Mit Mitteln der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg wird am Bodensee aktuell eine neue Krimireihe für das ZDF gedreht. Zeigt sich Baden-Württemberg damit als FilmLänd gefestigt? Wir haben nachgefragt – bei Arne Braun, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.
Herr Staatssekretär, „Sind wir FilmLänd?“, fragten wir vor einigen Monaten in unserer Debattenreihe „Mittendrin“. Aktuell sieht es gut aus – oder?
Das kann man mal so sagen! Großartig! Das ganze KulturLänd freut sich über eine ganze Reihe von bedeutenden Auszeichnungen. Und die sind kein Zufall. Zuvorderst „In die Sonne schauen“: Die filmische Umsetzung unseres Thomas Strittmatter-Drehbuchpreises von 2023 wird deutscher Oscar-Kandidat, nachdem er im Mai bei den Filmfestspielen in Cannes den „Preis der Jury“ gewonnen hatte. Das Drehbuch von Mascha Schilinski und Luise Peter entstand an der Filmakademie Baden-Württemberg, wo sonst?
Das ist ein Projekt.
Moment. Apropos Oscar und Filmakademie: Bei den 52. Student Academy Awards gewann Tobias Eckerlin von der Filmakademie mit seinem Animationsfilm „A Sparrow’s Song” in der Kategorie „Animation“ den Studenten-Oscar. Und die beiden Firmen Pixomondo und Accenture Song VFX aus Stuttgart haben für Spezialeffekte in der Erfolgsserie „The Penguin“ die weltweit wichtigste Fernseh-Auszeichnung, den Emmy 2025 erkämpft. Schließlich ist das MFG-geförderte TV-Drama „Ein Mann seiner Klasse” jetzt in der Kategorie „Bester Fernsehfilm 2025“ prämiert worden. Leonard Kunz wurde für seine Rolle als „Bester Schauspieler” ausgezeichnet, in dem Bereich die bedeutendste Auszeichnung. Und es gibt noch mehr – aber so viel Zeit haben wir nicht.
Welche dieser Auszeichnungen ist besonders wichtig?
Der Emmy-Preis für Pixomondo und Accenture Song beweist einmal mehr, dass Baden-Württemberg in Deutschland der wichtigste Standort für Animation und visuelle Spezialeffekte im Filmbereich ist, und das alles wäre ohne die zielgenaue Unterstützung unserer Filmförderung nicht möglich. Fraglos ist auch der Preis in Cannes herausragend – einer der bedeutendsten weltweit, für „In die Sonne schauen“: Die Regisseurin und ein Großteil des Filmteams kommt von der Filmakademie Baden-Württemberg. Der Film ist ein Kunstwerk. Ich kann nur empfehlen: Lassen Sie sich auf das große Abenteuer ein, es lohnt sich.
Auch eine angekündigte neue Fernsehserie ist Realität. Sehen Sie das FilmLänd an einem Etappenziel?
Wie toll, dass es uns allen gemeinsam gelungen ist, eine weitere Serie zur besten Sendezeit nach Baden-Württemberg zu holen. Mit Bavaria Fiction und dem ZDF sind die MFG und ich schon lange im Gespräch. Seit Anfang August wird am Bodensee ein Freitagskrimi mit dem Arbeitstitel „Obersee“ mit Franziska Weiß und Maria Wördemann in der Hauptrolle gedreht. Die 60 Minuten langen Folgen sind von der MFG gefördert, es wird bis Ende September am Bodensee in Überlingen und Umgebung gedreht. Und das Beste dabei: Das wunderschöne Baden-Württemberg ist sichtbar im Film.
Von der durch die Produktionsseite geforderten Verdopplung der Filmförderung ist Baden-Württemberg aber weiter weit entfernt….
Ja, wir sind verlässlicher Partner, Filmförderung ist ein großes Thema, aber ehrlich gesagt: Angesichts der Haushaltslage kann es keine so großen Sprünge geben. Immerhin haben wir es geschafft, trotz Einsparvorgaben eine Kürzung der Produktionsförderung abzuwenden. Die zähen Verhandlungen haben sich am Ende gelohnt. Gleichzeitig ist die Förderung für Filmfestivals im Land neu aufgestellt, die Events werden von uns gestärkt, ein kleiner, aber ein Schritt in die richtige Richtung.
Und was wären aus Ihrer Sicht die nächsten Schritte?
Baden-Württemberg ist unfassbar kreativ, das sollten wir fördern – und an Innovationen arbeiten. Games und KI sind ein großes Zukunftsthema – auch über die Filmbranche hinaus. Der neue Leiter der Filmakademie Andreas Bareiß nimmt das Thema KI stärker in den Blick und öffnet sich mit den „Ludwigsburger Dialogen“ für die Branche. Wir sehen: Hier passiert gerade überall eine Menge.

