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Fabian Bredlow mit Licht und Schatten

Der Schlussmann des VfB Stuttgart steht gegen den FC Everton im Fokus. Vieles spricht dafür, dass er zu Saisonbeginn im Tor stehen wird.

  • Im Austausch: Fabian Bredlow (li.) und Abwehrspieler Ameen Al-DakhilFoto: Baumann

    Im Austausch: Fabian Bredlow (li.) und Abwehrspieler Ameen Al-DakhilFoto: Baumann

Stuttgart - Viele Augen waren auf Fabian Bredlow gerichtet, als der VfB Stuttgart im Rahmen der Saison-Eröffnung gegen den FC Everton (3:1) seine Form testete. Der 31-jährige Torwart ist nach dem Ausfall von Dennis Seimen (Sehnenriss im Oberschenkel) vorrübergehend zur Nummer eins zwischen den Pfosten aufgerückt, steht im Fokus, muss und will sich zeigen.

Gegen den englischen Erstligisten wechselten sich starke mit weniger guten Szenen ab. In der Anfangsphase schoss er im eigenen Strafraum einen Gegenspieler an (13.), was letztlich folgenlos blieb. In der Schlussphase verursachte Bredlow einen Foulelfmeter, als er Thierno Barry nach einem Steilpass zu Fall brachte (72.). „Die Elfmeter-Situation war unglücklich“, sagte Trainer Sebastian Hoeneß im Anschluss – verwies aber auch auf die Entstehung der Szene: Leonidas Stergiou dürfe den Gegenspieler hier nicht mehr in die Innenbahn lassen.

Davon abgesehen war der Trainer einverstanden mit Vorstellung seines Schlussmanns: „Über weite Strecken habe ich ihn sehr gut gesehen, souverän wie wir ihn kennen.“ Und auch Sportvorstand Fabian Wohlgemuth stärkte den Keeper: „Er war wieder stabil, hatte eine gute Ausstrahlung. Natürlich war die Situation beim Elfmeter unübersichtlich. Aber so etwas kann passieren. Dennoch war es insgesamt in den letzten Wochen und Spielen von ihm eine sehr gute Leistung.“

In einer Szene bewahrte Bredlow seine Mannschaft vor einem Gegentreffer, als er nach einem Volleyabschluss von Tyler Dibling abtauchte und zur Ecke klärte (35.). Ansonsten hatte der VfB-Torhüter nicht übermäßig viele Möglichkeiten zur Eigenwerbung. Everton kam zwar zu Chancen, oft wurden die Schüsse aber von Stuttgarter Feldspielern geblockt oder sie verfehlten das Stuttgarter Gehäuse.

Was das nun bedeutet für die Konstellation im Tor? Auf der einen Seite prüft der VfB weiter Optionen auf dem Transfermarkt, auf der anderen Seite spricht inzwischen vieles für Bredlow als Nummer eins in den ersten Saisonspielen. „Wir sind da im Austausch – aber unaufgeregt, weil wir mit Fabi einen haben, auf den wir uns verlassen können“, hatte Hoeneß zum Abschluss des Trainingslagers in Grassau gesagt. „Aktuell bin ich entspannt und eher bei dem Gedanken, dass wir mit den Jungs, die wir haben, in die Saison gehen.“

Das hat Gründe. Das Wechselfenster schließt bereits in drei Wochen – und die Verpflichtung eines Schlussmanns wird mit jedem weiteren Tag ein Stück unwahrscheinlicher. Zumal für die Stuttgarter nur ein ganz bestimmtes Profil in Frage kommt: ein Torwart, der sofort weiterhilft und zugleich bei der Rückkehr von Seimen wieder ins zweite Glied geht. Dieses Comeback des 20-Jährigen ist bislang für Oktober anvisiert, der Prozess läuft nach Plan. Das bestätigte Seimen am Samstag am Rande der Saisoneröffnung: „Der Blick geht nach vorne. Die Verletzung heilt so langsam. Ich bin im ständigen Austausch mit den Ärzten und Physios. Wir arbeiten hart daran, dass ich wieder schnell zurückkomme.“

Und auch der Sportchef ist zuversichtlich. „Er ist auf einem guten Genesungsweg“, sagt Wohlgemuth über Seimen, der damit bis zur ersten Länderspielpause der Saison sechs Pflichtspiele verpassen würde. Das Pokalspiel bei Hansa Rostock, vier Bundesliga-Partien und das erste Duell in der Ligaphase der Champions League. Derzeit deutet einiges darauf hin, dass Fabian Bredlow hier zwischen den Pfosten stehen wird.

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