„Nichts ist gewisser als der Tode, nichts ungewisser als seine Stunde.‘‘ (Anselm von Canterbury, 1033-1109, mittelalterlicher Theologe und Philosoph).
Für das Sterben gibt es keine Norm
Der Tod ist der definitive Verlust aller Lebensfunktionen, das Sterben der Übergang vom Leben zum Tod, der eingetretene Tod der „Exitus letalis“ (tödliche Ausgang). Täglich gehen unzählige Menschen diesen Weg. Sie sterben: einsam oder begleitet von Familie und Freunden. Beweint oder vergessen, verzweifelt oder friedlich.
Für das Sterben gibt es keine Norm. Jeder begegnet dem Tod anders. Jeder geht den letzten Weg auf ganz individuelle Weise.
Der Tod ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig, auch wenn viel Zeit und Mühe darauf verwendet wird, ihn in Hinterzimmern und Abstellkammern zu verbergen, damit möglichst wenige von seinem Schrecken mitbekommen.
Und dennoch ist er immer da, vor allem in den Köpfen der Menschen. Der Gedanke sterben zu müssen, vor allem die Angst vor todbringenden Krankheiten bereitet ihnen eine Heidenangst.
An Amyotropher Lateralsklerose erkrankt
Einer , der in diesen Tagen in die Ewigkeit ging, ist Eric Dane. Der aus der Serie „Grey’s Anatomy“ bekannte US-Schauspieler wr im Alter von 53 Jahren gestorben. „Schweren Herzens geben wir bekannt, dass Eric Dane am Donnerstagnachmittag nach einem mutigen Kampf gegen ALS verstorben ist“, zitierten der Sender CBS und andere US-Medien aus einer Erklärung von Danes Familie.
Der Schauspieler hatte im vergangenen Jahr bekannt gegeben, dass bei ihm die unheilbare Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) diagnostiziert wurde.
Mit rührenden Worten wendet er sich an seine beiden Töchter
Kurz nach dem Tod von US-Schauspieler Eric Dane wird eine Doku veröffentlicht, in der er seinen beiden Töchtern rührende Abschiedsworte hinterlässt. Darin gibt er ihnen Tipps für ihr weiteres Leben.
In einem Interview für eine Doku-Serie des Streaming-Dienstes Netflix hat sich Eric Dane wenige Monate vor seinem Tod mit rührenden Worten an seine beiden Töchter gewendet. Der Streamingdienst veröffentlichte die knapp einstündige Doku „Famous Last Words“ – am Freitag (20 Februar) – einen Tag nach dem Tod des Schauspielers.
Netflix zufolge war das Gespräch mit Dane im November aufgezeichnet worden, mit der Absprache, es nach seinem Tod auszustrahlen. Der Schauspieler sitzt dabei in einem Rollstuhl und spricht mit heiserer Stimme über sein Leben.
„Ich bin manchmal gestolpert, aber ich habe es versucht“
Er richtet bewegende Worte an seine Töchter Billie (15) und Georgia (14) aus der Ehe mit Schauspielerin Rebecca Gayheart. Dane erinnert an gemeinsame Urlaube und Erlebnisse und teilt Lebensweisheiten, die er durch die Krankheit gelernt habe.
Trotz der Diagnose ALS, einer fortschreitenden neurologischen Erkrankung, die die Muskelkontrolle zerstört, beschreibt Eric Dane seinen inneren Zustand erstaunlich klar: „Es gibt keinen Grund für mich, in irgendeinem einzelnen Moment glücklich zu sein, aber ich bin es.“
Am Ende des Interviews verlässt Interviewer Brad Falchuk die Bühne und überließ Dane allein die Kamera. Dann spricht er direkt zu seinen Töchtern Billie und Georgia: „Ich habe es versucht. Ich bin manchmal gestolpert, aber ich habe es versucht“, sagt er in die Kamera. „Insgesamt hatten wir eine tolle Zeit, oder?“
Schließlich formuliert er vier Ratschläge, die er aus seiner Krankheit gelernt habe.
Erster Ratschlag: „Lebt jetzt!“
„Ich möchte euch vier Dinge sagen, die ich durch diese Krankheit gelernt habe, und ich hoffe, ihr hört mir nicht nur zu. Ich hoffe, ihr verinnerlicht es. Erstens: Lebt im Jetzt.“ Es sei schwer, aber er habe gelernt, das zu tun.
„Aus reinem Überlebensinstinkt bin ich gezwungen, in der Gegenwart zu bleiben. Aber ich will nirgendwo anders sein. Die Vergangenheit enthält Reue. Die Zukunft bleibt unbekannt. Also müsst ihr jetzt leben. Die Gegenwart ist alles, was ihr habt. Schätzt sie. Hegt jeden Moment.“
Zweiter Ratschlag: „Verliebt Euch!“
„Nicht unbedingt in eine Person, obwohl ich das ebenfalls empfehle. Aber verliebt euch in etwas. Findet eure Leidenschaft, eure Freude. Findet das, was euch morgens aufstehen lässt, euch durch den ganzen Tag trägt. Ich habe mich zum ersten Mal in eurem Alter verliebt. Ich habe mich in die Schauspielerei verliebt. Diese Liebe hat mich schließlich durch meine dunkelsten Stunden, meine dunkelsten Tage, mein dunkelstes Jahr gebracht.“
Und weiter: „Findet etwas, das euch begeistert. Findet euren Weg, euren Zweck, euren Traum. Und dann verfolgt ihn. Wirklich.“
Dritter Ratschlag: „Wählt eure Freunde weise!“
„Findet eure Menschen und lasst sie euch finden. Und dann gebt euch ihnen hin. Die Besten unter ihnen werden euch etwas zurückgeben. Kein Urteil, keine Bedingungen, keine Fragen. Ich bin so dankbar für meine sehr enge Familie und meine Freunde. Jeder Einzelne ist eingesprungen. Ich kann kleine Dinge nicht mehr tun, die ich früher getan habe.“
Er habe gelernt, Alternativen anzunehmen. Seine Freunde käme zu ihm. „Wir essen zusammen, schauen ein Spiel, hören Musik. Sie tun nichts Besonderes, sie tauchen einfach auf. Das ist entscheidend. Taucht einfach auf. Und liebt eure Freunde mit allem, was ihr habt. Haltet an ihnen fest. Sie werden euch unterhalten, führen, helfen, unterstützen — und manche werden euch retten.“
Vierter Ratschlag: „Kämpft!“
„Und Schließlich: Kämpft mit jeder Faser eures Seins — und mit Würde. Wenn ihr Herausforderungen gegenübersteht, gesundheitlichen oder anderen, kämpft. Gebt niemals auf. Kämpft bis zu eurem letzten Atemzug. Diese Krankheit nimmt mir langsam meinen Körper, aber sie wird niemals meinen Geist nehmen.“
Wie er seien seine beiden Töchter stark und widerstandsfähig. „Ihr habt die Widerstandskraft von mir geerbt. Das ist meine Superkraft. Ihr stoßt mich um, ich springe wieder auf, und ich komme immer wieder zurück. Ich stehe wieder auf, und wieder, und wieder.“ Wenn also etwas Unerwartetes passiere, dann „kämpft und stellt euch dem mit Ehrlichkeit, Integrität und Anmut, selbst wenn es sich unüberwindbar anfühlt.“
„Das sind meine letzten Worte.“
Schließlich endet er mit den Worten: „Ich hoffe, ich habe gezeigt, dass man allem begegnen kann. Man kann dem Ende seiner Tage begegnen. Man kann der Hölle mit Würde begegnen. Kämpft, Mädchen, und haltet eure Köpfe hoch.“
Dann verabschiedet er sich: „Gute Nacht. Ich liebe euch. Das sind meine letzten Worte.“ (mit dpa/AFP-Agenturmaterial)

