontiert zu sehen - vier Prozent mehr als im Vorjahr.
- Die größte Herausforderung bleibe die Finanzierung: 90 Prozent nennen sie als zentrales Problem. Darauf folgen gestiegene Baukosten, die drei Viertel (76 Prozent) als Hindernis nennen.
- Für die kommenden fünf Jahre sieht eine Mehrheit von 64 Prozent die größten Herausforderungen in Sanierungsstau und fehlenden Mitteln;
- Es folgt der Fachkräftemangel (58 Prozent).
Der Verband fordert bessere Förderbedingungen für Freibäder: Sie müssten als Orte der Schwimmausbildung und Gesundheitsvorsorge erhalten bleiben. Befragt wurden laut Angaben 94 Badbetreiber im April. (mit KNA-Agenturmaterial)

