Die mit Spannung erwartete Halbzeitshow beim Super Bowl im kalifornischen Santa Clara ist ohne großen Aufreger über die Bühne gegangen. Bad Bunny, der in einem cremfarbenen Anzug auftrat, brachte Superstar Lady Gaga für einen Song („Die with a smile“) mit auf die Bühne. Außerdem hatte Bad Bunnys Landsmann Ricky Martin einen Kurzauftritt.
In der aufwendig inszenierten Show waren zeitweise mehrere hundert Musiker, Tänzer und Schauspieler in einem aufwendigen Bühnenbild, das an Bad Bunnys Heimat Puerto Rico erinnerte, zu sehen. Unter anderem waren die Schauspieler Jessica Alba und Pedro Pascal sowie Rapperin Cardi B unter den Tänzern.
Bad Bunny mit Message auf Football
Bad Bunny, mit bürgerlichem Namen Benito Antonio Martínez Ocasio, war am vergangenen Wochenende mit dem Grammy für das Album des Jahres ausgezeichnet worden und galt zuletzt als meistgehörter Künstler des Streamingdienstes Spotify. Sein Auftritt beim Super Bowl war ein Novum: Er sang bei der Show ausschließlich auf Spanisch. Seine Musik verbindet Reggaeton mit afrokaribischen und puerto-ricanischen Musikstilen.
Nachdem Bad Bunny seine Hits wie „DTMF“ oder „Titi Me Pregunto“ dargeboten hatte, waren zum Ende der Show neben der us-amerikanischen und puertorikanischen auch viele Flaggen von süd- und mittelamerikanischen Ländern zu sehen. Bad Bunny hielt, bevor er den Innenraum des Stadion verließ, einen Football in die Kamera, auf dem zu lesen war: „Together we are america“ (deutsch: Zusammen sind wir Amerika). Zudem war auf einer digitalen Anzeigetafel zu lesen: „The only thing more powerful than hate is love“ (deutsch: Die einzige Sache, die stärker ist als Hass, ist Liebe). Zwei Nachrichten, mit denen der Künstler indirekt die Spaltung der USA unter Donald Trump anprangerte.
Die NFL-Entscheidung für Bad Bunny als Headliner hatte im Vorfeld politische Debatten ausgelöst – auch wegen seiner Kritik an der US-Einwanderungsbehörde ICE, die Trumps Abschiebepolitik mit rabiaten, teils fragwürdigen Methoden umsetzt. Bad Bunny hatte sich zuletzt schon klar gegen Trump und dessen Politik ausgesprochen – beim Super Bowl verzichtete er auf allzu harsche Kritik.
Vor dem Kickoff hatten die Lokalmatadoren von Green Day um Sänger Billie Joe Armstrong die Fans auf das Endspiel eingestimmt. Die Band spielte unter anderem ihren Hit „American Idiot“, der von der Regie an zwei Stellen zensiert wurde. Zunächst war die Originalzeile „The subliminal mindfuck America“ nicht im Originalton zu hören, später auch die in Anspielung auf US-Präsident Donald Trump und seine Anhängerschaft umgedichtete Zeile „I’m not part of a MAGA agenda“. Bereits in der Vergangenheit hatte Armstrong diese Zeile statt des eigentlichen Satzes „I’m not part of a redneck agenda“ performt. Nicht nur an den Fernsehgeräten weltweit wurde die Zeile verzerrt übertragen , sondern auch im Levi’s Stadium.

