Vaihingen (pv). Vom Fraitag (30. Oktober) bis Sonntag (1. November) findet die 15. Auflage der „Internationalen Gitarrentage“ in der Vaihinger Peterskirche statt. Das ehemalige Gotteshaus gilt bei Gitarrenfreunden längst als Kleinod in Sachen Raumakustik, denn hier kommen die sechs Saiten seit jeher besonders glanzvoll zur Geltung. Und auch in diesem Jahr hat Tommaso Ieva, Veranstalter und Künstlerischer Leiter der Vaihinger Gitarrentage, ein abwechslungsreiches Programm mit nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern auf höchstem Niveau zusammengestellt.
Harmonisches Zusammenspiel
Zum Auftakt der Internationalen Gitarrentage wird am Freitag (30. Oktober) um 19.30 Uhr ein Konzert mit dem Duo Tommaso Ieva und Anna Glibchuk zu erleben sein. Die beiden Musiker laden zu einer außergewöhnlichen Klangreise ein. Wie harmonisch und hochkarätig das Zusammenspiel der beiden Kunstschaffenden ist, bewiesen sie jüngst auf politisch-kulturellem Spitzenparkett – mit einem umjubelten Intermezzo im Senat der Italienischen Republik.
Von Barock bis Moderne
Das Repertoire des Duos zeichnet sich durch einen beeindruckend weiten Spannungsbogen aus. Glibchuk und Ieva verbinden Epochen und Stile scheinbar mühelos: Ihr Programm schlägt die Brücke von der Renaissance und dem Barock über die Klassik bis hin zur Moderne. Das Publikum darf sich laut Veranstalter auf eine feinsinnig kuratierte Auswahl von Werken freuen. Das Spektrum reicht von den historischen Klängen eines John Dowland über die barocke Brillanz von Antonio Vivaldi und Giuseppe Tartini bis hin zu den leidenschaftlichen, modernen Tangokompositionen von Astor Piazzolla und vielen weiteren Meistern.
Traditioneller Flamenco
Eine musikalische Reise durch die Welten der klassischen spanischen Musik und des traditionellen Flamencos erwartet das Publikum am Samstag (31. Oktober) um 19.30 Uhr beim Konzert mit dem Jorge Castañeda Trio. Unter der Leitung des Gitarristen Jorge Castañeda präsentiert das Ensemble ein Programm, das tief in die persönlichen und künstlerischen Erfahrungen des Musikers eintaucht. Das Trio bricht bewusst mit traditionellen Besetzungen und setzt auf ein außergewöhnliches Zusammenspiel: Neben Castañedas meisterhaftem Gitarrenspiel bereichert der Violinist Jacques Gandard das Ensemble. Die Violine fungiert hier als ausdrucksstarkes Melodieinstrument, das die Brücke zwischen den Welten schlägt. Es entfaltet sich ebenso brillant im klassischen spanischen Repertoire – etwa bei Werken von Manuel de Falla und Enrique Granados – wie in Stücken von rein flamencohafter Ästhetik. Komplettiert wird das Trio durch die Flamencotänzerin Anita Hernandez, die dem Abend eine ganz besondere Dimension verleiht. Da sie Tanz und Gesang virtuos miteinander verbindet, transportiert das Ensemble nicht nur die tiefgründige, authentische Atmosphäre des Flamencos, sondern gewinnt neben der hohen musikalischen Qualität auch eine packende visuelle Ausdruckskraft.
Musikalische Reise ans Mittelmeer
Zum Abschluss der Gitarrentage lädt das Ensemble „Poesia d’Oltremare“ am Sonntag (1. November) um 18.30 Uhr zu einem Konzertabend ein, der das Publikum gedanklich in den Mittelmeerraum mitnimmt. Den festen Kern der Formation bilden die Musiker Harald Gassner, Antonio Maggiore und Tommaso Ieva. Das in Vaihingen verwurzelte Ensemble bereichert seine Auftritte regelmäßig mit wechselnden Gastmusikern und schafft so immer wieder neue, überraschende Klangfarben.
Historische Verbundenheit
Im Mittelpunkt des Programms steht die traditionelle Musik Süditaliens, verwoben mit den vielschichtigen Einflüssen der Levante. Durch eigene, innovative Arrangements erweckt „Poesia d’Oltremare“ die Seele längst vergangener, aber in der Musik weiterlebender Seefahrersprachen des Mittelmeers zu neuem Leben. Das Ensemble vermittelt mit seinen poetischen Klängen und Texten die gesamte kulturelle Vielfalt der Region. Das Publikum erwartet ein tiefgründiges und atmosphärisches Konzerterlebnis, das die historische Verbundenheit des Mittelmeerraums spürbar macht und Grenzen musikalisch verschwimmen lässt.

