Eishockey. Den Empfang bei den Bietigheim Steelers hat sich Tim Bender sicherlich etwas anders vorgestellt. Denn beim Saisonopening am vergangenen Wochenende wurde der Neuzugang des Eishockey-Zweitligisten während des öffentlichen Trainings von Pressesprecher und Kommentator Patrick Jonza befragt, Bender antwortete, allerdings für die 900 Zuschauer in der Ege-Trans-Arena zu leise. Aus zahlreichen Kehlen riefen die Fans „Lauter“ in Richtung des Verteidigers. Bender nahm das mit Humor, witzelte im Nachgang, dass man im Ellental zur Begrüßung angeschrien werde. „Das war ganz witzig, ist mir auch noch nie passiert“, gestand er.
Am Freitag testen die Bietigheim Steelers gegen die Düsseldorfer EG
Inzwischen sind Bender und seine Mitspieler wieder voll auf dem Eis zu Gange, denn an diesem Freitag steht bereits das erste Vorbereitungsspiel auf dem Plan. Zuhause geht es gegen die Düsseldorfer EG (19.30 Uhr). „Wir waren gerade erst zum zweiten Mal gemeinsam auf dem Eis und in sechs Tagen ist es schon soweit, für das erste Spiel“, war Bender am vergangenen Samstag erstaunt. Inzwischen sind einige Tage vergangen und der erste Test steht unmittelbar vor der Tür: „Man freut sich mega darauf, aber es fühlt sich so weit weg an.“
In der Ege-Trans-Arena, die am Freitag sicherlich nicht nur mit 900 Zuschauern gefüllt sein wird, hofft der 31-Jährige, der von den Kassel Huskies an die Enz gewechselt ist, auf Fan-Support und dass ihn die SCB-Anhänger nicht wieder anschreien, sondern nach vorne peitschen. „Die Leute sind heiß, ich hoffe, dass es sich durch die Saison zieht und die Leute regelmäßig kommen.“ Aus seiner Zeit bei den Huskies kennt der gebürtige Mannheimer die Eishalle im Ellental bestens und weiß, wie laut sie werden kann. „Wir hatten letztes Jahr mit Kassel das erste Saisonspiel hier. Da war es schon ausverkauft und die Stimmung brutal. Dann waren wir auch noch in den Playoffs hier, es war jedes Mal eine geniale Stimmung. Es war geil hier zu spielen“, lobt er den Anhang der Grün-weiß-blauen. Dass es auch in dieser Saison laut werden wird, das zeichnet sich bereits ab. Denn mit beinahe 1250 verkauften Dauerkarten hat die Organisation den Rekord, der im Vorjahr erst aufgestellt wurde, sofort wieder gebrochen.
Nicht nur auf dem Eis begeistert Bender die Fans. Auch auf Social Media hat sich der Verteidiger inzwischen eine Community aufgebaut. Über 18 000 Follower auf Instagram und rund 4200 weitere auf Tiktok verfolgen Tag für Tag seine Videos, die er seit Jahresbeginn rund um das Eishockey veröffentlicht. Wichtig ist ihm dabei, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, schon in seiner Profil-Beschreibung steht: „Professioneller Dummschwätzer“.
Bender punktet neben dem Eis vor allem mit seinem Sinn für Humor
Wer dort also aufwendige Videoproduktionen und sturernsten Content erwartet, ist fehl am Platz. Bender macht klar, was dort auf jeden Fall nicht zu erwarten ist: „Es wird kein Tanz kommen, obwohl ich ein brutaler Tänzer bin.“ Stattdessen gibt es dort „nur Schwachsinn natürlich. Dass irgendetwas seriöses dabei rumkommt, kann man vergessen.“ Der Linksschütze mit einer großen Portion Humor will dem Online-Publikum schlicht ein paar Einblicke hinter die Kulissen geben und das auf humorvolle Art und Weise. „Ich glaube, dass ist interessant für Leute, die auf Eishockey und dummes Geschwätz stehen“, schmunzelt er.
Langweilig wird dem Kurpfälzer also nicht, denn neben dem Eishockey und den Videos hat Bender auch noch seine Familie um sich herum. Das alles unter einen Hut zu bekommen sei nicht allzu schwer, „aber manchmal ist für ein Video, das fünf Minuten dauert keine Zeit“, denn seine zwei Kinder und seine Frau stehen für ihn an erster Stelle. nb

