Eishockey. Alles ist angerichtet für die neue Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 mit den Bietigheim Steelers. Am Freitag um 20 Uhr startet das rundum erneuerte Team mit dem Auswärtsspiel in Regensburg, am Sonntag steht dann das erste Heimspiel in der Ege-Trans-Arena an (um 17 Uhr gegen Weißwasser).
Im Vergleich zur Vorsaison hat sich die Mannschaft deutlich verändert
Nicht nur 14 neue Akteure stehen dann auf dem Eis für den SCB, es wird auch ein neuer Mann hinter der Seitenlinie stehen. Tim Kehler, zuvor Assistenztrainer bei den Schwenninger Wild Wings, ist der Nachfolger von Alexander Dück und verspricht den Steelers-Fans: „Wir werden mit viel Tempo und sehr energetisch spielen. Wenn wir den Puck nicht haben, wollen wir den Gegner unter Druck setzen und ihn zurückgewinnen – in allen Bereichen des Eises“, und ergänzt: „Wir haben durch und durch viel Talent und wollen die Spieler kreativ sein und ihr Können zeigen lassen.“ Das hat allerdings seinen Preis: „Wir werden Fehler machen“, sagt Kehler klar. Das sollen aggressive Fehler sein, im Versuch, Chancen zu kreieren und Scheibenverluste zu provozieren. Dennoch sei der SCB in dieser Saison „unterhaltsam anzusehen. Ich denke, die Fans werden Spaß haben unsere Spiele zu schauen.“
Benjamin Zientek überzeugt nach seiner Rückkehr auf ganzer Linie
Um diese Skills auszunutzen, hat Kehler einen jungen und hungrigen Kader um sich herum, der vereinzelt von Routiniers gestützt wird.
So etwa von Benjamin Zientek, der dem Coach nach seiner Kreuzbandriss-Rückkehr prompt gut gefällt: „Er hat meine Erwartungen übertroffen. Basierend auf seinem Alter und von was er da zurückkommt, wird es Zeiten geben, in denen er einen Tag Pause braucht, aber dafür ist der Kader breit genug.“
Pause braucht Zientek zum Saisonauftakt erst einmal nicht. Er ist – wie auch alle seine Mitspieler – fit und kann auflaufen. Einzig Luca Franzese wird für die Heilbronner Falken mit der Förderlizenz spielen.
Spannend ist nicht nur die Frage nach der Besetzung der Torhüterposition
Ein Kader-Fragezeichen steht beim SCB zwischen dem Pfosten. Mit Dean Döge, Keanu Salmik und Felix Noack ist das Goalie-Trio neu und jung besetzt, Eigengewächs Cedric Nachtmann steht als Reserve ebenfalls schon in den Startlöchern. In Regensburg bekommt Noack erst einmal den Vorzug, allerdings ist hier keine Hierarchie in Stein gemeißelt. „Das ist wie auf den anderen Positionen auch. Felix hat sich in den ersten Monaten hier als ‚Top Guy’ etabliert und wird auch starten, Aber dann schauen wir auf die Leistung der Jungs. Wir wollen alle spielen sehen“, erklärt Kehler.
Auch auf dem Feld sind die Spielanteile noch nicht fest verteilt, was allerdings auch zu Problemen führen kann. „Es ist ein schmaler Grat. Es wird ein Balanceakt werden zwischen ‚Hey, du hast richtig gut dieses Wochenende gespielt’ und ‚Wir wollen einem anderen Spieler ins Lineup bringen, was die Spielzeit kostet’. Spieler sind aber immer ehrgeizig und wollen immer spielen“, verdeutlicht der Kanadier.
Das Primärziel der Steelers ist eine stetige Steigerung
Angetrieben von diesem Ehrgeiz will Kehler in dieser Saison im Idealfall eine Achterbahnfahrt vermeiden. „Als Trainer will ich die Höhen und Tiefen ausgleichen, sodass es nicht so viele Ups und Downs sind und wir eine konstante und nicht so dramatische Saison haben.“
Eine genaue Endplatzierung will der 55-Jährige nicht prognostizieren, „dafür sind noch zu viele Dinge unbekannt.“ Stattdessen erwartet er eine stetige Steigerung seiner jungen Truppe, die mit 24,69 Jahren im Schnitt die jüngsten Spieler im Kader hat, dicht gefolgt vom Gegner am Freitag, Regensburg (25,19). Zum Vergleich: Die Düsseldorfer EG hat einen Altersschnitt von 28,52 Jahren. nb

