EishockeySportaufmacher 1

Ein Sieg, eine Niederlage und eine Verletzung

Gegen Bad Nauheim können die Bietigheim Steelers zwar gewinnen, verlieren dafür aber Arne Uplegger.

  • David Cerny (Mitte) von den Bietigheim Steelers jagt Marius Erk vom EC Bad Nauheim. Foto: Baumann

    David Cerny (Mitte) von den Bietigheim Steelers jagt Marius Erk vom EC Bad Nauheim. Foto: Baumann

Eishockey. Das Wochenende in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 hat den Bietigheim Steelers einen Sieg und eine Niederlage gebracht.

Über weite Strecken wirken Bietigheim und Bad Nauheim wie eingeschlafen

Fast 40 Minuten lang wirkte die Partie zwischen den Bietigheim Steelers und dem EC Bad Nauheim am Freitagabend wie ein Testspiel. Doch nach der zweiten Drittelpause wachte das Spielgeschehen endlich auf und bot den 3571 Zuschauern in der Ege-Trans-Arena noch einmal ansehnliches Eishockey. „Ich würde gerne sagen, es war brillantes Coaching“, sagte Trainer Tim Kehler schmunzelnd nach der Partie, gestand aber: „Bad Nauheim verdient großen Respekt für ihren Start. Ich glaube nicht, dass wir schlecht gespielt haben, aber es hat gedauert, bis wir im Flow waren.“ Das konnte ihm aber am Ende egal sein, denn sein Team gewann am Ende mit 4:2.

Der SCB wurde schon früh kalt erwischt. In der vierten Minute pennten die Steelers nach einem Bully vor dem eigenen Tor. Durch einen eigenen Fehler kam die Scheibe zu Leon Bußmann, der einen schnellen Doppelpass mit Julian Kornelli spielte und dann direkt ins kurze Eck abzog. Felix Noack, der erneut im Bietigheimer Netz stand, konnte die Seite nicht schnell genug zumachen und musste das 0:1 passieren lassen. Es war der zweite Torschuss der Gäste.

In der Folge war Bietigheim dann aber auch in der Partie angekommen. Jack Dugans erster Abschluss landete in der Fanghand von ECN-Keeper Gerald Kuhn. Der Kanadier hatte auch beim Ausgleich wenig später seinen Schläger im Spiel. Einen guten Diagonalpass brachte er auf David Cerny, der auf der linken Außenbahn drei Nauheimer stehen ließ, die Scheibe ins Zentrum brachte und damit den einlaufenden Cole Fonstad bediente. Der Goldhelm war vor dem Netz eiskalt und ließ Kuhn keine Chance (9. Minute).

Bietigheim war nun am Drücker und versuchte direkt nachzulegen. Tim Schüle und Bastian Eckl scheiterten in kurzer Zeit am Goalie der Gäste. Da der SCB das Momentum nicht nutzen konnte, ebbte die Action etwas ab. Das Spiel auf beiden Seiten wurde fahrig, es wirkte phasenweise wie eine Partie aus der Vorbereitung. Die Pässe kamen zu unsauber, Checks wurden nicht immer voll zu Ende gefahren und die Scheibe wechselte gefühlt im Sekundentakt den Besitzer.

Die Steelers können nach langer Zeit mal wieder ein Powerplay nutzen

Durch solch einen Scheibenverlust stachen die Männer von der Wetterau dann drei Minuten vor der Drittelpause zu: Einen Rückpass konnte Arne Uplegger nicht erreichen. Stattdessen war es Stephen Harper, der sich auf den Weg machte. Der am Donnerstag erst nachverpflichtete Kanadier bekam keinen Druck, fasste sich ein Herz und nagelte den Puck ansatzlos ins lange obere Eck. Der SCB hatte aber noch unmittelbar vor der Pause die Chance auf die schnelle Antwort, nachdem Marek Racuk von einem Wechsel gekommen war, von allen aus den Augen gelassen wurde und dann aber zu nah vor Kuhn die Hereingabe serviert bekam.

Trotz der Pausenführung wirkten die Hessen nicht unbedingt sattelfest, erlaubten sich immer wieder leichte Fehlpässe, die allerdings von den Gastgebern unbestraft blieben. So zeigte sich weiterhin das gleiche Bild. Schwache Zuspiele, unabgestimmte Laufwege und eine zähe Partie. Auch die ersten beiden Powerplays der Ellentäler versandeten.

77 Sekunden vor der zweiten Drittelpause haute Uplegger zum wiederholten Male das Spielgerät in Richtung ECN-Tor. Davor stand Nolan Ritchie und fälschte die Scheibe noch entscheidend zwischen Kuhn und Pfosten hindurch zum 2:2 ab. Anders als die Roten Teufel konnten die Steelers dieses Momentum des Treffers aber mit in den Schlussabschnitt nehmen und trafen erstmals nach 13 unerfolgreichen Powerplays am Stück wieder in Überzahl. Nach dem Stockschlag von Harper war Fonstad nur 18 Sekunden nach der Strafe der Nutznießer und netzte zur ersten Bietigheimer Führung (45.). Die Teams schienen in der Kabine nun endlich auch das Gaspedal gefunden zu haben. Beide Seiten schalteten einen Gang hoch, waren aggressiver und zeigten nun deutlich bessere Offensivbemühungen. Denn auch die Hessen konnten sich nicht mehr nur auf das Verteidigen konzentrieren.

Arne Uplegger verliert nach einem Treffer im Gesicht einige Zähne

Ein Schuss der Bad Nauheimer rund zehn Minuten vor Schluss sorgte dann aber für einen kurzen Schreckmoment, denn das Hartgummi traf Arne Uplegger im Gesicht, der dadurch ein paar Zähne verlor. „Das ist eine heftige Verletzung, er ist schon mit unserem Zahnarzt, um es auszuchecken“, sagte Kehler im Nachgang. Nach der Verletzung des Verteidigers war es eine offene Begegnung. Bad Nauheim drückte nun auf den Ausgleich, blieb aber spätestens an Noack hängen. Auf der Gegenseite kam der SCB immer wieder zu guten Konterchancen, ließ sie aber gegen Kuhn liegen.

Die Gäste nahmen den Goalie vom Eis als letzte Maßnahme, um den Ausgleich zu erzwingen. Mike Fischer verpasste 100 Sekunden vor dem Schluss noch das leere Tor, 30 Sekunden später machte es Dugan dann besser und erzielte nach einem Scheibengewinn im gegnerischen Abschnitt das 4:2.

In Crimmitschau setzt es für die Ellentäler eine deutliche 2:5-Pleite

In typischer Steelers-Manier setzten die Gäste auf ein frühes Forechecking, das den Eispiraten zunächst Probleme bereitete. Als eine von der Bande zurückspringende Scheibe bei Matthias Pape landete, fackelte der Bietigheimer Verteidiger nicht lange und zog direkt ab. Sein Schuss aus dem Halbfeld überraschte Crimmitschaus Keeper Kevin Reich offenbar und sauste durch alle hindurch ins linke, obere Eck zum frühen 1:0 (4.). Die Ellentäler blieben weiter mit dem Fuß auf dem Gaspedal und hätten kurz darauf fast das zweite Tor nachlegen können. Eine Strafzeit gegen Steelers-Verteidiger Tim Bender sorgte dann für den Wendepunkt. Mit einer wunderschönen Kombination hebelte Crimmitschau nach nur 12 Sekunden in Überzahl die Bietigheimer Abwehr aus. Jarno Kärki traf zum Ausgleich (17.) und Sebastian Streu Sekunden später zur Führung (18.). In Unterzahl behauptete Louis Brune die Scheibe gegen Dugan und feuerte einen Schuss aufs kurze Eck des Bietigheimer Kastens ab, der über Salmiks Fanghand zum überraschenden 3:1 einschlug (34.). Kärki netzte zum 4:1 ein (43.) ein, ehe Cole Fonstad für den Anschluss sorgte (44.). Doch eine Aufholjagd sollte nicht folgen. Denn nachdem Salmik die Scheibe in seinem Torraum nicht kontrollieren konnte und das Spielgerät frei vor seinem rechten Schoner liegen blieb, stocherte Logan Will den Puck über die Torlinie zum 5:2 für Crimmitschau (45.). nb/ust

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