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Russell bei Hitze-Spektakel in Spielberg vor Verstappen

Mercedes gewinnt in Österreich das siebte von acht Rennen der Formel-1-Saison. Der Brite George Russell nutzt seinen ersten Startplatz. Dahinter schenken sich zwei Ex-Weltmeister nichts.

  • Max Verstappen zeigte seine stärkste Vorstellung in dieser Saison.Foto: Sem Van Der Wal/ANP/dpa

    Max Verstappen zeigte seine stärkste Vorstellung in dieser Saison.Foto: Sem Van Der Wal/ANP/dpa

  • George Russell lag im Mercedes von Anfang an vorn.Foto: Darko Bandic/AP/dpa

    George Russell lag im Mercedes von Anfang an vorn.Foto: Darko Bandic/AP/dpa

Spielberg - In der Gluthitze von Spielberg hat sich George Russell mit seinem zweiten Saisonsieg im Formel-1-Titelkampf zurückgemeldet und die Dominanz von Mercedes untermauert. Der Brite machte beim Großen Preis von Österreich den siebten Triumph im achten Saisonlauf für das Werksteam perfekt. In Spielberg landete der fehlerlose Russell vor dem bis zum Ende tapfer kämpfenden Ex-Weltmeister Max Verstappen im Red Bull und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli im zweiten Silberpfeil.

In der Gesamtwertung behält der 19-jährige Italiener Antonelli die Führung und liegt nun 40 Punkte vor dem neun Jahre älteren Russell. Rekordweltmeister Lewis Hamilon verlor seinen zweiten Rang, weil er es in Spielberg nach starkem Start nur auf den fünften Platz schaffte. Erneut ohne Punkte blieb der einzige Deutsche. Nico Hülkenberg musste sich im Audi mit Platz zwölf begnügen.

Mehr als 50 Grad heißer Asphalt

Russell verteidigte seinen ersten Startplatz souverän und hielt die Konkurrenz auf Abstand. Die Pole hatte sich der 28-Jährige einen Tag zuvor nicht unumstritten gesichert und einen Unfall von Red-Bull-Star Verstappen genutzt. Während der viermalige Weltmeister von der Strecke flog, beendete Russell noch seine schnellste Runde. Die Situation wurde von den Rennkommissaren untersucht, Russell konnte aber kein Fehlverhalten nachgewiesen werden.

Hinter dem Mercedes-Fahrer ging dessen Ex-Teamkollege Hamilton auf die Verfolgung. Der 41-Jährige hatte vor zwei Wochen den ersten Sieg im Ferrari geschafft und zeigte sich in der Steiermark zu Beginn erneut stark. Dahinter folgten Verstappen und WM-Spitzenreiter Antonelli auf dem mehr als 50 Grad heißen Asphalt schnell mit einem kleinen Abstand.

Heißestes Formel-1-Rennen in Österreich jemals

Erbarmungslose Hitze mit Temperaturen von mehr als 34 Grad stellte die Rennställe und Fahrer vor große Herausforderungen. Schon Tage vor dem heißesten Rennen in der 63-jährigen Formel-1-Geschichte Österreichs hatte es vom Automobil-Weltverband Fia eine Hitzewarnung gegeben. Dadurch war für die Piloten auch der Einsatz von Kühlwesten erlaubt. 

Über 50 Grad Celsius wurde es in den Cockpits heiß - trotzdem verzichteten viele Fahrer auf den Einsatz der speziellen Kühlung, die mit Flüssigkeit in einem Schlauchsystem unter dem Rennanzug funktioniert. Einem Teil der Piloten zufolge sei das System für sie nicht ausgereift genug und bringt nur kurze Zeit Abkühlung, zudem würden sie zusätzliche Teile im sehr engen Cockpit stören.

Verstappen und Hamilton mit hartem Duell

Ausgestattet mit einigen technischen Verbesserungen an seinem Red Bull und unbeeindruckt vom Crash am Samstag attackierte Verstappen Hamilton. Rad an Rad fuhren die beiden Ex-Champions spektakulär über den welligen Kurs und schenkten sich keinen Zentimeter. Kurz darauf holte sich Hamilton frische Reifen, an der Spitze lag Russell derweil komfortabel vor Verstappen.

Das richtige Reifenmanagement war vor rund 100.000 Zuschauern auf dem Red-Bull-Ring entscheidend. Auch Verstappen kam schon nach 19 von 71 Runden an die Box, um neue Gummis aufziehen zu lassen. Für Mercedes, das die ersten sechs WM-Läufen für sich entschieden hatte, bedeutete das eine doppelte Führung, ehe auch Russell das erste Mal zum Reifenwechsel stoppte.

Verstappen übernimmt die Führung

Unter dem Jubel der Fans zog Verstappen wieder sehenswert an Hamilton vorbei und schob sich auf einen Podestplatz. Davor spulte Russell dank des überlegenen Mercedes-Motors die schnellsten Runden ab. Weil Carlos Sainz seinen defekten Williams unfreiwillig abstellen musste, sorgte eine virtuelle Safety-Car-Phase für kurze Entspannung. 

Danach klagte Antonelli über Probleme an den Bremen, Hamilton beschwerte sich über zu wenig Leistung und rutschte auf Rang sechs nach hinten. Ganz vorn stürmte Verstappen Runde für Runde immer näher an Russell heran und trieb ihn vor sich her. Der Brite bog zum nächsten Reifenwechsel an die Box an, Verstappen übernahm erstmals die Spitze, ehe er selbst 20 Runden vor Schluss ein zweites Mal frische Pneus bekam. Mit dem harten Reifen nahm er Russell zunächst Sekunden um Sekunde ab, kam aber nicht mehr vorbei.

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