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Said El Mala: auf Overaths und Podolskis Spuren

Der Poker zwischen dem 1. FC Köln und dem BVB war das Thema des Transfersommers. An diesem Freitag gastiert der Jungstar beim VfB.

Stuttgart - Er trägt jetzt die 10. Und das beim 1. FC Köln. Wolfgang Overath und Lukas Podolski sind zwei seiner Vorgänger: Legenden, Ikonen, Weltmeister. Der eine 1974, der andere 2014. Said El Mala ist 20 Jahre alt und hat jetzt die legendäre Rückennummer beim FC. Er hat sie bekommen, weil er in der Domstadt geblieben ist.

Anfang Juni war El Malas Wechsel in die Premier League zum FC Brentford so gut wie durch, dann sagte der Offensivmann kurzfristig ab. Danach entwickelte sich der Poker, der die Schlagzeilen in Deutschlands Transfersommer bestimmen sollte: zwischen Köln und Borussia Dortmund. Beide Clubs wurden sich nicht einig. Dortmund hatte eine fixe Ablösesumme von 45 Millionen Euro geboten, Köln wollte mindestens 50. Der BVB stieg nach langem Hickhack aus, dann erkundigte sich Leipzig nach El Mala.

Am Ende aber verlängerte der Jungstar vorzeitig bis 2031 beim FC – und bekam im Zuge dessen die Nummer, die woanders längst nicht mehr die Bedeutung von einst hat. Also etwa wie in den Siebzigerjahren, als der Kölner Overath Weltmeister wurde. Damals war der Spielmacher oft der beste Mann im Kader. Der Zehner konnte kicken. Und wie. Heute gibt es polyvalente Zehner, falsche Neuner und abkippende Sechser, aber das ist ein anderes Thema.

In Köln ist und bleibt die 10 wichtig und Legende, wegen der Stadthelden Overath (ein echter Spielmacher mit filigranem linkem Fuß) und Podolski (kein Spielmacher, sondern ein Haudrauf mit linker Klebe). „Ich trage diese Nummer mit Stolz“, sagt der neue Zehner El Mala nun selbst: „Ich bin sehr glücklich, die hier bei Köln tragen zu dürfen – das ist etwas sehr Besonderes, und dafür arbeite ich jeden Tag hart und will den Fans das auch zeigen.“

Am Freitag gastiert El Mala mit Köln am zweiten Bundesliga-Spieltag beim VfB Stuttgart (20.30 Uhr). Er will dort wieder zeigen, was in ihm steckt. Im Training am Mittwoch fehlte er krankheitsbedingt – in Stuttgart will er wieder fit sein.

Beim 3:2 zum Auftakt gegen die TSG Hoffenheim brachte El Mala die Geißbock-Elf mit dem Tor zum 1:1 zurück in die Partie. Dabei zog er in bester El-Mala-Manier den Sprint an und schloss ins lange Eck ab – ein typisches Tor des Jungspunds und offenbar nicht zu verteidigen.

Der Offensivspieler zeigte einige Male seine inzwischen berühmten Sololäufe. Manchmal wäre da ein Pass auf den Mitspieler klüger gewesen, statt unbedingt selbst aufs Tor schießen zu wollen. Der Rohdiamant muss an manchen Stellen eben noch geschliffen werden.

Noch beeindruckender als sein Auftritt auf dem Platz muteten hinterher seine Aussagen an, als El Mala seine Seele öffnete und über den Transferpoker im Sommer sprach. „Ich weiß auch nicht ganz, wie ich das verkrafte“, sagte er: „Ich habe eine super Familie, die mich täglich dabei unterstützt, eine super Mannschaft, eine super Stadt, die mir dabei hilft, das zu verkraften. Es ist krass, wenn man sich jeden Tag neu im Internet sieht.“

Da sei schon viel Last auf dem Rücken, sagte El Mala weiter: „Ich bin gerade erst 20 geworden. Ich versuche, das schon gut beiseitezulegen, wenn ich im Spiel bin – aber das kommt natürlich nicht komplett weg. Ich versuche, meinen Kopf frei zu kriegen.“

Das ist nicht leicht, denn alles schaut in Köln auf El Mala. Der Personenkult hat immense Züge erreicht. Auch, weil das Offensivjuwel längst als kommender Nationalspieler gehandelt wird. Der neue Bundestrainer Jürgen Klopp soll angeblich mit El Mala planen. Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann hatte den Dribbler im November vergangenen Jahres zwar erstmals nominiert, zum Einsatz kam er allerdings nicht.

Im Kader für die WM 2026 hatte Nagelsmann für El Mala keinen Platz. Die Entscheidung, den Kölner selbst nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Lennart Karl (FC Bayern) nicht nachzunominieren, sorgte mitunter für Verwunderung. Stattdessen rückte Assan Ouedraogo (RB Leipzig) nach, der beim Turnier in Nordamerika jedoch keine Minute spielte.

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