Panorama

„In Fötusstellung auf dem Küchenboden“

Bei einem Auftritt in Melbourne spricht Prinz Harry offen über den Umgang mit Trauer, psychische Belastung und seinen späten Weg zur Therapie.

  • Prinz Harry, Herzog von Sussex, besichtigt am zweiten Tag der königlichen Australienreise die Wall of Remembrance am Australian War Memorial.Foto: picture alliance/dpa/PA Wire | Jonathan Brady

    Prinz Harry, Herzog von Sussex, besichtigt am zweiten Tag der königlichen Australienreise die Wall of Remembrance am Australian War Memorial.Foto: picture alliance/dpa/PA Wire | Jonathan Brady

Prinz Harry hat bei einem Auftritt in Australien offen über den Umgang mit Trauer und psychischer Belastung gesprochen. Bei einer Rede in Melbourne schilderte der Herzog von Sussex, wie sehr ihn persönliche Erfahrungen geprägt haben – und warum er lange Zeit keine Hilfe in Anspruch nahm.

Harry trat beim sogenannten InterEdge Summit auf, bei dem es unter anderem um Führung, mentale Gesundheit und den Umgang mit Belastungen im Arbeitsumfeld ging. Dabei machte er deutlich, dass Gefühle wie Überforderung oder Hilflosigkeit kein Einzelfall seien.

„In meiner Erfahrung ist Verlust in jedem Alter verstörend“, sagte Harry. „Trauer verschwindet nicht, nur weil man sie ignoriert.“ Gerade ohne Orientierung oder Ziel könne sie Menschen stark belasten. „Ohne Sinn kann sie dich brechen“, so der Prinz.

Er schilderte, dass er sich über Jahre hinweg emotional abgeschottet habe. „Es gab viele Momente, in denen ich mich überwältigt gefühlt habe. Momente, in denen ich mich verloren, verraten oder völlig machtlos gefühlt habe“, sagte er. Gleichzeitig habe er oft das Gefühl gehabt, nach außen funktionieren zu müssen.

Erst deutlich später habe er begonnen, sich mit seinen Gefühlen auseinanderzusetzen und Hilfe zu suchen. „Ich habe gewartet, bis ich buchstäblich in der Fötusstellung auf dem Küchenboden lag“, sagte Harry. Erst dann habe er sich ernsthaft mit dem Thema Therapie beschäftigt.

Inzwischen sehe er es als Stärke, Unterstützung anzunehmen. Diese Haltung habe sich auch durch seine Rolle als Vater verstärkt. Hilfe zu suchen sei kein Zeichen von Schwäche, sondern ein wichtiger Schritt im Umgang mit Belastungen.

Harry betonte zudem, dass viele Menschen ähnliche Erfahrungen machten – unabhängig davon, wie ihr Leben nach außen wirke. Auch deshalb sei es wichtig, offener über mentale Gesundheit zu sprechen.

Der Auftritt in Melbourne fand im Rahmen einer Australienreise mit Meghan Markle statt, die ebenfalls an Terminen rund um das Thema psychische Gesundheit teilnahm.

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