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Mit Siebenmeilenstiefeln zurück

Drei Feldspieler-Talente hat Sebastian Hoeneß mit ins Trainingslager mitgenommen. Eines davon ist der A-Junior Ertugrul Yigit.

  • Ertugrul Yigit hat einen guten Eindruck im VfB-Trainingslager hinterlassen.Foto: Baumann

    Ertugrul Yigit hat einen guten Eindruck im VfB-Trainingslager hinterlassen.Foto: Baumann

Grassau/Stuttgart - Vor einem Monat war ein großer Tag für Ertugrul Yigit. Am 6. Juli 2026 hat der 17-Jährige seinen ersten Profivertrag unterschrieben. Bis Juni 2031 ist das Arbeitspapier nach Informationen unserer Redaktion datiert. Ein großer Vertrauensvorschuss für den Youngster, der 2022 aus der U 14 des SSV Ulm nach Bad Cannstatt zum VfB Stuttgart gewechselt ist. Seitdem spielt das aus Ehingen an der Donau stammende Mittelfeldtalent durchgehend in einer höheren Altersklasse mit.

Bereits in der vergangenen Saison trug „Ertu“ neben zehn Liga-Einsätzen auch in drei DFB-Pokalpartien seinen Teil zum DFB-Pokalsieg der U 19 bei. Außerdem darf sich das Talent aus dem Jahrgang 2009 deutscher Meister der B-Junioren nennen, vergangene Saison kam er noch in zwei Partien der U-17-Meistermannschaft zum Einsatz. Doch im vergangenen Herbst nahm ihm eine langwierige Muskelverletzung die Möglichkeit, seinen Lauf in Bad Cannstatt weiter auszubauen. Auch zu den bis dato 16 Einsätzen für die U 16 und U 17 des DFB mit dem Bundesadler auf der Brust kamen keine weiteren dazu. Gemeinsam mit Kenneth Eichhorn von Bayer 04 Leverkusen dominierte Yigit das deutsche Mittelfeld in seinem Jahrgang. Doch während Eichhorn bei Hertha BSC seinen Durchbruch schaffte und zu einer der prägenden Figuren in der zweiten Liga heranwuchs – mit 16 Jahren wohlgemerkt –, hieß die Realität für den VfB-Junior: fürs baldige Comeback in der Stuttgarter Reha-Welt schuften.

Vor wenigen Wochen stieg er schließlich wieder voll ins Mannschaftstraining ein – zunächst beim VfB II unter Nico Willig. Der Plan des Ausbilders damals war klar. Den Jungen stabil bekommen und an ein konstantes Leistungslevel nahe dem Maximum heranführen. Das gelang. Und zwar so gut, dass Yigit von Sebastian Hoeneß in den Profikader beordert wurde. Erst aus der Not heraus, schließlich fehlte Hoeneß zu Beginn der Profi-Vorbereitung eine ganze Reihe an Spielern. Doch der Mittelfeldspieler präsentierte sich schnell so ordentlich, dass er bleiben durfte. Auch den Sprung in den Trainingslager-Kader schaffte Yigit.

„Ertugrul hat als herausragender Spieler und besondere Persönlichkeit in unserem Nachwuchsleistungszentrum in den vergangenen Jahren eine fantastische Entwicklung genommen“, sagt VfB-Sportdirektor Christian Gentner. „Er verbindet große fußballerische Qualität mit einer bemerkenswerten Demut und einer hohen Bereitschaft, täglich an sich zu arbeiten. Wir trauen ihm zu, Schritt für Schritt den Weg in unsere Lizenzspielermannschaft zu gehen“, lautete Gentners Prognose anlässlich Yigits Vertragsunterzeichnung.

Auf diesem Weg hat das Talent aktuell Siebenmeilenstiefel an. Die anfänglichen Schwierigkeiten hinsichtlich Spieltempo, Entscheidungsfindung und Handlungsschnelligkeit sind von Einheit zu Einheit weniger geworden. Yigit findet sich erstaunlich schnell zurecht und immer häufiger schallen Rufe über den Platz, die das bestätigen: „Bravo, Ertu“, rufen die Kollegen, wenn dem Youngster eine gute Defensivaktion oder ein Treffer im Trainingsspiel gelungen ist.

Die Einheit am Mittwochnachmittag war nun vorerst die letzte für Yigit. Noch am Abend ging es für ihn und Yannik Spalt zurück nach Stuttgart. Das Ziel heißt U 21. Dort soll Yigit weiterhin adaptieren, gesund bleiben und dann erste Einsatzminuten im Profifußball sammeln. Schon am Wochenende dürfte es soweit sein – nach Informationen unserer Redaktion steht Yigit dann im Kader des VfB II beim Drittliga-Auftakt beim TSV Havelse. Trainer Nico Willig plant, dem Youngster den ersten Einsatz zu ermöglichen – als Lohn für die starken Leistungen der vergangenen Wochen.

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