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Wer hat in Rostock die Nase vorn?

Der VfB Stuttgart steigt am Freitag beim Pokalspiel an der Ostsee in den Pflichtspielbetrieb ein. Wie viele Startelf-Plätze sind vergeben?

  • Nikolas Nartey (li.) und Neuzugang Grischa Prömel haben sich beim VfB Stuttgart bereits festgespielt.Foto: imago/Sportfoto Rudel

    Nikolas Nartey (li.) und Neuzugang Grischa Prömel haben sich beim VfB Stuttgart bereits festgespielt.Foto: imago/Sportfoto Rudel

Stuttgart/London - Wenn man bei den rund 350 VfB-Fans, die im Craven Cottage bei der 0:1-Niederlage des VfB Stuttgart gegen den FC Fulham dabei waren, nach der Begegnung zugehört hat, war nicht allzu viel Zuversicht zu vernehmen. „Ich hoffe, dass das noch nicht die Startelf für Rostock war“, lautete eine der zurückhaltenden Meinungsäußerungen. Die Generalprobe zeigte noch einige Stellschrauben auf, an denen Trainer Sebastian Hoeneß bis zum Anpfiff in Rostock zu drehen hat. Zugleich liegt nahe, dass er in einem letzten Test jene Elf aufbietet, die auch zum Start des ersten Pflichtspiels antreten soll. Der erfolgt am Freitag im DFB-Pokal bei Hansa Rostock (20.45 Uhr). Zeit also, sich anzuschauen, wie viel Rostock-Startelf bereits in London an den Start ging.

Die Situation im Tor Auch wenn weder Hoeneß noch Sportvorstand Fabian Wohlgemuth eine Startelfgarantie für Fabian Bredlow aussprechen wollten, ist klar: Bredlow wird in Rostock starten. Seine starke Leistung in London bestätigte seine gute Form. Bis zur Rückkehr des verletzten Dennis Seimen (Oberschenkel-Sehnenriss) ist Bredlow gesetzt. Es müsste schon viel Unerwartetes bis zur Schließung des Transferfensters am 1. September passieren, damit der VfB auf dem Torhütermarkt noch einmal aktiv wird.

Die Abwehrkette Angesichts der Eindrücke aus Vorbereitung und Testspielen liegt nahe, dass Hoeneß vorerst auf eine Viererkette setzt. Die Positionen scheinen klar verteilt. Rechts hinten hat sich Nikolas Nartey festgespielt. Der Däne verteidigt aufmerksam, agiert taktisch klug und wusste gegen Everton sogar mit einem Tor zu glänzen. Josha Vagnoman, Leonidas Stergiou und Rekonvaleszent Lorenz Assignon müssen sich mit der Reservistenrolle begnügen; Stergiou könnte zudem verliehen werden. In der Innenverteidigung hat Finn Jeltsch die Nase vorn. Auch wenn der Juniorennationalspieler Konzentrationsschwächen offenbarte, vertraut ihm Hoeneß. Durch die Verletzung von Luca Jaquez und die Formschwäche von Ameen Al-Dakhil ist der Konkurrenzdruck gering.

Auf der linken Innenverteidigerposition ist Jeff Chabot gesetzt. Der „Türsteher“ spielt immer. Von seinen anfänglichen Wehwehchen ist nichts mehr zu sehen. Ramon Hendriks, der wegen Fersenproblemen kürzertreten musste, sitzt ihm dicht im Nacken und machte im nicht öffentlichen Testspiel in Fulham eine gute Figur. Links außen ist der Platz von Maximilian Mittelstädt. Der Außenverteidiger präsentiert sich seit Beginn der Vorbereitung in Topform und gehörte auch in Fulham zu den auffälligsten Stuttgartern. Sollte er eine Pause benötigen, wäre Hendriks bereit, ihn zu vertreten.

Die Mittelfeldzentrale Bis auf Weiteres sind die Rollen in der Mittelfeldzentrale vergeben. Angelo Stiller ist unantastbar und als Spielmacher aus der Tiefe unersetzlich. Neben ihm hat sich Neuzugang Grischa Prömel festgespielt, auch wenn ihm in Fulham ungewohnte Schnitzer unterliefen. Hoeneß lobt vor allem Prömels Laufstärke und die „immensen Umfänge“ des Esslingers, der bei Torgefahr und Boxbesetzung noch zulegen kann. Als Ersatz steht Chema bereit, der im Geheimtest ein Tor erzielte. Kapitän Atakan Karazor und Mirza Catovic scheinen abgehängt. Eher noch hat Youngster Yanik Spalt Einsatzchancen, der in seinen gut 20 Minuten in Fulham überzeugte.

Die Offensive In der Offensive könnte es noch am meisten Bewegung geben. Wie so oft unter Hoeneß agieren die vier nominellen Offensivspieler im Ballbesitz auf einer Linie, um den Gegner in einer 2-4-4-Grundformation mit hoch aufgerückten Außenverteidigern zu attackieren. Gesetzt dürfte nur Chris Führich sein. Der linke Flügelmann präsentiert sich seit Tag eins der Vorbereitung in bestechender Form. In der Mitte hat sich Tiago Tomas festgespielt. Der Portugiese stand in jeder Startformation der Testspiele. Sein großes Plus ist seine Flexibilität, allerdings muss er an seiner Scorerquote arbeiten.

Ermedin Demirovic und Badredine Bouanani besetzten in Fulham die beiden weiteren Offensivpositionen. Allerdings blieben sie unter ihren Möglichkeiten. Bouanani litt wie Führich darunter, dass der VfB „im Ballbesitz die eine oder andere Idee zu wenig“ hatte (Wohlgemuth). Demirovic hatte gegen Fulhams Kapitän Calvin Bassey einen schweren Stand. Vieles wird nun davon abhängen, wie sich Deniz Undav, Bilal El Khannouss, Jamie Leweling, Lazar Jovanovic und Dzenan Pejcinovic im Training präsentieren.

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