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„Werde es beweisen“ – Diomande schreibt berührenden Brief an tote Schwester

Die Schwester von Yan Diomonde starb im Alter von 15 Jahren. Kurz vor dem Duell gegen Deutschland veröffentlicht die Sturmhoffnung der Elfenbeinküste einen emotionalen Brief an sie.

  • Yan Diomande trifft am Samstag mit der Elfenbeinküste auf Deutschland.Foto: IMAGO/Icon Sportswire

    Yan Diomande trifft am Samstag mit der Elfenbeinküste auf Deutschland.Foto: IMAGO/Icon Sportswire

Wenige Tage vor dem Spiel gegen Deutschland (Samstag, 22 Uhr) hat Yan Diomande von der Elfenbeinküste einen bewegenden Brief an seine Schwester veröffentlicht, die 2024 im Alter von nur 15 Jahren verstorben ist.

Das Schreiben, das der Flügelstürmer von RB Leipzig offenbar kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft verfasst hat, erschien am Mittwoch auf der Plattform „The Players' Tribune“, auf der Sportstars ihre persönlichen Geschichten in der Ich-Perspektive erzählen.

Yann Diomonde: „Du warst die Einzige, die immer an mich glaubte“

Der 19-Jährige beginnt den Brief mit den Worten: „Liebe Roxane, weißt du noch, als mir jemand ein gefälschtes United-Trikot gekauft hat und ich mit einem schwarzen Filzstift ‚Ronaldo 7‘ auf den Rücken geschrieben habe? Wir kannten weder reich noch arm. Wir kannten nur Glück.“

Er beschreibt die gemeinsame Kindheit, „wie wir damals in Abidjan (Elfenbeinküste, Anm. d. Red.) zu fünfundzwanzigst in einem Haus geschlafen haben“ und er nachts heimlich aufgestanden sei, um Fußball zu schauen.

Diomande weiter: „Weißt du noch, wie wir zusammensaßen und davon träumten, nach Frankreich zu ziehen? Wie wir einkaufen gehen würden, unsere eigene Wohnung hätten und ich ein reicher Fußballer mit Autos und einem großen Haus werden würde, sodass du dir nie wieder Sorgen machen müsstest? Du warst die Einzige, die immer daran glaubte, dass ich der nächste Cristiano werden könnte, während alle anderen lachten.“

Diomande verließ seine Heimat in jungen Jahren

In jungen Jahren sei er von zu Hause weg, um seinem Traum vom Profifußballer näher zu kommen. Als er 15 war, sei er an eine Highschool in die USA gezogen. Er habe kein Wort verstanden und hatte „solches Heimweh“, berichtet er. „Du hast immer gesagt, es klinge, als würde ich in einer amerikanischen Fernsehserie leben“, schreibt er an seine Schwester.

Diomande berichtet von Probetrainings bei Bournemouth, Chelsea, den Rangers, Olympiakos und Crystal Palace. „Sogar Eze und Olise kamen nach einem Training zu mir und sagten: ‚Hey Junge, du bist wirklich gut.‘“ Aber er sei nicht verpflichtet worden.

„Sie brachten mich quer durch Europa, und überall bekam ich nur Absagen. Mein Visum lief aus. Mein Traum war vorbei. Sie schickten mich zurück nach Afrika, und wir weinten gemeinsam.“ Seine Schwester sei diejenige gewesen, die „nie aufgehört hat zu glauben“. Und Diomande bekam doch noch seinen Vertrag. „Ein paar Wochen später unterschrieb ich bei Leganés, und wir weinten andere Tränen.“

„Seit du gestorben bist, ist alles leer“

Dann beschreibt Diomande in dem Brief, wie er vom Tod seiner Schwester erfahren habe. Er sei angerufen worden, jemand habe seiner Schwester auf einer Party etwas ins Getränk getan, sie sei tot. „Seit du gestorben bist, ist alles leer.“ Er habe den Brief geschrieben, weil er nicht darüber sprechen könne.

In dem Schreiben blickt Diomande auch auf die WM: „Morgen reisen wir zur Weltmeisterschaft. Wirklich. Dein Bruder wird für die Elfenbeinküste spielen, so wie Drogba, Yaya und Gervinho. Das ist meine Chance, der ganzen Welt zu zeigen, was du in mir gesehen hast.“

„Wenn ich Ronaldo sehe, werde ich ihn von dir grüßen“

Seine Schwester habe ihm immer gesagt, er könne besser sein als Cristiano Ronaldo. „Wenn ich ihn dort sehe, werde ich ihn von dir grüßen.“

Der Brief endet mit den Worten: „Noch bevor ich richtige Fußballschuhe hatte, hast du allen erzählt: ‚Mein Bruder wird einmal der Beste der Welt sein.‘ Ich werde beweisen, dass du recht hattest – oder ich werde dabei alles geben. Dein Bruder, Yan.“

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