Stuttgart - Der Countdown ist vorbei: Für den VfB Stuttgart II startet an diesem Samstag (14 Uhr) beim TSV Havelse die neue Saison in der dritten Liga. Nach Tabellenplatz 14 in der vergangenen Spielzeit will die Mannschaft von Nico Willig nun den nächsten Entwicklungsschritt gehen. Dem Saisonstart in der Heinz-von-Heiden-Arena in Hannover blickt der Cheftrainer mit gemischten Gefühlen entgegen. Zwar verlief die Vorbereitung deutlich harmonischer als noch im Vorjahr („Fast alle Spieler sind mit uns in die letzte Vorbereitungswoche gegangen“), dennoch fehlen im Kader weiterhin ein Linksverteidiger sowie Geschwindigkeit auf den offensiven Außenbahnen. „Wir nehmen es einfach so an. Die Transferzeit ist noch nicht vorbei“, hält Willig zunächst den Ball flach.
Ähnlich wie in der vergangenen Saison muss der Übungsleiter erneut die Aufgabe meistern, trotz zahlreicher Kaderveränderungen eine konkurrenzfähige Drittliga-Mannschaft zu formen. Den Abgängen von Florian Hellstern, Samuele di Benedetto und weiteren gestandenen Akteuren stehen vielversprechende Neuverpflichtungen gegenüber. Die spannendste Personalie zieht es aus den Niederlanden in die Landeshauptstadt. Angreifer Tim van der Leij (20) stieß vom RKC Waalwijk zu den Weiß-Roten und soll mit seiner Wucht das Offensivspiel beleben.
Darüber hinaus wird auch 2026/2027 wieder viel Wert auf die eigene Nachwuchsabteilung gelegt. So begleiteten gleich drei Akteure die Bundesliga-Mannschaft des VfB ins Trainingslager nach Grassau. Jerik von der Felsen, Yanik Spalt und Ertugrul Yigit, die Luft im Kader von Sebastian Hoeneß schnuppern durften, kehrten allerdings pünktlich nach Stuttgart zurück. „Alle drei sind am Mittwochabend nach Stuttgart zurückgereist und werden mit uns nach Havelse reisen“, erklärt Willig, der Keeper von der Felsen im selben Atemzug sein Vertrauen aussprach. „Jerik wird unser Stammkeeper. Wir vertrauen ihm.“
In der Vorbereitung setzte sich die VfB-Reserve insbesondere mit Geschwindigkeit im Umschalten, Konterspiel und der Defensive auseinander. Besonderer Fokus galt dabei gegnerischen Eintritten in den eigenen Strafraum. „Wir waren da eigentlich gut, haben nur wenige Eintritte zugelassen – da lagen wir auf Platz sieben im Ligavergleich. Tore haben wir daraus aber viel zu viele kassiert, da lagen wir im letzten Drittel der Liga. Das müssen, wollen und werden wir besser machen“, resümiert Willig.
Dass der Kontrahent aus Havelse nur dank des Lizenzentzugs von 1860 München den Klassenverbleib meisterte, ist für den 45-Jährigen kein Grund, den TSV zu unterschätzen. Ganz im Gegenteil: „Sie haben sich überraschend namhaft verstärkt. Bei manchem Spieler wundert man sich schon, warum derjenige jetzt nach Havelse ist. Da ist einiges an Erfahrung und Qualität dazu gekommen.“
