Im Vorfeld der Brandstiftung im Umspannwerk Reutlingen-West, der zu einem massiven Stromausfall führte, hat nach Informationen unserer Redaktion offenbar auch weitere Versuche gegeben, in Umspannwerke in der näheren und weiteren Umgebung von Reutlingen einzudringen. Konkret betroffen war demnach auch ein Umspannwerk bei Münsingen. Der Versuch scheiterte aber.
Der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte entsprechende Informationen unserer Redaktion. Aktuell würden Ermittlungen laufen, was den offenbar erfolglosen und abgebrochenen Versuch angeht, in das Umspannwerk bei Münsingen einzudringen. Derzeit würden unter anderem verschiedene Hinweise überprüft und dazu Ermittlungen unternommen.
Hinweise auf Beschädigungen an anderen Umspannwerken
Der Sprecher bestätigte in diesem Zusammenhang, dass es auch weitere Hinweise auf Beschädigungen an den Umgrenzungen ähnlicher Objekte in der Umgebung gab, die untersucht würden und bezüglich derer versucht werde, zeitliche Eingrenzungen vorzunehmen. Weitere Einzelheiten könnten dazu derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitgeteilt werden, so die für die Ermittlungen federführend zuständige Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart.
In Reutlingen hatten unbekannte Täter in der Nacht zum 8. Juni mit Brandbeschleuniger mehrere Brände in dem Umspannwerk in einem Gewerbegebiet gelegt und so einen großflächigen Stromausfall ausgelöst. Über viele Stunden waren tausende Haushalte ohne Strom, auch das örtliche Krankenhaus und zahlreiche Betriebe. Es kam zu einem Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und dem THW. Nach der Brandstiftung hatte das Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen und dafür eine Sonderkommission eingerichtet. Auch Videoaufnahmen rund um das Umspannwerk Reutlingen West würden ausgewertet.

