Sport

Ein Riese auf dem NBA-Thron - in Ludwigsburg ist die Freude groß

Ariel Hukporti ist der dritte deutsche Basketballer, der sich NBA-Champion nennen darf. Gehörigen Anteil daran haben die MHP Riesen Ludwigsburg.

  • Ariel Hukporti (re.) hat mit den New York Knicks den NBA-Titel gewonnen. Als Jugendlicher spielte er bei den MHP Riesen Ludwigsburg.Foto: IMAGO/EPA

    Ariel Hukporti (re.) hat mit den New York Knicks den NBA-Titel gewonnen. Als Jugendlicher spielte er bei den MHP Riesen Ludwigsburg.Foto: IMAGO/EPA

Die Finalspiele um den Titel in der nordamerikanischen NBA sind auch rund um die MHP Riesen Ludwigsburg stets eine bedeutende Sache. Ist ja auch logisch. Es geht um Basketball. Es ist die beste Liga der Welt. Es ist das absolute Top-Niveau. Da schaut man schon mal hin – wenn auch nicht zwingend von der ersten bis zur letzten Minute. So war das bislang auch bei Alexander Reil.

Der Chef von Ludwigsburgs Bundesliga-Basketballern bezeichnet sich selbst zwar als „nicht so großen NBA-Fan“. Aber schon sein Jobprofil erfordert Interesse. Und in diesem Jahr war sowieso alles ganz anders. „Wenn jemand dabei ist, der in unserem Jugendprogramm seine Entwicklung durchgemacht hat, entsteht natürlich eine ganz andere Identifikation“, sagt Reil – und darf seit Sonntag behaupten, dass in Ludwigsburg ein späterer NBA-Champion herangereift ist.

„Wir haben mitgefiebert, mitgelitten und mitgefeiert“, hat der Club aus der Barockstadt in den Sozialen Medien geschrieben – als klar war, dass die New York Knicks zum ersten Mal seit 53 Jahren den Titel gewonnen haben. Und: „Was ein geiler Typ! Der größte Ludwigsburger!“ Gemeint war: Ariel Hukporti. Der seit Sonntagabend nach Dirk Nowitzki und Isaiah Hartenstein der dritte Deutsche ist, der im NBA-Finale triumphiert hat.

Nowitzki, Hartenstein, Hukporti – sie alle messen 2,13 Meter. Kein Wunder also, dass Alexander Reil vor allem daran denkt, wenn er sich an die Ankunft des damaligen Teenagers in Ludwigsburg erinnert. „Er war groß“, sagt der Clubchef lächelnd, „und trotzdem war er noch ein Kind.“ Das sich im Laufe der Jahre zu einer „echten Persönlichkeit“ entwickelt hat.

Als 14-Jähriger kam das Talent, das in Stralsund geboren wurde, in Ludwigsburg an. Lebte hier zunächst gemeinsam mit seiner Mutter und durchlief die basketballerische Ausbildung in der Akademie der Riesen. „Wir haben hier eine sehr familiäre Atmosphäre“, sagt Reil zu den Vorzügen des Standorts in Ludwigsburg, „es gibt viele Menschen bei uns, die sich damals um ihn gekümmert und ihn an die Hand genommen haben. Nicht nur in der Basketballhalle.“ So reifte Ariel Hukporti vom Toptalent zum Jungprofi, der im Januar 2019 erstmals in der Bundesliga auflief.

Mitte 2020 verließ der Center die Riesen, ging nach Litauen, nach Australien – kam 2024 aber noch einmal kurz zurück in den deutschen Südwesten. „Das war schon eine Art Dankeschön an uns“, ist sich Alexander Reil sicher. Danach begann die NBA-Karriere des heute 24-Jährigen, die er nun bereits krönte. Mit dem Titel, der auch auf die Nachwuchsarbeit in Ludwigsburg abstrahlen soll. „Davon“, sagt Clubchef Reil, „profitiert man immer.“ Schließlich würden andere Talente genau hinschauen, wo die Stars der Szene ihre ersten Schritte gegangen sind.

Und da Alexander Reil auch Präsident der Basketball-Bundesliga (BBL) ist, setzt er auch bundesweit auf einen weiteren Effekt. „Einerseits wäre es mir natürlich am liebsten, solche Spieler würden in der BBL bleiben“, sagt er, „auf der anderen Seite bestätigt der Erfolg von Ariel Hukporti unseren Weg.“ Vor rund 15 Jahren habe man in der BBL beschlossen, die Nachwuchsarbeit deutlich auszubauen. Mittlerweile hat das Auswirkungen.

Der WM-Titel der Nationalmannschaft, der EM-Titel, die teils bedeutenden Rollen der Deutschen in der NBA. Und nun: der Erfolg von Ariel Hukporti. Den man in Ludwigsburg besonders gefeiert hat. In den Sozialen Medien unter anderem mit dem Schlachtruf: „Huk-, Huk-, Hukporti“

Datenschutz-Einstellungen