Stuttgart - Nun also wird es wirklich ernst. Wird aus dem Traum Realität. Aus dem Ziel der Alltag. Die Frauen des VfB Stuttgart bereiten sich ab diesem Freitag auf die neue Fußballsaison vor. Die sie erstmals in der ersten Liga bestreiten werden. Das ist: Neuland. Zumindest für den Verein. Allerdings nicht für zahlreiche Spielerinnen.
Schon in den vergangenen Jahren mit den drei Aufstiegen in Folge haben die Verantwortlichen dem jeweiligen Kader nach und nach Bundesligaerfahrung zugeführt. In der nun abgelaufenen Sommerpause wurde das noch einmal intensiviert. „Wir haben“, sagt der Trainer Nico Schneck, „reichlich Bundesligaerfahrung dazubekommen.“ Und einige Talente. Weshalb der Coach mit Blick auf sein 30-köpfiges Aufgebot auch sagt: „Ich freue mich auf die Mischung und bin absolut zufrieden.“ Elf Spielerinnen sind neu im Kader der ersten Mannschaft beim VfB, elf bisherige sind nicht mehr dabei.
Als eine Art Königstransfer gilt dabei die Torhüterin Laura Giuliani, die vom italienischen Erstligisten AC Milan kommt, schon 106 Länderspiele bestritten und mehrere Titel gewonnen hat, aber auch Erfahrung in Deutschland vorweisen kann. Ihr erstes Interview hat die 33-Jährige beim clubeigenen TV-Sender auf Deutsch gegeben. Sie ist als Nummer eins im Tor eingeplant, soll aber auch bei der Entwicklung der Talente eine Führungsrolle übernehmen.
Auch viele der weiteren Neuen kennen das Level, auf dem sich die VfB-Frauen ab sofort bewegen. Sie kommen von Bayer Leverkusen, von Werder Bremen, vom FC Bayern, vom 1. FC Köln oder vom FC Sevilla. Alles Erstligisten. „Wir haben Spielerinnen gefunden, die nicht nur sportlich gut zum Verein passen und sich voll mit dem Club identifizieren“, sagt Nico Schneck, „sie sehen bei uns die Chance und das Potenzial.“
Nico Schneck ist die Bundesliga ebenso wenig fremd, er war vor seinem Engagement beim VfB Co-Trainer der Erstligafrauen des SC Freiburg. Aber: Auch auf ihn und sein Team kommt trotzdem viel Neues zu.
Der Coach selbst ist im Sommer mit seiner Familie nach Stuttgart gezogen. Dazu ziehen die VfB-Frauen an Heimspieltagen um. Vom Gelände des PSV Stuttgart ins Gazistadion auf der Waldau. Das gilt als sicher, auch wenn die entsprechenden Verträge mit der Stadt noch nicht unterschrieben sind.
