Vaihingen (pv). Auch dieses Jahr gehören die Literarischen Lesewochen in beziehungsweise an der Peterskirche wieder fest zum Sommerprogramm unterm Kaltenstein. Vom 5. bis 16. August präsentiert das Lese-Team jeweils um 17 Uhr unter dem diesjährigen Motto „Wer wir sind“ Geschichten, die berühren, unterhalten und zum Nachdenken anregen.
Musikalische Begleitung für besondere Akzente
Auf dem Programm stehen Buchvorstellungen, humorvolle Erzählungen und persönliche Einblicke, die das facettenreiche Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Einige Veranstaltungen werden zudem musikalisch begleitet und setzen besondere kulturelle Akzente.
Auch die jüngsten Bücherfreunde kommen auf ihre Kosten: Die Kinderlesungen finden jeweils mittwochs am 5. und 12. August um 17 Uhr im Sandkasten des Vaihinger Strandlebens auf dem Marktplatz statt und laden zu spannenden Geschichten ein.
Auftakt mit einer Kinderlesung
Den Auftakt macht am heutigen Mittwoch (5. August) die erste Kinderlesung. Karin Schweizerhof liest aus „Ein Stier im Wohnzimmer“ von Kirsten Boie und Jutta Timm. Die Geschichte richtet sich an Kinder der Klassen 1 und 2 und erzählt von Lasse, dessen langweiliger Samstag eine unerwartete Wendung nimmt, als der gut gelaunte Stier Alfred aus seinem Gehege ausbüxt und für jede Menge Abenteuer sorgt.
In der Großstadt läuft nichts wie im Märchen
Eine Woche später, am Mittwoch (12. August) folgt die zweite Kinderlesung. Regina Ebbers-Booz stellt „Verliefen sich im Park“ von Ulrike Sterblich vor. Das Buch ist für Kinder der Klassen 3 und 4 geeignet und erzählt die Geschichte von Hans und Greta, die sich während einer Reise nach New York im Park verirren – und dabei erleben, dass in der Großstadt nichts so verläuft wie im Märchen.
Himmlische Botschaften
Die Erwachsenenlesungen beginnen am Donnerstag (6. August) mit „Die Glückslieferanten“ von Sanaka Hiiragi, gelesen von Wolfgang Schlecht und musikalisch begleitet von Thomas Knodel. Im Mittelpunkt steht die junge Nanahoshi, die für einen besonderen Himmellieferservice arbeitet und Botschaften von Menschen überbringt, die ihren Liebsten noch etwas Wichtiges mit auf den Weg geben möchten. Eine berührende Geschichte über Abschied, Hoffnung und die kleinen Wunder des Lebens.
Liebevoller Blick auf den Alltag
Am Freitag (7. August) liest Karin Schweizerhof aus „Marzahn mon Amour“ von Katja Oskamp. Die Autorin erzählt mit feinem Humor und großer Menschenkenntnis von ihrem Neuanfang als Fußpflegerin in Berlin-Marzahn. Dabei begegnet sie den unterschiedlichsten Menschen, deren Geschichten ebenso skurril wie bewegend sind und einen liebevollen Blick auf den Alltag werfen.
Moderne Empörungskultur aufs Korn genommen
Am Samstag (8. August) präsentiert Regina Ebbers-Booz „Das Gurkerl“ von Johanna Sebauer. Aus einem harmlosen Frühstücksmissgeschick entwickelt sich eine absurde Debatte mit weitreichenden Folgen. Mit scharfem Witz und viel Ironie nimmt der Roman die Mechanismen moderner Empörungskultur aufs Korn.
Den Abschluss des ersten Wochenendes bildet am Sonntag (9. August) „Wenn das Leben liefert“ von Tim Reinhold. Siegfried Jaschke liest humorvolle Kurzgeschichten aus dem Alltag, die mit pointierten Beobachtungen, Selbstironie und viel Wiedererkennungswert zum Schmunzeln einladen. Musikalisch begleitet wird der Abend von Nelly und Manfred Renz.
Eindrucksvolles Zeitzeugnis
Die zweite Lesewoche beginnt am Donnerstag, (13. August) mit „Fische im Trüben“ von Elli Unruh. Marie Schulze-Glökler und Eberhard Schulze lesen aus dem Roman, der die bewegte Geschichte der Mennoniten nachzeichnet – von ihrer Ansiedlung im Russischen Zarenreich über Verfolgung, Enteignung und Deportation bis hin zu einem Leben zwischen Flucht, Neuanfang und dem Erhalt ihrer Identität. Ein eindrucksvolles Zeitzeugnis über Heimat, Glauben und die Folgen politischer Umbrüche.
Zwischen Arbeit, Liebe und dem Wunsch nach Freiheit
Am Freitag (14. August) präsentiert Axel Rickelt „Montedidio“ von Erri de Luca. Vor der Kulisse Neapels erzählt der Roman die poetische Geschichte eines Jugendlichen zwischen Arbeit, erster Liebe und dem Wunsch nach Freiheit. Mit großer Sprachkraft verbindet Erri de Luca eine berührende Coming-of-Age-Geschichte mit einem Blick auf die europäische Geschichte.
Berlin der 1920er Jahre
Am Samstag (15. August) liest Karin Jöst aus „Du bist nicht so wie andre Mütter“ von Angelika Schrobsdorff. Einfühlsam und mit feinem Humor schildert die Autorin das außergewöhnliche Leben ihrer Mutter Else Kirschner – von einer unbeschwerten Jugend im Berlin der 1920er-Jahre bis zu Verfolgung, Flucht und Exil während der Zeit des Nationalsozialismus.
Die Sprache der Tiere
Den Abschluss der Literarischen Lesewochen bildet am Sonntag (16. August) „Sonst noch was!“ von Elke Heidenreich. Joachim Kathariner liest die warmherzige Geschichte eines Sommeraufenthalts auf dem Land, bei dem ein junges Mädchen nicht nur die Sprache der Tiere zu verstehen scheint, sondern auch das Leben aus einer neuen Perspektive kennenlernt. Musikalisch begleitet wird der Nachmittag von Markus Widmann.
Besondere Texte und Begegnungen
Die Literarischen Lesewochen bieten also auch in diesem Jahr ein vielseitiges Programm. Veranstaltet wird die Reihe von den ACK-Kirchen, die alle Literatur- und Kulturinteressierten herzlich einladen, gemeinsam besondere Texte und Begegnungen zu erleben.

