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Torspektakel und eine verspätete Aufholjagd

Im Heimspiel gegen die Blue Devils Weiden liefern die Bietigheim Steelers ein Offensivfeuerwerk ab. Bei den Starbulls Rosenheim hat das Team aus dem Ellental aber
auf einmal Ladehemmungen und kommt erst zu spät in Fahrt.

  • Justin Büsing (rechts) von den Bietigheim Steelers hat gegen Calvin Pokorny von den Blue Devils Weiden alles im Griff. Foto: Baumann

    Justin Büsing (rechts) von den Bietigheim Steelers hat gegen Calvin Pokorny von den Blue Devils Weiden alles im Griff. Foto: Baumann

Eishockey. Einem fulminanten 7:3-Heimerfolg haben die Bietigheim Steelers in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 eine 3:5-Niederlage bei den Starbulls Rosenheim folgen lassen.

Gegen Weiden liefern die Steelers von Beginn an eine Vollgasveranstaltung

Zweites Heimspiel, zweiter Heimsieg. Nach dem 4:3 in der Verlängerung am vergangenen Sonntag haben die Bietigheim Steelers am Freitagabend die Blue Devils Weiden mit 7:3 und sich dabei offensiv von ihrer besten Seite gezeigt. „Es ist schön, dass die Pucks für uns heute reingegangen sind, wir die Führung hatten und die auch gehalten haben“, zeigt sich Coach Tim Kehler im Nachgang zufrieden mit der Leistung seiner Truppe.

Mit dem Toreschießen starteten die Steelers schon früh. Die eigentlichen Blitzstarter aus Weiden, die an den beiden ersten Spieltagen jeweils früh genetzt hatten, wurden nach fünf Minuten kalt erwischt. Jack Dugan spielte einen brillanten Pass quer durch die neutrale Zone auf Cole Fonstad, der mit Dampf bis in das gegnerische Drittel zog. Der Kanadier legte vor das Netz, wo David Cerny richtig stand und humorlos direkt ins lange Kreuzeck vollstreckte.

In der Folge war es ein Schussregen im Minutentakt. Arne Uplegger zwei Mal aus der Distanz (6. Minute) und Fonstad, der im Eins-gegen-Eins scheiterte (7.), verpassten das zweite Tor. Das kam dann durch den Schläger von Mai Crnkic. Dem Slowenen versprang zuvor noch der Puck. Steven Raabe passte aber auf, machte das Spielgerät noch einmal scharf und bediente erneut den Stürmer, der dieses Mal am kurzen Pfosten vorbei Patrik Mühlberger überwindet und sein erstes DEL 2-Tor erzielte – 2:0.

Der SCB war weiterhin griffiger, fuhr ein starkes Forechecking und gab den Gästen kaum Luft zu atmen. Erst als Benjamin Zientek mit einer kleinlichen Halten-Strafe in die Kühlbox musste, kamen die Blue Devils mal vor das Tor von Felix Noack und auch gleich zum Ausgleich. Die Oberpfälzer spielten es mit schnellen Pässen gut aus, zogen den Block der Hausherren auseinander und kamen durch Alex Voyer zum Anschlusstreffer (12.). Beeindrucken ließen sich die Schwaben aber nicht. Sofort waren sie wieder wach und ackerten auf jedem Zentimeter des Eises.

Zientek war es dann kurz vor der Drittelpause, der den alten Abstand wiederherstellte. Der Routinier, der seinen Try-Out-Vertrag bis zum Ende der Saison verlängert hat, schien mit Rückenwind zu spielen und profitierte erneut von einem guten Scheibengewinn im gegnerischen Abschnitt. Bastian Eckl scheiterte erst noch an Mühlberger, Zientek bekam den Abpraller und schloss kurz oben zum 3:1 ab.

Da der SCB mit rund 50-sekündiger Überzahl aus der Kabine kam, war der Druck auf den gegnerischen Kasten sofort wieder hoch, doch die Gastgeber konnten daraus trotz zweier guter Chancen kein Kapital schlagen. Aber wenn nicht im Powerplay, dann eben wieder in Gleichzahl: Mit Lois Spitzner war es der zweite Stürmer, dessen Try-Out-Vertragsverlängerung unter der Woche bekannt gegeben worden war, der das Tor machte. Der 29-Jährige fälschte einen Distanzschuss von Uplegger noch entscheidend ab.

Bietigheim bestraft jeden Fehler der Gäste umgehend

Und es kam noch dicker für die Gäste und deren rund 40 mitgereisten Fans. Denn nur 29 Sekunden danach klingelte es schon wieder. Die Steelers eroberten sich schnell das Hartgummi. Crnkic war ungedeckt im Angriffsdrittel, ließ einen EVW-Verteidiger mit einer Finte aussteigen und schweißte den Puck mit Vollgas unhaltbar in die Maschen zum 5:1 (25.).

Weiden, scheinbar bis dato noch in der Kabine, hatte sich in der Folge auch endlich entschieden, am Spiel teilzunehmen. Denn erst scheiterte Voyer noch an Noack. In der 28. Minute war der Kanadier dann aber aus dem Nichts frei durch und blieb vor dem Ex-Weidener im SCB-Netz cool. Ein Wirkungstreffer war das jedoch nicht. Bietigheim spielte weiter mutig nach vorne, lief die Gegenspieler früh an und erarbeitete sich das Spielgerät. Weiden hat vor der Pause Glück, dass die Ellentäler Chancenwucher betrieben. In Überzahl verpasste Cerny das leere Tor, Mike Fischer ebenso und auch Upleggers Distanzknaller wollte nicht ins Tor (37.). Selbst als die Blue Devils wieder komplett waren, spielte bis zur zweiten Drittelpause nur ein Team und das waren die Männer in den grünen Trikots.

So konnten sich die Oberpfälzer glücklich schätzen, dass es nur mit 2:5 aus deren Sicht in die Kabine ging. Auch ein drittes Powerplay blieb nach dem letzten Seitenwechsel ungenutzt. „Es ist hart, die Offensive zu kritisieren, wenn wir sieben Tore erzielen“, zeigte sich Kehler dennoch zufrieden. Erst im vierten Anlauf gelang es dann endlich mit einem Mann mehr auf dem Eis. Eckl bildete das Ende einer Passstafette und machte mit dem 6:2 endgültig den Deckel drauf (47.).

In der Schlussphase gibt sich Weiden auf und macht es Bietigheim leicht

Weiden ging nun vollends unter. Mathias Pape erzielte 22 Sekunden nach dem sechsten Streich sein erstes Profi-Tor. Die Scheibe rutschte an zwei Verteidigern und Mühlberger vorbei zum 7:2. Auf der Gegenseite zeichnete sich Noack noch aus, auch als die Partie bereits entschieden war. Sechseinhalb Minuten vor Schluss musste er dann aber noch einmal hinter sich greifen, ein verdeckter Abschluss wurde von Eden-Angelus Hofverberg an den kurzen Innenpfosten gesetzt und landete zum 3:7 in den Maschen.

Der Stimmung in der Ege-Trans-Arena schadete das aber nicht. Die 2783 Fans feuerten ihr Team weiter an und durften beinahe noch das achte Tor bejubeln, mussten sich aber mit dem 7:3 am Ende zufriedengeben, da Eckl seinen Doppelpack knapp im direkten Duell mit Mühlberger (56.) verpasste.

Die Aufholjagd der Steelers in Rosenheim kommt zu spät

Die ersten drei Liga-Spiele hatten die Starbulls gegen Ravensburg, Kassel und Landshut verloren und standen gegen die Ellentäler schon etwas unter Druck. Das Team von Jari Pasanen fing mit hohem Tempo an. Lewis Zerter-Gossage prüfte Felix Noack früh. Doch der konnte das Bein ausfahren und parieren. Die erste Unterzahl-Situation überstanden die Gäste noch. Doch als Mai Crnkic wegen Beinstellens zwei Minuten vom Eis musste, schlug der Puck zum ersten Mal im Bietigheimer Kasten ein.

Starbulls-Kapitän Ryan McKiernan besorgte mit einem kraftvollen One-Timer die 1:0-Führung (11.). Nur eine Minute später umkurvte Jordy Bellerive das Steelers-Tor und seine scharfe Hereingabe konnte Noack nur abprallen lassen. Scott Feser stand goldrichtig und verwertete den Rebound zum 2:0 für Rosenheim. Hatten die Steelers in den letzten beiden Partien noch aus allen Lagen aufs Tor geschossen, verzeichneten sie im ersten Drittel in Rosenheim nur fünf Schüsse. Jack Dugan konnte zwar auf 1:2 verkürzen (21.), doch danach trafen die Rosenheimer noch drei Mal.

Erst im Schlussdrittel rafften sich die Bietigheimer zur Aufholjagd auf. Die Tore von Lois Spitzner (53.) und Steven Raabe (57.) kamen allerdings zu spät und reichten nicht mehr. nb/ust

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