EishockeySportaufmacher 1

Erster Sieg in der Fremde

Die Steelers gewinnen in Memmingen.

Eishockey. In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 haben die Bietigheim Steelers bei den ECDC Memmingen Indians mit 5:2 gewonnen und gegen die Düsseldorfer EG in der Verlängerung mit 5:6 verloren.

Gegen Düsseldorf gelingt den Steelers das wohl schnellste Tore der DEL-2-Historie

Einen schnelleren Jubelschrei wird es in der DEL 2 wohl nie wieder geben. Direkt nach dem Eröffnungsbully zwischen den Bietigheim Steelers und der Düsseldorfer EG am zehnten Spieltag brachten die Gäste die Scheibe zurück auf den eigenen Kasten. Mit dem Kopf wohl noch in der Kabine wollte DEG-Goalie Nico Pertuch den Puck zur Seite spielen, das Spielgerät sprang ihm aber vom Schläger und rein ins Netz zum 0:1. Ein Rekord in der zweithöchsten deutschen Eishockey-Liga, wie die DEL 2 bestätigt (zumindest seit 2013/2014) und womöglich sogar das schnellste Tor auf deutscher Profiebene aller Zeiten. Das lässt sich allerdings auf aufgrund von historischen Daten nicht genau belegen. Ein Weltrekord ist es sicherlich nicht, in der russischen Nachwuchsliga fiel 2016 ein Tor nach 3,05 Sekunden. Vorne mit dabei ist der Treffer aber allemal, der Nolan Ritchie zugeschrieben wurde. Der Kanadier berührte die Scheibe zwar nicht, stand aber am Bullypunkt.

Doppelt bitter für Pertuch, für den es der erste Einsatz im Trikot der Düsseldorfer war. Der 21 Jahre alte Schlussmann wirkte auch in der Folge nicht wirklich sicher. Ganz übel für den jungen Schlussmann wurde es Mitte des zweiten Drittels. Nach dem fünften Gegentor musste Pertuch für Niklas Lunemann weichen. „Natürlich muss man da versuchen, irgendwas zu machen. Mal geht es auf, mal nicht“, erklärt Gäste-Coach Harald Lange. Das zahlte sich aus. Nach dem 3:5-Rückstand drehten die Düsseldorfer das Spiel in der Overtime noch auf 6:5 und Lunemann blieb ohne Gegentor.

In einem ausgeglichenen Match geht es hin und her

Die Männer vom Rhein wirkten nach dem frühen Gegentor geschockt. Bietigheim schnürte sie hinten ein, kam aber nicht zum schnellen zweiten Tor. Stattdessen stabilisierte sich die DEG nach und nach, tauchte nun auch immer wieder vor SCB-Schlussmann Felix Noack auf und prüfte den 21-Jährigen. Bis zur 10. Minute war der auch noch sicher zur Stelle, in Unterzahl konnte der Keeper dann den Einschlag von Erik Bradfords Schuss aber auch nicht mehr verhindern. Drei Minuten vor der Drittelpause drehten die eiskalten Gäste die Partie. Corey Mackin fälschte einen harten Schuss von Goldhelm Carter Turnbull noch entscheidend ab und stellte auf 2:1. Die Führung hielt allerdings nur 26 Sekunden lang: Jack Dugan war die Endstation einer blitzsauberen Kombination von Cole Fonstad und David Cerny. So ging es mit 2:2 in die Kabine.

Durchgang zwei ging genauso weiter. Nach nur 36 Sekunden klingelte es wieder. Dieses Mal waren die Gäste die Blitzstarter, Mackin war auf und davon und brachte das Hartgummi zwischen kurzem Eck und Noack über die Linie. Die Gastgeber schien das aber kaum zu tangieren. Sie waren weiter hungrig und kamen zu guten Abschlüssen. Goldhelm Fonstad war es in der 31. Minute, der mit einem lauten Knall für lauten Jubel sorgte. In Überzahl schweißte der Kanadier den Puck mit Vollgas an die Unterkante der Latte zum 3:3.

Coach Kehler lobt die starke Reaktion auf den 2:3-Rückstand

Das Chaos fand aber noch lang kein Ende. Etwa zwei Minuten später überwand Tim Schüle mit einem sauberen Handgelenkschuss Pertuch in den Winkel zum 4:3 und stellte die Partie auf den Kopf. Und damit nicht genug: Wieder lagen keine 40 Sekunden zwischen zwei Toren. Hallensprecher Andreas „Pucki“ Lausch hatte noch nicht einmal den Torschützen des vierten Treffers durchsagen können. Dieses Mal fand ein Pass von Benjamin Zientek nach einem DEG-Scheibenverlust den komplett blanken Luca Franzese vor dem Netz. Der 20-Jährige blieb vor Pertuch cool und erzielte das erste DEL-2-Tor seiner Karriere – 5:3 (34.). „Nach dem 2:3 liebe ich unsere Antwort und die Offensive, die wir generieren“, lobte SCB-Coach Tim Kehler seine Schützlinge. Ein Düsseldorfer Doppelschlag brachte jedoch den Ausgleich, ehe Ville Järveläinen in der Verlängerung zum Sieg traf.

Ein Blitzstart bringt den ersten Auswärtssieg in Memmingen

Marek Racuk und Mathias Pape hatten gegen die Indians für eine ganz frühe 2:0-Führung gesorgt. Dass Memmingen durch Tore von Jamal Watson und Félix Brassard ausgleichen konnte, brachte die Steelers nicht aus der Fassung. Nolan Ritchie ließ einen Doppelpack folgen (38. und 45.), ehe Justin Büsing kurz vor Schluss für die Entscheidung sorgte. nb/dd

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