Stuttgart - Das ist neu im Regelbetrieb des VfB Stuttgart: Weil es der internationale Spielplan so vorsieht, geht auch die Bundesliga erstmals in eine dreiwöchige Länderspielpause. Auf dem Trainingsplatz der Cannstatter war an diesem Dienstag zum Auftakt der pflichtspielfreien Zeit dennoch einiges los: 19 Spieler und vier Torhüter hatte der Cheftrainer Sebastian Hoeneß zur öffentlichen Einheit vor rund 400 Zuschauern um sich geschart.
Nach dem holprigen Liga-Saisonstart mit nur drei Punkten aus den ersten vier Spielen ist man trotz der Qualität der bisherigen Gegner auch intern nicht zufrieden. Kräfte sammeln und an den Abläufen feilen, heißt es daher beim VfB. „Wir werden intensiv arbeiten und dann neu angreifen“, sagte der Trainer Hoeneß.
Dabei stehen dem 44-Jährigen trotz der Abstellung von in Summe neun Profis zu den diversen A- und U-Nationalteams doch mehr Spieler als zuletzt üblich zur Verfügung. Das passt gut, um mehr Sicherheit ins Spiel hineinzubekommen. So sind zum Beispiel die drei WM-Fahrer Jamie Leweling, Angelo Stiller und Deniz Undav in Stuttgart geblieben, weil sie der Bundestrainer Jürgen Klopp zu seinen Auftaktspielen mit der A-Nationalelf in der Nations League nicht eingeladen hat. Während Undav mit leichten muskulären Beschwerden nur individuell im Kraftraum trainierte, gab vor allem Jamie Leweling auf dem Platz beim Spiel Vier-gegen-vier auf große Tore ordentlich Gas. So ist dem zu Saisonbeginn verletzten Außenstürmer anzumerken, dass er nach der Wiederaufnahme des Bundesliga-Betriebs am 10. Oktober mit dem Auswärtsspiel beim Aufsteiger SC Paderborn wieder voll mitmischen will.
Aber auch andere Themen kann der Trainer Hoeneß angehen. So stehen ihm derzeit mit Grischa Prömel, Atakan Karazor, Nikolas Nartey und Stiller vier der Spieler zur Verfügung, die vom defensiven Mittelfeld aus künftig das Spiel des VfB aufziehen sollen. Auch hier hatte in den ersten vier Liga-Partien bisher noch längst nicht alles geklappt.
Positiv auch: Das Lazarett der verletzten Spieler lichtet sich allmählich. So trainierte Rechtsverteidiger Lorenz Assignon in Abwesenheit des bei der Nationalmannschaft weilenden Josha Vagnoman voll mit – und absolvierte die Steigerungsläufe konditionsstark an der Spitze des Feldes. Zudem steht der Torhüter Dennis Seimen wieder voll im Saft, während ein Trio bestehend aus Tiago Tomas, Luca Jacquez und Dan-Axel Zagadou zwar nicht alles mitmachte, aber immerhin schon wieder mit Tempo und mit dem Ball trainierte.
Weil auch andere Stammkräfte wie Jeff Chabot oder Ramon Hendriks in Stuttgart trainieren, wird Sebastian Hoeneß im Testspiel an diesem Freitag (16.30 Uhr) in Weinstadt im Remstal gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim ein schlagkräftiges Team aufbieten können.
