Panorama

10 Zentimeter Neuschnee im Flachland – Bomben-Zyklon und sibirische Kaltluft

Vb-artige Wetterlage bringt am Montag bundesweit kräftige Niederschläge. Bis zu 10 cm Schnee im Flachland und 20 cm in Mittelgebirgen werden erwartet.

  • Tiefer Winter im Erzgebirge – in der neuen Woche soll es dann in vielen Teilen Deutschlands schneien.Foto: IMAGO/Bernd März

    Tiefer Winter im Erzgebirge – in der neuen Woche soll es dann in vielen Teilen Deutschlands schneien.Foto: IMAGO/Bernd März

Der Polarwirbel bringt den Winter in diesem Jahr ziemlich durcheinander: Deutschland steht vor einem Wetterumschwung mit erheblichen Schneefällen, die von Süden nach Norden ziehen werden. Besonders zum Wochenstart droht ein regelrechtes Winterchaos, das den Verkehr erheblich beeinträchtigen könnte.

Bereits am Wochenende macht sich die Wetteränderung bemerkbar. Das bisher vielerorts sonnige und trockene Wetter weicht einer zunehmenden Bewölkung.

Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt, werden die Sonnenstunden am Freitag merklich abnehmen, wobei Sachsen noch als „letzte Sonnenhochburg“ gilt. Im Westen fällt bereits etwas Regen, während in der Osthälfte und im Norden Deutschlands verbreitet Dauerfrost herrscht.

Strenger Dauerfrost in Ostdeutschland

Die Temperaturen bleiben zweigeteilt: Im Westen und Südwesten sind Werte von +4 bis +8 Grad zu erwarten, während in der Osthälfte bei -7 bis 0 Grad der Frost dominiert. In den Nächten kann es im Osten mit -12 bis -4 Grad sogar zu mäßigem bis strengem Frost kommen.

Am Samstag erreicht ein Niederschlagsfeld Deutschland, das bereits über die Alpen gezogen ist. Die Bewölkung verdichtet sich zunehmend und noch am Vormittag setzt über dem Südwesten Schneefall ein, der sich zum Nachmittag weiter nach Norden ausdehnt. DWD-Meteorologe Markus Eifried erklärt: „In den zentralen Mittelgebirgen ist dann eine weiße Überraschung möglich.“ Im Westen könnte der Niederschlag bei Temperaturen bis zu +4 Grad als Schneeregen oder Regen niedergehen und stellenweise zu Glättegefahr führen.

Schneefall in Deutschland – die wichtigsten Fakten

Aufhellungen am Sonntag

Der Sonntag verläuft bei überwiegend starker bis wechselnder Bewölkung verbreitet trocken. Über den Küsten von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist noch leichter Schneefall möglich. Der Westen darf sich immerhin auf Aufhellungen am Nachmittag freuen, während tiefe Wolken im Nordosten ganztags den Himmel verdecken.

Schnee-Chaos durch Vb-Wetterlage am Montag?

Das eigentliche Winterchaos droht jedoch zum Wochenstart. In der Nacht zum Montag zieht von Südosten ein neues Niederschlagsgebiet auf, das erhebliche Schneemengen bringen wird. „Für Montag droht eine echte Vb-artige Schneelage und das Wetter in Deutschland wird nochmal deutlich winterlicher“, warnen Meteorologen. Es handelt sich um ein Tief, das sich am Sonntag in der Adria bildet und mit viel Feuchtigkeit nach Norden zieht - voraussichtlich über Wien und Prag in Richtung Berlin und Ostsee.

Von Sonntag auf Montag setzt im Südosten kräftiger Schneefall ein, der sich zum Berufsverkehr südlich einer Linie zwischen dem Saarland und Sachsen nach Norden ausdehnt. Bei Temperaturen von -4 bis 0 Grad fällt der Niederschlag überwiegend als Schnee und kann für winterliche Straßenverhältnisse sorgen. Zum Berufsverkehr am Montagmorgen muss mit starken Einschränkungen auf den Straßen gerechnet werden.

Schnee auch in Baden-Württemberg?

Besonders betroffen sind voraussichtlich die östlichen Landesteile und der Alpenrand. Es werden bis zu 10 Zentimeter Schnee im Flachland erwartet - also auch in Berlin. In Mittelgebirgen wie Schwarzwald Schwäbischer Alb oder Harz können sogar bis zu 20 Zentimeter Neuschnee fallen. Im Gegensatz zu früheren Schneefällen in dieser Saison wird der Schnee diesmal auch liegen bleiben.

Auch in Baden-Württemberg könnte es schneien, aber die genaue Vorhersage der Schneeverteilung bleibt noch unsicher, da die Wetterlage stark von einem sogenannten „Bomben-Zyklon“ beeinflusst wird, der sich von Donnerstag auf Freitag auf dem Atlantik entwickelt. Selbst kleine Änderungen in der Lage dieses Sturms können große Auswirkungen auf den Verlauf der Schneefälle haben.

Bomben-Zyklon und sibirische Kaltluft

Für die kommende Woche zeichnet sich eine Fortsetzung der winterlichen Bedingungen ab. Die starken Tiefdruckgebiete setzen sich fort, wodurch sich über Skandinavien weiterhin sibirische Kaltluft sammelt, während über Deutschland immer wieder Niederschlag an die Luftmassengrenze gelangt. Somit sind auch in der nächsten Woche weitere starke Schneefälle möglich.

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