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Umweltministerium gibt Entwarnung: Vaihinger Osterfund enthielt zu keinem Zeitpunkt Polonium

Mit einem Großaufgebot sind die Rettungskräfte und Polizei am Ostersonntag in Vaihingen im Einsatz gewesen. Grund war der Fund eines Fläschchens, in dem Polonium-210 vermutet wurde. Jetzt steht definitiv fest: Das Fundstück enthielt zu keinem Zeitpunkt den radioaktiven Stoff. Das teilt das Umweltministerium am Donnerstag mit.

  • Großeinsatz an Ostern in Vaihingen.  Achivfoto: 7aktuell.de/NR 7aID:43792

    Großeinsatz an Ostern in Vaihingen. Achivfoto: 7aktuell.de/NR 7aID:43792

Vaihingen (p). Die Aufregung war groß, als zwei Männer am Ostersonntag ein kleines Behältnis entdeckten, auf dem Polonoim-210 stand. Der Verdacht, dass das Fläschchen den radioaktiven Stoff enthalten könnte, sorgte für ein Großaufgebot an Einsatz- und Rettungskräften. 

Radiologische Messungen und Analysen

Dass kein Polonium-210 enthalten war, haben laut Umweltministerium mehrere radiologische Messungen und Analysen des Inhalts des Behältnisses ergeben. In der vergangenen Woche hatte das Ministerium bereits mitgeteilt, dass zum Zeitpunkt des Fundes kein radioaktives Polonium enthalten war. Unklar war, ob es sich früher einmal darin befunden hat.

Kein Blei nachgewiesen

Parallel zu einer ersten Messung sei in der vergangenen Woche eine zeitaufwendige Elementanalyse auf Blei gestartet. Polonium-210 hat eine Halbwertszeit von etwa 138 Tagen, so dass bei einer sehr alten Probe Polonium-210 komplett zu stabilem Blei-206 zerfallen wäre. „Wäre also Blei nachweisbar, wäre das ein Hinweis darauf, dass sich zu einem früheren Zeitpunkt Polonium-210 in dem Behältnis befunden haben könnte“, teilt das Umweltministerium mit. Das nun vorliegende Ergebnis zeige aber, dass das nicht der Fall sei.

Keine Alpha-Strahlung messbar

Das gefundene Behältnis war mit einem Etikett versehen, das vermuten ließ, dass sich der radioaktive Stoff Polonium-210 in dem Behältnis befinden könnte. Da es sich bei Polonium-210 um einen Alphastrahler handelt, ist Polonium-210 messtechnisch nur schwer nachweisbar. Zunächst wurde der Inhalt generell auf Alpha-Strahlung ausgemessen. Das Ergebnis habe gezeigt, dass von dem Inhalt des Behältnisses keine Alpha-Strahlung ausging. Damit konnte zu einem relativ frühen Zeitpunkt ausgeschlossen werden, dass sich im Inhalt des Behältnisses aktuell Polonium-210 befindet.

Analysen durch das Landeskriminalamt

Wie das Umweltministerium mitteilt, sei aufgrund aller vorliegender Ergebnisse radiologischer Messungen und Analysen festzuhalten, dass von dem Inhalt des Behältnisses zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr durch radioaktive Stoffe ausgegangen sei.

Ergänzende Analysen, die beim Landeskriminalamt gemacht wurden, hätten keine Hinweise auf andere gesundheitsschädliche Stoffe ergeben. Weitere Ermittlungen erfolgen durch das zuständige Polizeipräsidium.

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