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Erfolgreicher Auftakt mit wichtigen Erkenntnissen

Die Stuttgarter Kickers bieten beste Unterhaltung und holen beim 4:2 gegen den SSV Ulm 1846 die ersten Punkte der Regionalligasaison.

  • Ausgelassener Jubel bei den Blauen nach dem Auftaktsieg.Foto: Baumann

    Ausgelassener Jubel bei den Blauen nach dem Auftaktsieg.Foto: Baumann

Stuttgart - Besser hätte der Regionalliga-Auftakt für die Stuttgarter Kickers nicht laufen können: Erstmals war das Stadion auf der Waldau nach 33 Jahren wieder bei einem Liga-Heimspiel ausverkauft. Und dann bekamen die 10.500 Zuschauer gegen den SSV Ulm 1846 auch noch ein Sechs-Tore-Spektakel geboten – und für die Fans der Blauen das Wichtigste: einen 4:2-Sieg. Zur Euphorie besteht kein Anlass, doch der Erfolg sorgt für Ruhe. Ohne den ersten Dreier überzubewerten – die Saisonpremiere brachte wichtige Erkenntnisse.

Intensität Die Art und Weise, wie die Kickers Fußball spielen wollen, wurde deutlich: Kein langweiliges Ballgeschiebe in die Breite, sondern mit der nötigen Aggressivität wird der Ball erobert, der Gegner zu Fehlern gezwungen, mutig, gradlinig und zielstrebig in die Spitze gespielt. Eine hohe Lauf- und Einsatzbereitschaft, der unbedingte Wille waren in jeder Aktion spürbar. Diese Mentalität wird in Degerloch besonders honoriert. Stimmt die Einstellung, werden auch mal Fehler verziehen. So hat es auch gegen Ulm nach Ballgewinnen in einigen Szenen noch an Präzision im Spiel nach vorne gemangelt. Daran gilt es zu arbeiten.

Torjäger Im letzten Drittel hat in der Vergangenheit oftmals die Durchschlagskraft gefehlt. Wie der 1,94 Meter lange Mittelstürmer Dejan Bozic mit seinem platzierten Kopfball zum 1:1 die Blauen wieder ins Spiel zurückbrachte, das zeugt von Qualität. Knipser-Qualität, die der 33-jährige Neuzugang vom Chemnitzer FC in den vergangenen Jahren in all seinen Stationen auf den Platz brachte.

Kader Trainer Holger Bachthaler hat einen breiten Kader zur Verfügung, den er gegen die Spatzen mit den richtigen Einwechslungen sinnvoll nutzte. David Stojak brachte viel frischen Wind in den Angriff, Ben-Luca Fisher stabilisierte das Mittelfeld-Zentrum, und die ebenfalls eingewechselten Maximilian Zaiser und der erst 16-jährige Leandro Mendes erzielten jeweils ein Tor.

Kreativität 20 Minuten lang taten sich die Kickers nach der Gelb-Roten Karte für Ulms Per Lockl in Überzahl schwer Lösungen zu kreieren und Torchancen herauszuspielen. Ein technisch starker, ideenreicher Unterschiedsspieler wie David Tomic hätte gegen einen tief stehenden Gegner, in den enger werdenden Räumen gut getan. Möglicherweise werden die Blauen vor Schließung des Transferfensters noch aktiv, um den Tomic-Abgang zu kompensieren. Ein solcher Spielertyp würde den Kader – neben einem weiteren Linksverteidiger – optimal abrunden.

Doch zunächst geht es am Dienstag (18 Uhr) in der dritten WFV-Pokal-Runde beim FC Rottenburg weiter. Die Partie beim Verbandsligisten wird nach dem Spektakel gegen Ulm zu einer Bewährungsprobe der besonderen Art.

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