Ludwigsburg (lsw/red). Eigentlich sollen sie Menschen helfen und retten. Nun allerdings sitzt eine angehende Notfallsanitäterin selbst in Untersuchungshaft – wegen versuchten Mordes an ihren eigenen Kollegen. Nach Informationen unserer Zeitung soll sich das Ganze in der Wache des DRK in Vaihingen zugetragen haben.
Wie Staatsanwaltschaft Heilbronn und Polizeipräsidium Ludwigsburg am Donnerstag mitteilen, befindet sich die Frau seit einer Woche in Untersuchungshaft. Sie wird des vierfachen versuchten Mordes verdächtigt. Wie die Behörden weiter mitteilen, war die Verdächtige als Auszubildende zur Notfallsanitäterin an einer Wache eines Rettungsdienstes im Landkreis Ludwigsburg beschäftigt. Dabei handelte sich um das Deutsche Rote Kreuz.
Zwischen Oktober 2023 und April 2024 soll sie in vier Fällen während des Dienstes die Getränke von drei Kollegen mit einem verschreibungspflichtigen Medikament versetzt haben. „Dies führte dazu, dass die drei zwischenzeitlich 53, 29 und 25 Jahre alten Männer erhebliche gesundheitliche Beschwerden erlitten, die zumindest potenziell, in einem Fall sogar konkret lebensbedrohlich waren. In drei Fällen war eine Behandlung im Krankenhaus notwendig“, teilen Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium mit.
Umfangreiche Ermittlungen hätten zu der jungen Frau geführt, so die Behörden. Weitere Details nennt eine Polizeisprecherin nicht. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauerten noch an. Das Motiv sei derzeit noch unklar.
Der DRK-Kreisverband Ludwigsburg bedauere, dass sich nunmehr der Verdacht erhärtet habe, dass eine ehemalige Angestellte des Kreisverbandes mutmaßlich schwere Straftaten zulasten ihrer Kollegen begangen habe, teilt das DRK am Freitagnachmittag mit. Der Kreisverband schildert die Vorkommnisse folgendermaßen: „Im April 2024 musste ein Mitarbeiter einer Rettungswache aufgrund von neurologischen Ausfällen während des Dienstes in die Notaufnahme eines Krankenhauses eingeliefert werden, wo er bewusstlos wurde.“
„Im April 2024 musste ein Mitarbeiter einer Rettungswache aufgrund von neurologischen Ausfällen während des Dienstes in die Notaufnahme eines Krankenhauses eingeliefert werden, wo er bewusstlos wurde.“
DRK-Kreisverband Ludwigsburg
Am darauffolgenden Tag habe die Rettungsdienstleitung die Meldung erhalten, dass die Polizei einen Anfangsverdacht gegen eine Mitarbeiterin hegen würde, dass diese möglicherweise ihren Kollegen Medikamente in Nahrungsmittel gemischt hätte. „Die betreffende Mitarbeiterin wurde dann während des Dienstes auch vorläufig festgenommen.“ Der DRK-Kreisverband habe sie dann unverzüglich vom Dienst freigestellt und ihr in sämtlichen Liegenschaften des DRK-Kreisverbandes Ludwigsburg Hausverbot erteilt.
Als sich der Anfangsverdacht im September 2024 durch das Hinzukommen weiterer Indizien verdichtet habe, sei das mit der Mitarbeiterin bestehende Ausbildungsverhältnis vom Kreisverband außerordentlich, fristlos gekündigt worden. „Ein daraufhin von der vormaligen Mitarbeiterin angestrengtes arbeitsgerichtliches Verfahren endete mit einem Vergleich, der die Beendigung des Arbeitsverhältnisses bestätigte.“
Der Ludwigsburger Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes habe in dieser Angelegenheit von Anfang an, vor allem zum Schutz seiner Mitarbeiter, sowohl mit den Ermittlern der Polizei als auch mit der Heilbronner Staatsanwaltschaft in vollem Umfang kooperiert.

