Was taugt „Gegen die Zeit“? Der Wiener „Tatort“ im Schnellcheck.
Die Handlung in zwei Sätzen
Der Leiter einer WG für schwer erziehbare Jugendliche wird erschlagen. Die Kommissare Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser) ermitteln in einem schwierigen Umfeld, in dem man nicht gerne mit der Polizei spricht.
Zahl der Leichen
1
Fingerspitzengefühl
„Das ist eine WG, kein Knast“, sagt Betreuer Simon. Bibi Fellner spielt mit: „Das ist kein Verhör, sondern eine kriminalpolizeiliche Erkundigung.“ Die Kommissarin führt mit dem hyperventilierendem Mitarbeiter erst mal ein Atemtraining durch, bevor sie ihn befragen kann. „Ich war selber Heimkind, ich weiß genau, wie sich das anfühlt“, sagt Simon. Auch er hat eine verletzte Seele.
Fassade
David Walcher war nicht so ein guter Typ, wie es den Anschein hat. Der Sozialpädagoge terrorisierte seine Ex-Frau und brach ihr sogar die Finger. Sie zeigte ihn nicht an, damit er seinen Job nicht verliert.
Besondere Technik
Zeugenaussagen inszeniert Regisseurin Katharina Mückstein als gespielte Rückblenden, so tauchen Kommissare und Zuschauer sichtbar in die Vergangenheit ein, Zeitebenen verschmelzen. Eine raffinierte Art der Erzählung.
Unser Fazit
Harter Stoff, fast dokumentarisch aufbereitet. Für den letzten Auftritt der Wiener wäre aber wieder mehr „Tatort“ und weniger „37 Grad“-Reportage wünschenswert.
Spannung
Note 3
Anspruch
Note 2















