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Wer beerbt den „ewigen“ Manu?

Die Torwart-Frage in der Nationalmannschaft wird für den designierten Bundestrainer Jürgen Klopp als eine der ersten zu klären sein. Den einen logischen Kandidaten gibt es jedoch nicht. In Dennis Seimen könnte auch ein VfB-Akteur eine Rolle spielen.

Stuttgart - Marc-André ter Stegen hält lächelnd den Daumen in die Kamera, das Shirt des FC Barcelona trägt der verhinderte WM-Torhüter noch immer mit Stolz. Zu diesem Gute-Laune-Foto schreibt der Schlussmann im Netz: „Neue Saison. Derselbe Ehrgeiz. Bereit!“ Auch für einen neuen Angriff auf das deutsche Tor?

Die Frage nach seiner Nummer 1 wird für den designierten Bundestrainer Jürgen Klopp beim Neuaufbau des Nationalteams schnell zu klären sein. Den einen logischen Kandidaten für die Nachfolge des „ewigen“ Manuel Neuer, der seit 2010 bei jedem Turnier im Kasten der DFB-Elf gestanden hatte, gibt es allerdings nicht. Ein Überblick:

Marc-André Ter Stegen Der 34-Jährige ist die tragische Figur. Er stand über Jahre im Schatten von Neuer – und als er endlich ins Licht treten durfte, verletzte er sich mehrmals. Sein Post jetzt im Barca-Dress täuscht über eine wichtige Tatsache hinweg: Er hat bei den Katalanen keine Zukunft – und steht vor einem Wechsel zu Ajax Amsterdam. Im dortigen Stadion hätte er beim ersten Länderspiel unter Klopp am 24. September in der Nations League gegen die Niederlande sogar ein Heimspiel. Allerdings muss er sich nach seinem langen Ausfall erst wieder neu beweisen.

Oliver Baumann Für „Graffiti-Oma“ Inge ist der Fall klar: „Oli, du bist unsere Nr. 1“, hat die alte Dame, die in Leimen Stromkästen verschönert, mit Rot auf Himmelblau gesprayt. Baumann, vor der WM für Neuers Rückkehr zur „Weltklasse-1b-Lösung“ degradiert, gefällt das. Dass er seine ungewollte WM-Rolle „voll“ annehmen würde, sei für ihn „von Tag eins an klar“ gewesen, sagte er nach dem Aus. Ob sich an seiner Position unter Klopp etwas ändert? Unwahrscheinlich. Mit 36 Jahren taugt der Hoffenheimer höchstens zur Übergangslösung.

Alexander Nübel Die Nummer 1 in DFB-Rente (jetzt wirklich!), die Nummer 1b schon recht alt – Nübel, bei der WM die Nummer 3, sieht auf den ersten Blick aus wie die logische Wahl. Auf den zweiten und dritten aber: eher nicht. Der 29-Jährige wurde vom FC Bayern nach der Dauer-Leihe in Stuttgart gerade zu Besiktas Istanbul weitergereicht, spielt dort in der Süper Lig und die Quali in der Europa League. Das ist keine besonders starke Basis für eine Bewerbung.

Jonas Urbig Als „aufgewecktes Kerlchen“ (Julian Nagelsmann) und Trainingskeeper war der Münchner schon bei der WM dabei. Die „Süddeutsche Zeitung“ zitierte danach einen Teamangehörigen, der jede Trainingseinheit verfolgt habe, mit dem Satz, Urbig (22) habe „den besten Eindruck von allen vier Torhütern hinterlassen“ – also auch einen besseren als Neuer. Hinter (oder neben?) dem Kapitän solle er beim FC Bayern in der kommenden Saison „mindestens 25 Prozent“ der Spiele bekommen, heißt es. Reicht das? „Bei Urbig sehe ich große Chancen“, sagte Lothar Matthäus.

Und sonst so? Noah Atubolu (24/auf Vereinssuche) und Finn Dahmen (28/FC Augsburg) waren unter Nagelsmann schon dabei. Der auch für Japan spielberechtigte Mio Backhaus (22) begründete seinen Wechsel aus Bremen nach Freiburg damit, er wolle „einen Schritt in Richtung Nationalmannschaft machen“. Und Dennis Seimen (20) kehrt nach seiner Leihe aus Paderborn zurück zum VfB Stuttgart, wo er auf Nübel folgt.

VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth hält jedenfalls große Stücke auf den Keeper: „Dennis ist ein junger Torwart, einer der den Wettkampf und die Herausforderung liebt“, sagte Wohlgemuth über den Youngster. „Auch wenn er noch nicht mit der Erfahrung eines 35-Jährigen aufwarten kann, war er immer in der Lage, sich extrem schnell an ein neues Leistungsniveau anzupassen und dieses bald mitzubestimmen – bei den U-Nationalmannschaften, in der dritten Liga und zuletzt auch in der zweiten Liga in Paderborn.“ Ob nun Seimen, Atubolu oder Backhaus: Sie alle wird Klopp im Blick haben.

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