Sport

Imageschaden für die Blauen

Die Attacke auf einen Großaspacher Spieler schadet dem Image der Stuttgarter Kickers, ist durch nichts zu rechtfertigen und muss intern aufgearbeitet werden, findet Autor Jürgen Frey.

  • Während des WFV-Pokal-Spiels kletterten einzelne Kickers-Fans über den Zaun.Foto: Baumann

    Während des WFV-Pokal-Spiels kletterten einzelne Kickers-Fans über den Zaun.Foto: Baumann

“Kein Fußball ohne Herz.“ „Kein Verein ohne Familie.“ „Kein Spiel ohne Nähe.“ „Keine Kickers ohne Fans – ohne euch kein wir.“ Dies sind vier der offiziellen Leitsätze der Stuttgarter Kickers. Die Blauen wollen die sympathische Alternative sein zum Big Business jenseits des Neckars, zum Hochglanzprodukt Bundesliga. Maßstabsgerecht verkleinert wird dies trotz Regionalliga-Mittelmaß von Fans und Sponsoren auch angenommen und soll in zwei, drei Jahren auch wieder zur Rückkehr in die dritte Liga führen.

Da sind die Vorkommnisse, wie sie rund um das mit 1:4 verlorene WFV-Pokal-Endspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach passierten, ein Schlag ins Kontor. Dass einige Kickers-Fans nach einer provozierenden Geste eines Großaspacher Spielers Gegenstände aufs Feld warfen, über den Zaun kletterten und eine zehnminütige Spielunterbrechung erzwangen – schon das war inakzeptabel.

Dass aber derselbe Spieler lange nach Abpfiff auf dem Weg zum Parkplatz gemeinsam mit seinen Eltern attackiert und ausgeraubt wurde, überschreitet jede Grenze. Diese Gewalttat ist durch nichts zu rechtfertigen und darf sich niemals wiederholen.

Es war die Tat Einzelner – von wem genau, ermittelt die Polizei. Die Kickers haben zugesichert, die Ermittlungen zu unterstützen und den Vorfall intern mit ihrer aktiven Fanszene kritisch aufzuarbeiten. Das ist das absolute Minimum.

Am aktuellen Imageschaden für den Verein ändert es jedoch nichts.

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