EishockeySportaufmacher 1

Ein Sieg und eine Niederlage zum Auftakt

Die Bietigheim Steelers haben das erste Match in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 bei den Eisbären Regensburg verloren, weil die Chancenverwertung mangelhaft
war. Wesentlich besser verlief das Heimspiel gegen die Lausitzer Füchse.

  • Jack Dugan (links) gelang für die Bietigheim Steelers gegen die Lausitzer Füchse der Siegtreffer in der Overtime. Foto: Baumann

    Jack Dugan (links) gelang für die Bietigheim Steelers gegen die Lausitzer Füchse der Siegtreffer in der Overtime. Foto: Baumann

Eishockey. In der Saison 2017/2018 war es den Bietigheim Steelers letztmals gelungen, einen Auftaktsieg in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 einzufahren. Zweimal Bad Nauheim, einmal Kassel und einmal Krefeld schlugen die Ellentäler seitdem am ersten Spieltag. Auch in der neuen Spielzeit hat es nicht mit einem Erfolgserlebnis zum Start geklappt. Gegen die Eisbären Regensburg verloren die Schwaben im Duell der beiden Vorjahres-Halbfinalisten mit 1:4. Immerhin gab es im Heimspiel am Sonntag gegen die Lausitzer Füchse dann Grund zum Jubeln.

Gegen Regensburg legen beide Teams eine muntere Anfangsphase aufs Eis

Beim Auftakt an der Donau fehlten dem SCB vier Akteure. Nolan Ritchie saß als fünfter Kontingentspieler auf der Tribüne, sollte laut Coach Tim Kehler aber am Sonntag beim Heimspiel gegen Weißwasser auflaufen. Luca Franzese half parallel beim Förderlizenz-Partner in Heilbronn aus und auch Mick Hochreither und Dean Döge waren nicht mit dabei.

Mit Felix Noack zwischen den Pfosten begann der SCB, im Sturm hatte sich bereits in der Vorbereitung die aus David Cerny, Cole Fonstad und Jack Dugan bestehende Konti-Reihe herauskristallisiert. In der Verteidigung starteten Tim Bender und Steven Raabe.

Fonstad und Cerny hatten nach nur 15 Sekunden gleich die erste Chance, als Letzterer den Schuss des Stürmerkollegen noch gefährlich abfälschte. Oskar Autio im Tor der Eisbären war aber sicher zur Stelle und das auch wenig später gegen Marek Racuk. Generell zeigte sich schon vom Eröffnungsbully weg ein munteres Spiel, beide Teams hatten Lust auf Offensivdrang und gingen mit viel Dampf in Richtung des gegnerischen Netzes.

Bietigheim verpasst es im zweiten Drittel die Führung auszubauen

Nur die Tore fehlten noch im ersten Abschnitt. Autio und Noack waren im Regelfall sicher zwischen den Pfosten. Der Regensburger wackelte dagegen im ersten Abschnitt, als er bei einem langen Pass aus seinem Kasten kam, um ihn abzufangen. Racuk war schnell genug, um den Goalie zu umkurven, bekam den Puck aber nicht kontrolliert. So trudelte das Hartgummi am Pfosten vorbei. Der SCB überstand in der Folge die erste Unterzahl, ging aber selbst mit einem Powerplay in das zweite Drittel, nachdem der Ex-Steelers Guillaume Naud eine Strafe wegen Behinderung bekommen hatte. „Wir müssen mehr Scheiben auf das Tor bekommen“, machte Bastian Eckl in der Drittelpause klar und das gelang dem SCB auch direkt. Noch in der eigenen Überzahl schoss Dugan aus spitzem Winkel auf das Netz. Die Scheibe konnte Autio nicht festhalten. So kam sie über Umwege zu Cerny, der aus kürzester Distanz unter den Querbalken einschob (21. Minute). Die Gäste machten in der Folge weiter Druck. Tim Schüle scheiterte nach cleverem Rückpass von Dugan am starken Autio (25.). Dann fiel der Ausgleich. Dieses Mal waren die Regensburger mit einem Mann mehr auf dem Eis. Cerny saß nach einem Haken auf der Strafbank. In diesem Powerplay bediente Cody Haiskanen Cory Trivino im Slot, der am zweiten Pfosten sträflich allein gelassen wurde und unbedrängt an Noack vorbei das 1:1 erzielte (27.). Das Tor schockierte die Steelers jedoch nicht. Sie spielten weiter umtriebig nach vorne, scheiterten aber immer wieder spätestens an Autio. Die letzte Genauigkeit und der letzte Drang fehlten den Ellentälern noch.

In der Folge wurde die Partie ruppiger. Erst prallten Alexander Preibisch und Autio zusammen, was zu einem kleinen Handgemenge führte. Dann wurde Anthony Greco unglücklich vom auf dem Eis rutschenden Arne Uplegger in die Bande geschickt. Mitten in diese Phase herein war es dann die pure Klasse von Verteidiger Nick Mähler, der die gesamte SCB-Hintermannschaft alt aussehen ließ. Noch am eigenen Tor bekam er die Scheibe, nahm Fahrt auf, ließ erst Kapitän Preibisch stehen wie eine Fahnenstange und verlud dann auch noch Noack mit einer cleveren Finte (37.). Das Momentum nahm der EVR auch mit in den Schlussabschnitt, war von Anfang an wacher und erhöhte durch den früheren Steelers-Stürmer Hauner nach 44 Minuten auf 3:1. Der 34-Jährige, der von 2017 bis 2022 das SCB-Trikot getragen hatte, bekam zentral einige Meter vor dem Kasten das Spielgerät und versenkte mit einem satten Schuss aus der Drehung direkt neben den Pfosten.

Trivino trifft zur Entscheidung ins verwaiste Bietigheimer Gehäuse

Regensburg profitierte in dieser Phase auch von mehreren Strafen der Schwaben, die dadurch zu selten zu guten Gelegenheiten kamen. Wenn denn doch mal ein Mann im weißen Trikot in eine gefährliche Position kam, war entweder ein Verteidiger zur Stelle, so wie Mathias Binder (49.) oder eben Autio (50.), die beide gegen Dugan die Oberhand behielten. Aufgrund dieser fehlenden Kaltschnäuzigkeit und der immer häufiger werdenden Scheibenverluste durften sich die Gäste bei Noack bedanken, dass der Rückstand nicht noch höher ausfiel. Fünf Minuten vor Schluss parierte er brillant gegen Corey Trivino und Donat Peter und verhinderte Schlimmeres. Auch mit Noack vom Eis gelang es den Ellentälern in den letzten zwei Minuten des Spiels nicht, den Anschlusstreffer zu erzielen. Stattdessen machte Trivino 16 Sekunden vor der Schlusssirene den Deckel drauf und traf aus dem eigenen Drittel zum 4:1 ins verwaiste Netz. „Wir müssen unsere Torchancen nutzen“, resümierte SCB-Stürmer Justin Büsing nach der Partie nüchtern.

Jack Dugan avanciert gegen die Lausitzer Füchse zum Matchwinner

Wesentlich besser klappte es mit der Chancenverwertung am Sonntag beim 4:3-Heimsieg nach Verlängerung gegen die Lausitzer Füchse. Marek Racuk (11.) und Steven Raabe (15.) hatten schon früh in der Ege-Trans-Arena für Jubel gesorgt. Doch auch die Gäste suchten immer wieder den Weg nach vorne und kamen durch Jacob Schmidt-Svejstrup (18.) und David Rundqvist (27.) zum Ausgleich. Die erneute Steelers-Führung von Cole Fonstad (49.) egalisierte Bryan Lemos Sekunden vor dem Ende (60.). Den Siegtreffer in der Overtime erzielte schließlich Jack Dugan (64.). nb/dd

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